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Elektronikmaschinenbau 2021/2022

Zwischen Umsatzwachstum und knappen Elektronikkomponenten

Die Elektronikfertiger erwarten wachsende Umsätze, sind aber auch von Lieferengpässen betroffen.
Die Elektronikfertiger erwarten wachsende Umsätze, werden dabei aber von deutlich spürbaren Lieferengpässen eingebremst.
© enciktepstudio | Shutterstock.com

Den Maschinenbauern fehlen zwar Elektronikkomponenten, trotzdem gehen die Elektronikfertiger mehrheitlich von einem Umsatzwachstum in diesem und dem nächsten Jahr aus. Das geht aus einer Mitgliederumfrage des VDMA EMINT hervor.

Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen aus der Elektronikfertigung gehen in diesem Jahr von einem Umsatzwachstum zwischen 10 und 30 Prozent aus. Für das nächste Jahr steigt dieser Anteil auf 90 Prozent, trotz der negativen Beeinträchtigungen des eigenen Angebots, die 98 Prozent der Elektronikfertiger zum Zeitpunkt der Umfrage im September 2021 als »merklich bis gravierend« bezeichnen.

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Nach Einschätzung der Unternehmen wird die Elektronikfertigung in diesem Jahr 21,1 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr erzielen.
Nach Einschätzung der Unternehmen wird die Elektronikfertigung in diesem Jahr 21,1 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr erzielen. Für das Folgejahr traut sich keine Firma Umsatzanstiege über 30 Prozent zu, sodass die Wachstumserwartung auf 15,9 Prozent abflacht.
© VDMA

Der Grund für den »leichten Optimismus«, wie der VDMA-Fachverband selbst die Stimmung der Branche bewertet, liegt auch am anziehenden Geschäft im eigenen Land. Wurde noch bis März 2021 der mit Abstand größte Umsatzanteil mit Exporten nach Asien (36,9 Prozent) erzielt bei vergleichsweise geringem Umsatzanteil in Deutschland (25,7 Prozent) und im übrigen Europa (24 Prozent), hat sich diese Verteilung bis September stark verschoben. Mit 44,1 Prozent liegt Deutschland in der Umsatzverteilung nun deutlich vor Asien (23,6 Prozent) und Europa (20,8 Prozent). Als Ursache für den Wandel vermutet der VDMA die verzögerte Erholung der deutschen Wirtschaft von der Corona-Pandemie.

Lieferengpässe bei Elektronikkomponenten

Aus den Blitzumfragen des VDMA zeigt sich die wachsende Beeinträchtigung der Lieferkette: Gingen im April 2021 nur 6 Prozent von gravierenden Einschnitten aus, sind es fünf Monate später schon 34 Prozent.
Aus den Blitzumfragen des VDMA zeigt sich die wachsende Beeinträchtigung der Lieferkette: Gingen im April 2021 nur 6 Prozent von gravierenden Einschnitten aus, sind es fünf Monate später schon 34 Prozent.
© VDMA

Beeinträchtigt wird das eigene Angebot der Elektronikfertiger durch fehlende Materialien ihrer Zulieferer. Am stärksten betroffen ist der Bereich Elektrotechnik/Elektronikkomponenten. Hier sehen 46 Prozent der befragten Unternehmen »gravierende Engpässe«, die sich nach Ansicht von 15 Prozent in den nächsten sechs Monaten noch weiter zuspitzen würden. Andere abgefragte Bereiche sind Metalle und Metallerzeugnisse (18 Prozent gravierende Engpässe), Kunststoffe und Gummi (11 Prozent), Chemie (2 Prozent) und Sonstige (6 Prozent). Seit April 2021 stieg die Zahl der Elektronikfertiger, die von gravierenden Beeinträchtigungen ihrer Lieferkette sprechen, um 28 Prozent. Die Nachfrage wird dadurch allerdings kaum beeinträchtigt: 73 Prozent sehen aktuell nur geringe Auswirkungen, und auch die meisten Befragten, die von spürbaren Rückgängen sprechen, sehen sie als vorübergehende Schwächephase an, die in drei Monaten behoben sein werde.

Investitionsbereitschaft steigt

Entsprechend hoch ist die Investitionsbereitschaft in Forschung und Entwicklung und in das eigene Personal. 61,5 Prozent der Unternehmen gaben an, in diesem Jahr mehr als 10 Prozent ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung zu reinvestieren. Im September 2020 war dieser Anteil noch deutlich geringer. Den 40 Prozent der Unternehmen, die ihr Personal aufstocken wollen, stehen etwas mehr als 20 Prozent gegenüber, die eine Reduzierung ihres Personals anstreben.


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