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Wovor sich die bayerische Wirtschaft am meisten fürchtet

28. Juni 2021, 09:26 Uhr   |  dpa/newsdesk sc

Wovor sich die bayerische Wirtschaft am meisten fürchtet
© vbw

vbw Managing Director Bertram Brossardt.

Ach, was waren das noch Zeiten, als bayerische Unternehmen als größte Bedrohung den Fachkräftemangel fürchten mussten. Eine neue Studie des IW im Auftrag der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft hat nun die neuen Sorgen der Unternehmenslenker ans Licht gebracht.

Pandemien, Cyber-Kriminalität und Finanzmarktkrisen sehen bayerische Unternehmen als größte Bedrohung. Doch langfristige Gegenmaßnahmen? Fehlanzeige, wie aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hervorgeht.

So sahen zwar 42 Prozent der befragten Firmen ein hohes Risiko durch aktuelle und weitere Pandemien, doch nur in 8 Prozent gibt es dauerhafte Gegenmaßnahmen.

Auch bei Finanzmarktkrisen sehen zwar 23 Prozent ein hohes Risiko, doch nur 15 Prozent haben dauerhafte Gegenmaßnahmen. Ähnlich verhält es sich bei Verschlechterungen der Standortbedingungen oder Problemen mit Lieferketten.

Allerdings klafft die Vorsorgelücke nicht überall. So wird die Cyberkriminalität zwar am zweithäufigsten als hohes Risiko genannt - insgesamt von 27 Prozent der Firmen - doch hier gibt es sehr viel mehr Vorsorge: 62 Prozent der Unternehmen tun dauerhaft etwas dagegen. Beim Fachkräftemangel sehen 22 Prozent der Unternehmen hohe Risiken, allerdings haben auch 25 Prozent dauerhafte Gegenmaßnahmen.

Hier zeigt sich auch eine Veränderung der Risikobewertungen. Bei einer ähnlichen Umfrage vor zwei Jahren hatten Fachkräfte-Engpässe noch auf Platz eins der Risiken gestanden. Inzwischen liegen sie auf Rang vier. Nach Pandemien war damals allerdings auch nicht gefragt worden.

«Seit März 2020 haben wir erlebt, wie schnell globale Krisen auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durchschlagen», sagt der Hauptgeschäftsführer der vbw, Bertram Brossardt. «Pandemien, gestörte Lieferketten, wachsender Protektionismus und die strukturellen Veränderungen durch digitale Transformation und Dekarbonisierung sind nur Beispiele für den steigenden Bedarf an internationaler Risikokompetenz der Unternehmen.»

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