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Hochschulen engagieren sich


Fortsetzung des Artikels von Teil 3

Ingenieure müssen ihr Image verbessern

Ingenieure müssen ihr Image verbessern

Doch warum ist der Ingenieurs-Beruf nicht beliebt genug? Dafür gibt es eine Vielzahl von Erklärungsversuchen. Hans-Ulrich Kammeyer, Vizepräsident der Bundesingenieurkammer, macht immer noch eine »erhebliche Technikfeindlichkeit« an unseren Schulen dafür verantwortlich. VDE-Vorstand Prof. Dr.-Ing. Helmut Klausing hält dagegen, die Jugend sei nicht technikfeindlich, müsse aber besser motiviert werden in den Schulen. Nicht schuldlos an diesem Dilemma sei jedoch, so VDMA-Präsidiumsmitglied Prof. Dr.-Ing. Eckart Kottkamp, die »kurzsichtige Wirtschaft«, die in Flautenzeiten wenig für die Attraktivität des Berufs getan habe. Und VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs fordert, man müsse das Anliegen stärker in der Gesellschaft verankern: »Den Menschen muss klar werden, dass Technik das Fundament ist, auf dem unser Wohlstand beruht.«

Prof. Dr.-Ing. Horst Biermann, Institut für Werkstofftechnik der TU Bergakademie Freiberg, führt die geringe Attraktivität des Ingenieurberufs auch darauf zurück, dass das Berufsbild in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt ist. Die Menschen nutzen und lieben die neuen innovativen technischen Gegenstände, verbinden sie aber nicht mit der Tätigkeit von Ingenieuren. Außerdem hält sich hartnäckig das stereotype Bild vom Ingenieur: Er sei nicht kommunikativ, sondern ein Eigenbrödler ohne künstlerische oder sprachliche Fähigkeiten. In den Medien kommt der Beruf praktisch nicht vor – hier werden Mediziner und Juristen gezeigt.

Hier setzt ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an, das ein Marketingkonzept zur Werbung von Studieninteressenten für Ingenieurwissenschaften erarbeitet. Dazu gehören Schüleruniversitäten ebenso wie das Schülerlabor. Wichtig dabei, so Biermann, sei die persönliche Kommunikation zwischen Unternehmen, Schülern und Studenten; ein Schüler muss sich vorstellen können, dass dies auch ein Beruf für ihn sein könnte.


  1. Hochschulen engagieren sich
  2. Stärkung der Lehre auf breiter Basis
  3. Industrie ist Kern des Strukturwandels
  4. Ingenieure müssen ihr Image verbessern
  5. Männlicher Nachwuchs aus »bildungsfernen Schichten«
  6. Schlechte Perspektiven für Kinder aus »bildungsfernen« Familien
  7. Besonderer Handlungsbedarf in Sekundarstufe I