Schwerpunkte

Über 20 Prozent Minus allein für USA

vbw meldet erschreckende Export-Bilanz

18. Januar 2021, 11:49 Uhr   |  Karin Zühlke

vbw meldet erschreckende Export-Bilanz
© vbw

Bertram Brossardt, vbw: „Mit den heute veröffentlichten Novemberzahlen können wir ein erstes vorläufiges Fazit des Jahres 2020 zu den Außenhandelszahlen ziehen – und für die bayerische Wirtschaft sieht es erschreckend aus."

Das Export-Fazit für 2020 sieht für Bayerns Industrie düster aus.

Zu den am 18. Januar veröffentlichten Außenhandelszahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.: „Mit den heute veröffentlichten Novemberzahlen können wir ein erstes vorläufiges Fazit des Jahres 2020 zu den Außenhandelszahlen ziehen – und für die bayerische Wirtschaft sieht es erschreckend aus. Zu all unseren wichtigsten Handelspartner haben wir von Januar bis November 2019 signifikant weniger exportiert als im Vorjahreszeitraum.“ So nahmen die Exporte in die USA um 20,5 Prozent ab und in das Vereinigte Königreich um 19,4 Prozent. Nach Frankreich beläuft sich das Exportminus auf 15,8 Prozent und nach Italien sowie Österreich jeweils auf 15,6 Prozent.

„Nach China, unserem wichtigsten asiatischen Absatzmarkt, liegt der Exportrückgang in den ersten elf Monaten 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei 7,4 Prozent. In Anbetracht des wieder an Fahrt aufnehmenden Pandemiegeschehens sollten wir uns nicht von den auf einzelne Monate bezogenen Exportzugewinnen täuschen lassen. Die aktuell sichtbare Erholung ist voraussichtlich nur ein Strohfeuer. So wurde erst vergangene Woche wieder ein größerer Ausbruch des Corona-Virus in China festgestellt. Wir werden noch einen langen Atem brauchen, bis wir das Vorjahresniveau wieder erreicht haben“, erklärt Brossardt.

Bei den Ergebnissen gegenüber dem Vorjahresmonat zeigen sich deutliche Unterschiede. So liegen die Exporte in die USA aktuell noch um 11,3 Prozent unter November 2019. Gleiches gilt für Frankreich (Minus 5,8 Prozent) und Italien (Minus 1,8 Prozent). Im Gegensatz dazu haben sich die Exporte in das Vereinigte Königreich mit einem Plus von 1,1 Prozent und nach Österreich mit einem Plus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat leicht erholt. „Die unterschiedlichen Exportzahlen mit unseren wichtigen Handelspartnern verdeutlichen die Ambivalenz der wirtschaftlichen Lage. Diese ist aufgrund des Corona-Virus und den in jedem Land unterschiedlichen Strategien zur Eindämmung von hoher Unsicherheit geprägt. All das führt bei den Unternehmen zu einer zögerlichen und abwartenden Investitionsneigung“, so Brossardt.

Mit Blick auf die laufenden Tarifverhandlungen in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie fordert er: „Wir müssen realistisch sein: Es gibt keinen Verteilungsspielraum. Unsere Unternehmen brauchen für die Zukunft Planungssicherheit und eine an den unterschiedlichen Branchenentwicklungen orientierte Differenzierung.“

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

vbw- Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.