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Wird Mioty zum „LoRa-Killer“?


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Mioty Gründungsmitglieder

All diese Argumente haben TI dazu bewogen, die Gründung der Mioty-Allianz aktiv zu unterstützen. Gründungsmitglieder sind außerdem das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Diehl Metering, Diehl Connectivity Solutions, ifm, Ragsol, Stackforce und Wika. »Die technischen Hürden sind genommen, wie das FhG IIS schon an Hunderten von Tests mit zahlreichen Partnern über die vergangenen Jahre bewiesen hat. Jetzt kommt es darauf an, dass die Allianz die potenziellen Anwender insgesamt von den Vorteilen des Mioty-Protokolls überzeugen kann«, sagt Mattias Lange. Offenbar keine unbegründete Hoffnung: Auf der embedded world zeigte jedenfalls der deutsche HF-Spezialist und LoRa-Pionier IMST zwei Mioty-Funkmodule sowie Mioty-Temperatur- und -Feuchtsensoren. Auch die norwegische Radiocrafts unterstützt künftig Mioty.

Ebenfalls der Mioty-Allianz bereits beigetreten ist die deutsche Weptech elektronik. Bisher hatte sich Weptech auf die Funktechniken wireless Mbus/OMS, NB-IoT und Thread fokussiert. »Wir hatten bemerkt, dass es mit LoRaWAN unter Umständen zu technischen Problemen kommen könnte, gerade wenn es um das Ablesen von Zählern geht, was für uns ein wichtiges Geschäftsfeld ist«, sagte Wolfgang Esch, Leiter Verkauf und Marketing, im Gespräch mit Markt&Technik. Denn die Telegrammpakete von OMS sind länger als die Datenpakete von LoRaWAN, die auch noch mit geringerer Datenrate senden.

Relevante Anbieter

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Wolfgang Esch, Weptech: »Mioty ist ein sehr robustes System, und darauf kommt es an, wenn viele Millionen Zähler verlässlich ausgelesen werden sollen.«
© Weptech

Zudem wird der Spreizfaktor mit der Basisstation abgesprochen, der die Datenrate und damit auch die Reichweite bestimmt. Das kann zu deutlich längeren Übertragungszeiten führen und die Anzahl der übertragenen Telegramme steigt. Weil LoRaWAN unter anderem auch mit einem Acknowledge arbeitet, kann es also zu sehr viel Kommunikation zwischen den Geräten und der Basisstation kommen, was die Batterielebensdauer negativ beeinflusst. Im Endeffekt kann dann die Batterielebensdauer nicht mehr deterministisch vorhergesagt werden. Auch unabhängige Studien – etwa von der Hochschule Offenburg – haben ergeben, dass LoRaWAN empfindlich auf Störungen reagiert.

»Gleichzeitig befand sich Mioty in der Entwicklung und wir wurden auf dieses Protokoll aufmerksam«, so Esch. Mioty arbeitet zwar auch auf Basis eines Spreizverfahrens, verwendet aber das bereits erwähnte Telegram Splitting. »Es handelt sich also um ein sehr robustes System, und darauf kommt es an, wenn viele Millionen Zähler verlässlich ausgelesen werden sollen«, sagt Esch.

Auch Peter Grundig, Geschäftsführer von Greatech, sieht gute Chancen für Mioty in den Gebieten, in denen bisher LoRaWAN weite Verbreitung gefunden hat. Entscheidend für den Erfolg sei, ob demnächst Gateways bzw. Base Stations zu erschwinglichen Kosten zur Verfügung stünden. Genügend Chancen für Mioty sieht auch er. Typische Anwendungen wären das Auslesen von Gas- und Wasserzählern sowie Smart-City-Systeme im Allgemeinen. Die zuständigen Kommunen würden dazu gerne ihre eigenen Netze aufbauen, vor allem weil sie laufende Kosten unter allen Umständen vermeiden wollen. »Da wird dann eine robuste Funktechnik, die unter anderem eine Reichweite von 20 km erreicht, sehr interessant«, so Peter Grundig.

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Hermann Trottler, Mioty Alliance: »Wir werden die kompletten Protokolle standardisieren, um die Geräte zertifizierbar und interoperabel zu machen.«
© Mioty

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