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Für 34 Milliarden Dollar

IBM will Red Hat übernehmen

29. Oktober 2018, 10:49 Uhr   |  dpa

IBM will Red Hat übernehmen
© Matthias Balk | dpa

IBM-Zentrale in München

IBM will den Open-Source-Spezialisten Red Hat schlucken, um gegen die Cloud-Konkurrenz von Google, Amazon und Microsoft bestehen zu können.

IBM hat die Übernahme des Softwareunternehmens Red Hat angekündigt. IBM bietet demnach 190 US-Dollar je Aktie in bar und bewertet Red Hat so mit 34 Milliarden US-Dollar. IBM will dafür neben seinen Geldreserven auch auf Kredite zurückgreifen. Mit dem Abschluss des Deals rechnen die Unternehmen im zweiten Halbjahr 2019. Red Hat hat sich als Open-Source-Spezialist einen Namen gemacht und bietet kommerzielle Dienstleistungen rund um das Betriebssystem Linux an.

»Die Übernahme von Red Hat ist ein Game-Changer«, sagte IBM-Chefin Ginni Rometty. »IBM wird die weltweite Nummer-Eins unter den Hybrid-Cloud-Anbietern.« Unter Hybrid-Cloud versteht man einen gemischten Betrieb von Cloud-Anwendungen und selbst betriebenen Servern.

IBM durch Umstrukturierungen unter Druck

IBM-Chefin Ginni Rometty will den IT-Dino zukunftssicher machen, indem sie wenig profitable alte Geschäftsbereiche schrumpft und dafür stärker auf Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste setzt. Der Umbau ließ den Umsatz sechs Jahre lang sinken. Romettys Sanierungskurs schien Früchte zu tragen, weil IBM drei Quartale in Folge mit Wachstum schaffte. Doch zuletzt gab es wieder ein Vierteljahr mit sinkenden Erlösen, das setzte auch die Aktie unter Druck.

Mit dem Kauf von Red Hat könnte IBM auf einen Schlag wichtiger im Cloud-Geschäft werden. Alle rund 12 600 Mitarbeiter von Red Hat sollen übernommen werden, sagte Rometty dem »Wall Stree Journal«. Im Cloud-Markt gehören unter anderem Microsoft, Google und Amazon zu den Konkurrenten. Microsoft kaufte jüngst die von vielen Linux-Programmierern genutzte Entwicklerplattform GitHub.

Drittgrößte Übernahme in der Geschichte der amerikanischen IT

In der Geschichte der US-amerikanischen IT-Industrie waren nur zwei Deals noch größer als die nun angekündigte Übernahme von Red Hat: 2016 fusionierten für 67 Milliarden Dollar der Computerhersteller Dell und der Speicherspezialist EMC. Im Jahr 2000, kurz vor dem Platzen der Dot-Com-Blase, schluckte das Netzwerkunternehmen JDS Uniphase für 41 Milliarden Dollar den Spezialisten für optische Bauteile SDL.

Red Hat startete vor 25 Jahren mit einer eigenen Variante des Open-Source-Betriebssystems Linux, die vor allem auf Servercomputern verwendet wird. Heute erzielt das Unternehmen seinen Umsatz vor allem mit seinem Softwarepaket und Serviceangebot Red Hat Enterprise Linux sowie anderen Technologien, die häufig in Rechenzentren eingesetzt werden. Mit dem Börsengang von Red Hat im Jahr 1999 wurde auch Linux-Erfinder Linus Torvalds zum Millionär, da ihm Red-Hat-Gründer Marc Ewing aus Dankbarkeit Aktienoptionen zugesprochen hatte.

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