Russland und Ukraine Spezial

So viel exportiert die deutsche Elektroindustrie

24. Februar 2022, 12:38 Uhr | Karin Zühlke
ZVEI
Deutsche Elektroexporte in die Ukraine nach Fachbereichen 2021 - 589 Millionen Euro. Quelle der Berechnungen sind Destatis und ZVEI-eigene Erhebungen.
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Aus aktuellem Anlass hat der ZVEI für Russland und die Ukraine je ein Außenhandel-Spezial veröffentlicht. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

Russland:

Russland gehört global zu den TOP-3-Produzenten sowohl beim Erdöl als auch beim Erdgas. Deutschland bezieht mehr als die Hälfte seiner Erdgasimporte aus Russland.
Der russische Markt für Güter der Elektro- und Digitalindustrie belief sich im Jahr 2020 – nach vorläufigen Berechnungen – auf ein Volumen von 62,7 Milliarden Euro, er liegt damit im weltweiten Vergleich auf Position zehn. Im Zeitraum von 2000 bis 2020 betrug das durchschnittliche jährliche Wachstum 8,6 Prozent. Die Entwicklung lässt sich dabei in verschiedene Phasen einteilen. So hat sich Russlands Elektromarkt von 2000 bis 2008 auf 72,5 Milliarden Euro versechsfacht. Nachdem das Marktvolumen im Zuge der Weltfinanzkrise 2009 um 35 Prozent eingebrochen war, folgte vor allem 2010 eine kräftige Erholung. In der letzten Dekadeschrumpfte der russische Markt dann aber jährlich im Schnitt um ein Prozent. Die Gründe für die rückläufige Marktentwicklung seit 2010 dürften einerseits in internationalen Wirtschaftssanktionen seit dem Ukraine-Konflikt, aber vor allem auch in einer schwächeren Ölpreisentwicklung liegen.

Ähnlich wie die Marktentwicklung in den letzten zwei Jahrzehnten einen volatilen Verlauf genommen hat, haben sich auch die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie nach Russland verhalten. Unterm Strich aber haben sie sich seit der Jahrtausendwende bis 2021 auf ein Ausfuhrvolumen im Wert von 3,8 Milliarden Euro verdreifacht. Damit sind sie stärker gewachsen als die deutschen Elektroexporte insgesamt, die sich seit 2000 verdoppelt haben.

Für 2021 steht bei den Branchenausfuhren nach Russland allerdings ein Minus von 4,1 Prozent zum Vorjahr zu Buche, während sich die deutschen Elektroexporte insgesamt mit einem Zuwachs von 10,2 Prozent kräftig vom Corona-Rückgang erholen konnten. Im Ranking der größten Abnehmerländer deutscher Elektroexporte rangierte Russland 2021 auf Platz 16 hinter Rumänien (4,4 Mrd. €) und vor der Türkei (3,1 Mrd. €). 2021 trugen insbesondere die Ausfuhren der Fachbereiche Automation (838 Mio. €), Elektromedizin (513 Mio. €), IKT (353 Mio. €) und Elektro-Hausgeräte (328 Mio. €) und Energietechnik (316 Mio. €) zu den deutschen Elektroexporten nach Russland bei. Auf der Importseite spielt Russland bei elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen für die deutsche Volkswirtschaft nur eine geringe Rolle. So betrug das entsprechende Importvolumen 2021 nur 264 Millionen Euro (Platz 44 direkt hinter Marokko).

Der Bestand an Direktinvestitionen der deutschen Elektroindustrie in Russland belief sich zuletzt auf 1,6 Milliarden Euro. Damit ist das Land der sechstgrößte ausländische Investitionsstandort der Branche – sein Anteil an den gesamten Direktinvestitionen (50,7 Mrd. €) beläuft sich auf 3,2 Prozent. 


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