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Tipps vom Coach

Lernen, im Job »Nein« zu sagen

Job Nein sagen
Nein sagen im Job? Für viele gar nicht so einfach. Kirsten Dierolf, President der International Coaching Federation und Geschäftsführerin der SolutionsAcademy, gibt Tipps.
© Maksym Povozniuk/stock.adobe.com

Auf Ihrem Schreibtisch stapeln sich unerledigte Projekte und jetzt kommt auch noch der Kollege mit einer Bitte um die Ecke? Dann sollten Sie eigentlich ablehnen und nicht aus Gutmütigkeit »Ja« sagen. Coach Kirsten Dierolf gibt Tipps, wie das professionell gelingen kann.

Coach Nein
Kirsten Dierolf ist MCC und President der ICF Deutschland (International Coaching Federation) sowie Geschäftsführerin der SolutionsAcademy, einem international tätigen Weiterbildungsinstitut für ICF-akkreditierte Weiterbildungen. Sie coacht seit 1996, bildet seit 2008 selbst Coaches aus und ist Autorin des Buchs ‚Lösungsfokussiertes Teamcoaching‘ sowie Co-Autorin von ‚Der Lösungstango‘.
© SolutionsAcademy

Hier ist ein kurzes Selbstcoaching, das Ihnen helfen kann, die richtige Entscheidung zu treffen: 

  1. Halten Sie inne und sagen Sie: "Lassen Sie mich auf Sie zurückkommen". Damit gewinnen Sie etwas Zeit für eine Entscheidung.
     
  2. Fragen Sie sich selbst: "Angenommen, ich sage ja, was wäre dann besser?"
    Wenn Sie sich diese Frage stellen, können Sie abschätzen, ob Sie Ihrem Kollegen oder Kollegin wirklich helfen sollten oder ob Sie ihn oder sie nicht sogar in seinem oder ihrem Wachstum behindern.
    Wenn es wirklich in jedermanns Interesse ist, dass Sie der Person, die Sie darum bittet, helfen, sollten Sie das natürlich auf jeden Fall tun. Der Grund dafür könnte sein, dass Sie über die nötigen Kompetenzen verfügen und die bittende Person offensichtlich nicht, oder dass das Problem eindeutig in Ihren Zuständigkeitsbereich fällt.


    Wenn es außer einem allgemeinen Gefühl der Nächstenliebe keinen guten Grund gibt, gehen Sie zu Schritt drei über: 
     
  3. Machen Sie ein Brainstorming: "Angenommen, ich sage „Nein“, wo könnte die Person sonst Hilfe bekommen?"
    Es ist immer einfacher, nein zu sagen, wenn Sie jemanden haben, der stattdessen helfen könnte.
     
  4. Überlegen Sie: "Kann ich diesen Moment nutzen, mein Wissen weiter zu geben oder die andere Person zu coachen?"
    Wenn es nicht viel Zeit in Anspruch nehmen würde, der Person etwas beizubringen oder sie zu coachen, sollten Sie das auf jeden Fall tun. Fragen Sie, ob es für Sie nicht einfacher wäre, Ihr Wissen weiterzugeben, damit die Person die Aufgabe in Zukunft selbst erledigen kann, anstatt ihr zu helfen, indem Sie die Aufgabe für sie erledigen.
    Bevor Sie mit dem Training oder Coaching beginnen, sollten Sie sie fragen, was sie bereits über die Ausführung der Aufgabe wissen, damit Sie keine Zeit damit verschwenden, etwas zu lehren, was die Person bereits weiß.
    Wenn die Person über die nötigen Fähigkeiten verfügt und die Aufgabe theoretisch übernehmen könnte, können Sie sie sogar coachen: "Wenn ich nicht hier wäre, was würden Sie dann tun?" (Diese Frage wirkt sogar Wunder, wenn es darum geht, dass Teenager grundlegende Fähigkeiten im Haushalt entwickeln) 
    Sobald Sie Ihren Plan entwickelt haben, rufen Sie die Person zurück und bieten an, was Sie zu bieten haben: eine Lösung, einen Hinweis auf jemanden, der helfen kann, das Angebot, sie zu unterrichten oder zu coachen.
  5. Beobachten Sie doch in den nächsten Wochen aufmerksam, wo die Aufgaben landen, wenn Sie mit Ihren Teammitgliedern sprechen.
    Bei Ihnen? Bei Ihren Mitarbeitenden? Vielleicht nehmen Sie sich am Ende jeder Woche ein bisschen Zeit, um die Situationen Revue passieren zu lassen und noch einmal die Tipps zu lesen. 

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