Zum Start wird die neue Firma ca. 1,5 Mrd. US-Dollar umsetzen und ca. 28000 Wafer pro Monat auswerfen. Wenn Fab 38 bis Ende 2010 hochgefahren ist, wird diese Kapazität auf 50.000 Wafer anwachsen.
Zwei Gründe für die Auslagerung
Mit fast 50 Prozent Anteilen an der neuen Firma wird AMD logischerweise auch an ihrem Erfolg oder Misserfolg beteiligt sein. Kritiker fragen daher, in wieweit AMD überhaupt von der Herstellungs-Auslagerung profitieren kann. AMD’s Schicksal scheint genauso an der Foundry Company zu hängen wie es zuvor vom Erfolg oder Misserfolg der eigenen Fertigung abhing. Die Frage ist also, hat AMD überhaupt in irgendeiner Weise profitiert?
Die klare Antwort ist Ja, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen muss AMD wegen eines Lizenzabkommens mit Intel den überwiegenden Teil seiner Prozessoren in eigenen Fabs produzieren. Dieses Lizenzabkommen macht es unmöglich, dass AMD eine komplett fabless-Hersteller wird wie z.B. Altera oder Xilinx.
Mit dem jetzt gefundenen Beteiligungsmodell macht sich AMD soweit es dieses Abkommen zulässt von der Fertigung unabhängig. Einige Kritiker haben schon spekuliert, dass der 56,4 Prozent-Anteil von ATIC dazu führen würde, dass Intel seine Anwälte auf den Plan rufen würde, zumal sich ATIC’s Anteil mit der Zeit durch die angesprochenen Inbvestitionen ja noch erhöhen wird.
Laut AMD besteht die Gefahr jedoch nicht, da die 50 prozentige Steuerung der Firma laut Lizenzabkommen mit Intel der Definition einer Niederlassung genüge. Bislang hat ja auch Intel nichts getan, um den Vertragsabschluss zu verhindern.
Der zweite und viel wichtigere Grund für AMD, die Fertigung auszulagern, ist die Verbesserung der desaströsen Firmenbilanz. Man erinnere sich nur daran, dass die Schulden zeitweise den Firmenwert überstiegen haben, nachdem man sich 2006 unter CEO Ruiz mit dem Kauf von ATI hoffnungslos übernommen hat und zudem mit dem Gerichtsverfahren gegen Intel 2007 wenig Erfolg hatte. Durch die Auslagerung hat sich AMDs Geldposition (inklusive der Foundry Company) um 150 Prozent verbessert, während die Schulden gleichzeitig nur um 38,2 Prozent steigen.
Auswirkungen auf andere Firmen
Natürlich gibt es auch Auswirkungen auf Firmen, die nicht direkt in den Vertragsabschluß involviert sind. Viele Halbleiter-Hersteller wie Freescale, IBM, Infineon, NXP, STMicroelectronics und Texas Instruments bewegen sich in Richtung fabless- oder fablight-Geschäftsmodellen. Die existierenden Fabs werden in vielen Fällen entweder an Foundries verkauft oder solange weiter genutzt, bis sie nicht mehr benötigt werden.