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Hochschulen engagieren sich


Fortsetzung des Artikels von Teil 4

Männlicher Nachwuchs aus »bildungsfernen Schichten«

Männlicher Nachwuchs aus »bildungsfernen Schichten«

Über Jahrzehnte hinweg stellten die Ingenieurwissenschaften den bevorzugten Weg ins Studium für den männlichen Nachwuchs aus sogenannten »bildungsfernen Schichten« und vor allem aus der Arbeiterschaft dar. »Oberflächlich betrachtet ist das auch heute noch so«, berichtet Prof. Dr. Michael Hartmann, Soziologe an der TU Darmstadt und Deutschlands renommiertester Experte im Bereich Elitenforschung. Außerdem haben die Ingenieurwissenschaften im letzten Jahrzehnt für die Spitze der großen Unternehmen deutlich an Bedeutung gewonnen – mehr als jeder dritte Vorstandsvorsitzende eines der 100 größten deutschen Unternehmen hat Ingenieur- oder Naturwissenschaften studiert gegenüber nur einem Viertel Mitte der 90er Jahre. Ein genauerer Blick zeigt jedoch, so Hartmann, dass es im letzten Jahrzehnt hier einen dramatischen Rückgang gegeben hat.

Dem Konstanzer Studierendensurvey zufolge hat sich an den Fachhochschulen der Anteil der Studierenden der Ingenieurwissenschaften, bei denen kein Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt, zwischen 1995 und 2007 von 73 auf 59 Prozent reduziert, an den Universitäten sank die entsprechende Quote von 47 auf 38 Prozent.

Die Ursachen für diesen Einbruch sind seiner Meinung nach vielfältiger Natur. Zum einen sorge die im internationalen Vergleich hohe Selektivität des deutschen Bildungssystems dafür, dass Kinder aus den unteren zwei Dritteln der Bevölkerung nur sehr geringe Chancen haben, überhaupt ein Studium auszunehmen. Gerade einmal 17 Prozent der Arbeiterkinder schaffen es bis an eine Hochschule, während es bei den Beamten und Selbstständigen über die Hälfte bis sogar zwei Drittel sind.


  1. Hochschulen engagieren sich
  2. Stärkung der Lehre auf breiter Basis
  3. Industrie ist Kern des Strukturwandels
  4. Ingenieure müssen ihr Image verbessern
  5. Männlicher Nachwuchs aus »bildungsfernen Schichten«
  6. Schlechte Perspektiven für Kinder aus »bildungsfernen« Familien
  7. Besonderer Handlungsbedarf in Sekundarstufe I