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Schnelle Grafik, mehr Display-Anschlüsse

AMD bringt neue Embedded-Prozessorserie auf den Markt

21. Mai 2012, 09:30 Uhr   |  Joachim Kroll

AMD bringt neue Embedded-Prozessorserie auf den Markt
© AMD

Neue R-Serie von AMD: Mehr Cores, mehr Grafik

Auf »G« folgt »R«: AMD lässt seinem Atom-Wettbewerber »Embedded G-Series« nun eine R-Serie folgen, die das Leistungsniveau diskreter Grafikkarten erreichen soll.

AMD bezeichnet seine x86-Embedded-Prozessoren als »APUs« – Accelerated Processing Units. Die Beschleunigung erreicht AMD, indem CPU und Grafikprozessor sowie die Northbridge auf einem Chip vereinigt sind. Diese Architektur eignet sich entweder für grafikintensive Anwendungen mit vielen Displays, 3D-Darstellungen oder Videowiedergabe oder sie kann als reine Rechenmaschine für gut parallelisierbare Software eingesetzt werden. Dann wird der Grafikprozessor als Vektorrechner mit OpenCL programmiert.

Mit der neuen R-Serie knüpft an die G-Serie an und setzt in der CPU die zweite Generation des »Bulldozer«-Cores ein. Statt bisher zwei sind in der CPU nun maximal vier Kerne möglich. Der integrierte Speichercontroller steuert DDR3-Bausteine an, die mit 1,25/1,35 oder 1,5 V gespeist werden und kann sich damit auf sämtliche am Markt verfügbaren Speicher einstellen. Den größten Unterschied zur G-Serie stellt jedoch die interne Grafikeinheit der R-Serie dar.

Bis zu vier Displays – mit Erweiterung sogar zehn

Im Grafikteil der R-Serie steckt eine AMD-7000-Einheit, die das Leistungsniveau der gleichnamigen diskreten Grafikkarten erreicht mit – je nach Prozessorvariante – 128 bis 384 Grafikkernen. Mit dieser Ausstattung kann die APU bis zu vier Displays mit flüssigen HD-Videosignalen versorgen. Zusätzlich besteht die Option, eine externe Grafikkarte zuzuschalten, z.B. eine E6760. Dann können sogar zehn Displays mit unterschiedlichen Bildinhalten angesteuert werden – allerdings nicht alle mit Video. Dafür kann die R-Serie nicht nur die besagten vier Video-Streams decodieren sondern auch einen Video-Eingang in H.264 encodieren. Das ist nützlich z.B. für Videokonferenz- oder Überwachungssysteme.

Embedded-Prozessoren der AMD-R-Serie

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Überhaupt zielt die AMD-R-Prozessorserie vorwiegend auf grafik- und videointensive Anwendungen: Digitale Anzeigen im öffentlichen Bereich, Spielautomaten in Spielkasinos, Videokonferenzsysteme, Verkaufs- und Kioskterminals, Medizinische Geräte sowie Sicherheits- und Überwachungsanlagen. Während die G-Serie auf Low-power-Anwendungen abzielte, hat AMD mit der R-Serie eher anspruchsvollere und Hochleistungsapplikationen im Blick. Trotzdem bleibt der Bedarf an elektrischer Leistung noch moderat: Die TDP der R-Bausteine reicht von 17 W (R252: Dual Core, einfachere Grafik) bis 35 W (R464: Quad Core, Hochleistungsgrafik). Doch selbst beim R464 liegt die durchschnittliche Leistungsaufnahme bei ca. 13 W. Damit kann das System z.B. in einer Digital-Signage-Anwendung hinter einem oder zwischen zwei Displays verbaut werden. Im Medizinbereich wären z.B. die Nutzung in einem mobilen Ultraschallgerät denkbar.

Für Anwendungen im Umgang mit sicherheitssensitiven Daten enthält die R-Serie eine „Secure Asset Management Unit“ – das ist eine Einheit, die auf die Abarbeitung von Verschlüsselungsalgorithmen spezialisiert ist, und z.B. die AES-Verschlüsselung beschleunigt. Für die Speicherung von Schlüsseln kann ein TPM (Trusted Platform Module) verwendet werden, das ebenfalls von der R-Serie unterstützt wird.

Erste Samples der im 32-nm-Prozess von Global Foundries gefertigten Bausteine sind bereits seit einiger Zeit im Umlauf. Die Serienproduktion soll zum Ende des zweiten Quartals 2012 anlaufen. AMD liefert mit dem DBSS1R2 ein eigenes Evaluation Board, aber auch zahlreiche Partner haben sich schon an die Arbeit gemacht und werden zum Launch der Produkts passende Boards auf den Markt bringen, so z.B. Axiomtek, Advantech oder Congatec.

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