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Automatische Preisanalyse für Einkäufer

Was dürfen EMS-Leistungen kosten?

17. Oktober 2018, 13:56 Uhr   |  Karin Zühlke

Was dürfen EMS-Leistungen kosten?
© alle Bilder: Saphirion

Basierend auf den in die Betrachtung einbezogenen Daten (Parameter mit ihren jeweiligen Ausprägungen) wird mithilfe von NLPP eine Zielpreisformel berechnet. Beim Einsatz der Software NLPP geschieht dies auf Knopfdruck mit Hilfe komplexer Algorithmen.

Wie lässt sich ein komplexer Beschaffungsauftrag vereinfachen? Die Methodik des Non-linear Performance Pricing (NLPP), entwickelt von Saphirion, hilft dem Einkauf , das Preis-Leistungs-Verhältnis von Bauteilen oder Lieferanten zu bewerten und valide Preisbenchmarks zu erstellen.

NLPP verdichtet die Informationen aus einem Datenbestand zu einer präzisen Zielpreisformel, die den Zusammenhang zwischen Preis und Leistung exakt beschreibt. Und mithilfe des NLPP-Software-Tools lässt sich die Methodik schnell in den Arbeitsalltag integrieren. Unübersichtliche Warengruppen mit hoher Variantenvielfalt, komplexe EMS-Dienstleistungsaufträge mit oder ohne Materialbeistellung, kurze Produktlebenszyklen, häufige Lieferengpässe: die Herausforderungen, mit denen der Einkäufer im Elektronikbereich jonglieren muss, sind groß. Trotzdem wird vom Procurement-Profi erwartet, dass er seine Einkaufsentscheidungen strategisch trifft und selbst im schwierigen Marktumfeld Einsparungen realisiert. An dieser Stelle ist ein methodisches Vorgehen gefragt, das Transparenz in den Datendschungel bringt.

Der große Vorteil der NLPP-Methode im Elektronikbereich ist, dass sich die Methode sehr schnell auf mehrere tausend Sachnummern anwenden lässt und dabei die vielen verschiedenen Einflussparameter von EMS-Teilefamilien berücksichtigt. Die Erkenntnisse können die Basis sein für schnellere und nachvollziehbare Entscheidungen sowie bessere Verhandlungsergebnisse.

Saphirion
© Saphirion

Darstellung Ist-Preis (senkrechte Achse) gegen berechneten Zielpreis (horizontale Achse). Jede Sachnummer wird durch einen Punkt symbolisiert. Grün steht für Leiterplatten mit dem Charakteristikum „Microvia nein”, rot für „Microvia ja”. Durch die berechneten Benchmarklinien rot (Worst Practice), blau (Markt-Benchmark) und grün (Best Practice) kann der Einkäufer sofort einschätzen, wie gut ein Preis im Verhältnis zur Leistung ist. Liegt ein Punkt über dem Benchmark, ist dieser zu teuer.

NLPP macht Komplexität beherrschbar

Als probates Mittel erweist sich die Auswertung nach der Non-linear-Performance-Pricing-Methode. Im Gegensatz zur herkömmlichen Kostenanalyse betrachtet sie die Angemessenheit von Preisen und Kosten eines Beschaffungsobjekts in Relation zu dessen Wert und Nutzen. Denn schließlich ist nicht der billigste Lieferant unbedingt der beste, sondern derjenige mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. NLPP verdichtet Charakteristika der Bauteile und Produkte sowie deren Beschaffungsmengen und Preise zu einer Zielpreisformel, die den Zusammenhang zwischen Preis- und Leistungs-/Spezifikationsparametern exakt beschreibt. Aus dieser Zielpreisformel ergeben sich dann die jeweiligen Ziel­preise, welche dem Wert des Produktes entsprechen.

Eingebettet in eine Softwareanwendung, können nicht nur schnell und einfach viele tausend Einzelteile miteinander verglichen werden, sondern auch Preisanalysen von komplexen Baugruppen wie bestückten Leiterplatten durchgeführt werden. Die Software NLPP nutzt sechs mehrdimensionale lineare und nichtlineare Regressionsverfahren, um Beschaffungsobjekte anhand ihrer Spezifikationen und Ist-Preise miteinander zu vergleichen, und berechnet automatisch diejenige Zielpreisformel, welche die realistischsten, d.h. am Markt tatsächlich realisierbaren Zielpreise ausgibt. Neben dem marktüblichen Zielpreis ermittelt die Software zudem den Worst-Practice-Zielpreis als preisliche Obergrenze sowie den Best-Practice-Zielpreis als „idealen Wunschpreis”. Anhand dieser aussagekräftigen Benchmarks entsteht ein Zielpreiskorridor für Einkaufsverhandlungen, der Einsparpotenziale für einzelne Artikel, Warengruppen oder größere EMS-Projekte aufzeigt.

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2. Praxisbeispiel: Was dürfen bestückte Leiterplatten kosten?

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