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Teledermatologie

Start-up checkt Hautkrankheiten per Foto

22. Januar 2020, 10:08 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

Start-up checkt Hautkrankheiten per Foto
© OnlineDoctor

OnlineDoctor eigne sich zur Ersteinschätzung von Hautproblemen aller Art - wie Ausschlag, Ekzem oder Muttermal.

Ist das ein Muttermal oder doch was Ernstes? Das Startup OnlineDoctor setzt auf Teledermatologie und ermöglicht die Beurteilung von Hautkrankheiten per Foto. Innerhalb von maximal 48 Stunden kommt die Beurteilung, so das Versprechen. Terminstress, Wartezeiten und Anfahrt fallen weg.

Schnappschüsse von Zeckenbissen, Wunden oder Brandblasen: Als Hautarzt am
Kantonspital Baden bekam Paul Scheidegger jeden Tag Fotos von Kollegen,
Assistenzärzten, Freunden und Bekannten. Doch die Anfragen via WhatsApp, SMS oder Mail waren nicht nur chaotisch und unvollständig, sondern vor allem nicht
datenschutzkonform.

„Ich dachte: Das müsste man professionalisieren“, erinnert sich Scheidegger, der auch in seiner Praxis begann, mit Fotos zu arbeiten: „Es wurde deutlich, dass Patienten viel selbstverständlicher auf Technologien zurückgreifen als Ärzte und ein echter Bedarf besteht.“

2016 gründete Scheidegger mit den beiden Wirtschaftsspezialisten Tobias Wolf und Philipp Wustrow den OnlineDoctor in St. Gallen. Im Oktober 2017 ging die Plattform online. 2019 war die Web-App bereits bei mehr als 20% der Schweizer Dermatologen im Einsatz.

Ein persönlicher Besuch sei nur bei 15 Prozent der Patienten erforderlich, so die Gründer, das zeige die aktuelle OnlineDoctor-Fallabschlussquote von 85 Prozent.  Mehr als 20 Prozent der Schweizer HautärzteInnen setzen demnach das Tool bereits ein.

Nun möchte das Startup von Hamburg aus auch in Deutschland durchstarten, 150 DermatologenInnen nähmen bundesweit bereits teil, darunter auch der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD).

Arzt/Ärztin wählen, Bild hochladen, Beurteilung in 48 Stunden erhalten

Und so funktioniert das Konzept: Auf OnlineDoctor.de können PatientenInnen ihren Wunsch-DermatologenIn auswählen. Mithilfe eines eigens entwickelten Chatbots werden im nächsten Schritt Informationen zum Hautproblem abgefragt. Nachdem der Nutzer drei Bilder vom Hautproblem hochgeladen und die Gebühr von 39 Euro bezahlt hat, wird die Anfrage abgeschickt. Innerhalb von 48 Stunden kommt eine erste Einschätzung samt Handlungsempfehlung.

Die erhobenen Daten werden über SSL/TLS verschlüsselt und ausschließlich auf Deutschen Servern gespeichert. Dazu kommt eine aus dem e-Banking bekannte Zwei-Faktor-Authentifizierung: PatienInnen erhalten sowohl eine E-Mail mit einem Link, der die Handlungsempfehlung enthält, als auch einen sechsstelligen SMSCode, mit dem diese herunterladen werden kann.
 

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