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PlayStation 5: Die letzte ihrer Art?

19. November 2020, 09:45 Uhr   |  Corinne Schindlbeck

PlayStation 5: Die letzte ihrer Art?
© PlayStation

Es sei der Beginn einer neuen Generation, sagt Jim Ryan, President and CEO, Sony Interactive Entertainment: Die PS5 gibt es seit heute offiziell in Europe zu kaufen.

Heute kommt die PlayStation 5 in den Handel. Sie könnte die letzte Konsole ihrer Art sein, glaubt das Institut der deutschen Wirtschaft, denn Spiele wandern in die Cloud, immer mehr spielen mobil auf Smartphone oder Tablet. Der Boom biete Chancen für deutsche Spiele-Programmierer.

2019 wurden in Deutschland allein mit Videospielen 3,9 Milliarden Euro umgesetzt – noch nicht eingerechnet die Hardware, also Computer, Konsolen und Handys. Insgesamt wird der Spielemarkt laut IW auf 6,2 Milliarden Euro geschätzt. Die Corona-Pandemie soll nun die Umsätze noch weiter steigen lassen. Wer zuhause bleibe, spiele mehr, so Rechnung der beiden IW-Experten und Autoren Jan Büchel und Dr. Christian Rusche, beide Experten für Industrieökonomik und Wettbewerb beim IW. 

Am heutigen Donnerstag nun kommt endlich (sagen die Gamer, “leider” sagen manche ihrer Eltern) die Playstation 5 auf dem Markt. Dabei scheint die goldene Zeit der Konsolen für die IW-Experten eigentlich vorbei zu sein. Die Rangliste der meistverkauften Konsolen werde immer noch von der bereits im Jahr 2000 erschienenen PlayStation 2 angeführt. Neue Versionen verkauften sich schlechter. Allein in Deutschland nutzen 16 von allen rund 34 Millionen Gamern eine Spielekonsole, so die beiden Experten. Der Rest spielt per Smartphone, Tablet oder im Wachstumsmarkt Cloud. 

Weltweit ist der Markt für Konsolen laut IW wieder auf Wachstumskurs: 2019 im Vergleich zu 2018 wuchs der Umsatz weltweit um 13 Prozent  auf 40 Milliarden Euro, 1,3 Milliarden wurden in Deutschland umgesetzt.  Ein Grund für die Stärke der Konsole sei, dass große und komplexe Spiele bislang nur auf Konsolen und Computern laufen; auf Smartphones und Tablets lasse sich das aufgrund der geringeren Rechenleistung derzeit nur schwer umsetzen.

Trotzdem haben sie – zusammen mit der Cloud – die Welt der Videospiele verändert. Smartphones werden immer leistungsfähiger, mit ihnen kann man überall Spiele spielen. 2019 betrug der weltweite Umsatz mit Handy-Spielen laut IW schätzungsweise 58 Milliarden Euro, in Deutschland seien es mehr als 1,8 Milliarden Euro gewesen. Haupttreiber dabei: In-App-Käufe.

Doch die Umsätze würden unterschätzen, wie beliebt die Handy-Spiele sind, da viele Apps kostenlos angeboten würden, schreiben die IW-Experten. Die Cloud setze die Konsolen zusätzlich unter Druck. Denn über Cloud Computing könne ein Großteil der Rechenleistung beim Spielen ins Internet verlagert werden, wodurch die Anforderungen an die eigene Hardware gesenkt werden und ein internetfähiger Fernseher zum Spielen reicht. 

Insgesamt wachse der Spielemarkt in Deutschland, was bei der konstanten Nutzerzahl bei Konsolen darauf zurückzuführen sei, dass die Spieler zusätzlich über mobile Endgeräte spielten. Dieser Trend zum mobilen Spielen sei eine Chance für die deutschen Entwickler, da der Entwicklungsaufwand im Vergleich zu PC- oder Konsolenspielen gering sei.

Nur fünf Prozent der in Deutschland gespielten Spiele würden auch hier programmiert. Die wachsende Nachfrage in Deutschland böte somit Chancen, mit entsprechender Förderung der Branche schnell Erfolge zu erzielen und zukunftsträchtige Fähigkeiten aufzubauen.

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