Ukraine-Krieg und Energiesouveränität

ZVEI unterstützt Beschlüsse des EU-Gipfels

11. März 2022, 11:25 Uhr | Ralf Higgelke
Für drei Jahre zum ZVEI-Präsidenten gewählt: Dr. Gunther Kegel
»Die Beschlüsse des EU-Gipfels sind ein starkes Zeichen für die Geschlossenheit Europas«, erklärte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel.
© ZVEI / Alexander Grüber

Neben den Bemühungen um Frieden und Freiheit habe der Krieg in der Ukraine gezeigt, dass die EU nochmals mehr ihre ökonomische Resilienz stärken und unabhängiger von Gas-, Öl- und Kohleimporten werden müsse, meinte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel.

»Die Beschlüsse des EU-Gipfels sind ein starkes Zeichen für die Geschlossenheit Europas«, erklärte ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel. Aus dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine seien die richtigen Schlüsse gezogen worden. »Die überragende Bedeutung der EU für die Sicherung von Frieden, Freiheit und Demokratie in Europa zeigt sich für die Mitgliedsstaaten gerade in dieser schweren Zeit«, so Dr. Kegel weiter. Allerdings müsse Europa auch der Ukraine entschlossen beistehen, aktuell mit finanzieller und humanitärer Hilfe sowie perspektivisch mit einer Wiederaufbauhilfe. 

Eine weitere Herausforderung für die EU: Europa muss Energie-souveräner handeln können. »Der Krieg führt uns drastisch vor Augen, dass wir nochmals mehr unsere ökonomische Resilienz stärken und unabhängiger werden müssen von Gas-, Öl- und Kohleimporten«, meinte Dr. Kegel. Hierzu müsse der Green Deal schneller umgesetzt und die Elektrifizierung des Energiesystems auf Basis erneuerbarer Energien und gleichzeitiger Digitalisierung noch konsequenter vorangetrieben werden.

Auf diese Weise könnten erhebliche Einsparmaßnahmen in allen Sektoren erzielt werden, besonders hohe im Gebäudesektor. »Im Gebäude lässt sich der Energieverbrauch nahezu halbieren«, so Dr. Kegel. »Die hierfür notwendigen Technologien sind längst vorhanden und müssen viel stärker zum Einsatz kommen.« Voraussetzung sei, dass tatsächlich die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen und die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, wie es der EU-Gipfel vorsieht. »Den Beschlüssen müssen Taten folgen. Dann ist Versorgungssicherheit auch jenseits von fossilen Energieträgern und die angestrebte Klimaneutralität machbar.«

Für den Augenblick sei jedoch am wichtigsten, sich mit der Ukraine und seinen Menschen solidarisch zu zeigen. Der ZVEI stimme sich nach eigener Aussage hierzu eng mit seinen zentral- und osteuropäischen Partnern ab und übernehme wichtige Koordinierungsaufgaben. »Die Hilfsbereitschaft, die wir dieser Tage auf vielfältige Weise erleben, ist überwältigend«, vermeldet Dr. Kegel. »Viele unserer Mitgliedsunternehmen engagieren sich mit Geldspenden und Sachleistungen und tragen so dazu bei, die Not zu lindern.«


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