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App soll Corona in Schach halten und Persönlichkeitsrechte wahren

02. April 2020, 06:53 Uhr   |  Gerhard Stelzer

App soll Corona in Schach halten und Persönlichkeitsrechte wahren
© PEPP-PT.org

Die »Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing«-Initiative (PEPP-PT) hat das Ziel vor Infektionen mit dem Corona-Virus zu warnen und Infektionsketten zu verfolgen.

Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut HHI ist als Mitglied der „Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing“ (PEPP-PT)-Initiative an der Entwicklung einer Smartphone-App beteiligt, die vor Corona schützen soll, ohne persönliche Daten preiszugeben.

Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin ist Teil der »Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracing«-Initiative (PEPP-PT) und hat im Rahmen dessen eine Smartphone-App mitentwickelt, die den Nutzer vor Infektionen mit dem Corona-Virus warnen und Infektionsketten verfolgen kann. Neben dem HHI sind auch die Fraunhofer-Institute AISEC in Garching bei München und IIS in Erlangen bei Nürnberg beteiligt.
Das PEPP-PT-System wird derzeit von einem multi-nationalen europäischen Team entwickelt. Es ist ein anonymer und die Privatsphäre schützender digitaler Ansatz zur Kontaktverfolgung, der mit der DSGVO übereinstimmt und auch bei Reisen zwischen Ländern über einen anonymen, länderübergreifenden Austauschmechanismus nutzen kann. Es werden keine persönlichen Daten, kein Standort, keine MAC-Adresse der Nutzerin oder des Nutzers gespeichert oder übertragen. PEPP-PT ist so konzipiert, dass es als Kontaktverfolgungsfunktion in nationale Corona-Handy-Apps eingebunden werden kann und die Integration in die Prozesse der nationalen Gesundheitsdienste ermöglicht. Es wird angeboten, die Lösung offen mit jedem Land zu teilen, da man sich verpflichtet hat, Interoperabilität zu erreichen, so dass der anonyme Mehrländer-Austauschmechanismus funktionsfähig bleibt. 
Das internationale Team von PEPP-PT besteht aus mehr als 130 Mitgliedern, die in mehr als sieben europäischen Ländern arbeiten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Technikerinnen und Techniker sowie Expertinnen und Experten aus bekannten Forschungseinrichtungen und Unternehmen umfassen. Das Arbeitsergebnis des Teams wird einer gemeinnützigen Organisation gehören, so dass die Technologie und die Standards für alle zugänglich sind. Die Prioritäten seien das Wohlergehen der Weltbürgerinnen und -bürger von heute und die Entwicklung von Instrumenten zur Begrenzung der Auswirkungen künftiger Pandemien – alles unter Einhaltung der europäischen Normen und Standards.

Verfahren gebrauchsfertig, getestet, interoperabel

PEPP-PT wurde entwickelt, um nationale Initiativen zu unterstützen, indem es gebrauchsfertige, gut getestete und ordnungsgemäß bewertete Mechanismen und Standards sowie Unterstützung für Interoperabilität, Reichweite und Betrieb bei Bedarf bereitstellt. Laut Angaben des Entwicklerkonsortiums sollen die PEPP-PT-Mechanismen folgende Eigenschaften aufweisen:

  • Gut getestete und etablierte Verfahren zur Abstandsmessung auf gängigen mobilen Betriebssystemen und Geräten.
  • Durchsetzung von Datenschutz, Anonymisierung, GDPR-Compliance und Sicherheit.
  • Internationale Interoperabilität zur Unterstützung der Rückverfolgung lokaler Infektionsketten, selbst wenn sich eine Kette über mehrere PEPP-PT-Teilnehmerländer erstreckt.
  • Skalierbare Backend-Architektur und -Technologie, die in lokale IT-Infrastrukturen integriert werden kann.
  • Zusätzlich soll ein Zertifizierungsdienst aufgesetzt werden, der sicherstellt, dass lokale Implementierungen die PEPP-PT-Mechanismen bestimmungsgemäß und interoperabel nutzen.
  • Eine Referenzimplementierung ist unter der Mozilla-Lizenzvereinbarung verfügbar.

Wie das System funktioniert erklärt ein Video der ARD.

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