Die Foundry Company mit ihren supermoderen 300 mm-Fabs, die in wenigen Jahren 65 nm, 45 nm und auch 32 nm-Produktionslinien beinhalten werden, könnte die Produktions-Landkarte tatsächlich verändern, speziell in Rezessions-Zeiten, wo andere Foundries Probleme haben, die neueste Prozesstechnik zu adaptieren.
Die Krise, die sicher auch die Halbleiterindustrie erfasst, wird ja von nicht wenigen Analysten auf mindestens 18 Monate taxiert. Sie dürfte zwar den Investoren aus dem Emirat nicht gefallen, sie dank der Öl-Dollar aber auch nicht in existenzielle Schwierigkeiten bringen.
Eine weitere Komplikation besteht darin, dass AMD zur Zeit Fertigungs-Vereinbarungen mit drei der führenden unabhängigen Foundries hat: Chartered Semiconductor (Singapore), TSMC und UMC (beide Taiwan). Bei TSMC und UMC lässt AMD Chipsets und GPUs produzieren, während Chartered Prozessoren herstellt.
Schließlich will die Foundry Company AMD’s langfristige und gute Beziehung zu IBM ausnutzen. Zwischenzeitlich hat IBM eine weitere Halbleiter-Kooperation mit der Bezeichnung Common Platfom, an der Chartered, Freescale und Samsung beteiligt sind. Samsung ist umsatzmäßig zur Zeit der zweitgrößte Halbleiter-Hersteller weltweit und der jüngste Foundry-Markt-Teilnehmer.
AMD ist nicht Teil der Common Platform. Fest steht, dass sich AMDs Verhältnis zu den Foundries signifikant verändern wird. Selbst wenn AMD betont, dass die Foundry Company mit anderen Foundries im Wettbewerb bezüglich der Herstellung von AMD-Prozessoren im SOI-Prozess und AMD-Chipsets und GPUs im Bulk-CMOS-Prozess stehen wird, ist es offensichtlich, dass AMD größtes Interesse daran haben muss, die wachsende Kapazität der Foundry Company so weit wie möglich zu nutzen, um die wirtschaftliche Situation beider Firmen so gut wie möglich zu gestalten.
Das Ergebnis für TSMC, Chartered und UMC lässt sich somit leicht prognostizieren: Sie werden mit größter Wahrscheinlichkeit Geschäft von AMD verlieren.
Für Chartered dürften sich die Verluste in Grenzen halten, da AMD in der Vergangenheit ja schon dank einer falschen Produktpolitik und härter werdenden Konkurrenz von Intel Probleme hatte, die eigenen Fabs auszulasten. Für TSMC und UMC könnten sich die Verluste dagegen als dramatisch erweisen. Außer AMD gibt mit NVIDIA nur noch einen fabless-Hersteller von Grafikchips. Nvidia befindet sich jedoch unter zunehmendem Druck von AMDs Grafik-Geschäft und zudem droht Intel mit einem »Larrabee« genannten Grafikprozessor, der 2009 auf den Markt kommen wird.