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Keine weiteren Lizenzen für chinesisches JV

28. Mai 2019, 07:19 Uhr   |  Heinz Arnold

Keine weiteren Lizenzen für chinesisches JV
© AMD

AMD wird keine Technologietransfers über das Joint-Venture (JV) mit einem chinesischen Partner mehr durchführen, um weitere CPU-Generationen zu entwickeln.

Über das Joint Venture wollte sich China Zugang zur Technik für die Entwicklung von CPUs für Sever und Supercomputer verschaffen, AMD wollte Zugang zum chinesischen Markt gewinnen. Deshalb hatte AMD mit der Tianjin Haiguang Advanced Technology Investment Co. (THATIC) 2016 zwei Joint-Ventures gegründet. Aufgabe des Joint-Ventures war es, Chips speziell für den chinesischen Server-Markt zu entwickeln, die das eigene Angebot ergänzen sollten. THATIC hatte damals Lizenzen im Wert von fast 300 Mio. Dollar von AMD übernommen.

Innerhalb der Joint-Ventures wurde bereits eine erste Generation von CPUs für Server entwickelt und 2018 vorgestellt. Beim »Hygon Dhyana« handelt es sich um eine Variante des EPYC-Prozessors. Erst kürzlich hatte Sugon auch eine Workstation auf den Markt gebracht, in der der Hygon Dhyana arbeitet.

Weitere Technologietransfers sollen jetzt nicht mehr folgen: Es würden keine Lizenzen für Nachfolgegenerationen mehr erteilt, sagte Lisa Su, CEO von AMD, gegenüber der Nikkei Asian Review. Wie genau die Zusammenarbeit innerhalb des Joint-Ventures weitergeht, das trotz des Handelskriegs intakt bleiben soll, erklärte sie nicht.

Weil AMD eine amerikanische Firma sei, werde sie sich an die Exportbestimmungen der US-Regierung halten. Wie alle Manager wünsche sie sich, dass möglichst schnell Übereinkünfte erzielt werden könnten, um den Handelskrieg zu beenden.  

An Tianjin Haiguang ist unter anderem Sugon beteiligt, chinesischer Hersteller von Servern und Supercomputern. Unter dem Dach der Holding Tianjin Haiguang Technology Investment Co.  bestehen zwei Joint-Ventures: An Chengdu Haiguang Microelectronics Technology hält AMD 49 und Tianjin Haiguang 51 Prozent, an Chengdu Haiguang Integrated Circuit Design hält AMD 30 und Tianjin Haiguang 70 Prozent.

Bisher war China vor allem auf Chips aus dem Ausland angewiesen, um sie in Servern und Supercomputern einzusetzen. Hier ist Intel, mit einem weltweiten Marktanteil von über 90 Prozent Marktführer, daneben sind AMD und IBM in diesem Sektor aktiv.

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