Der Rohstoffpreisindex der vbw stieg im Januar gegenüber dem Vormonat um 8,9 Prozent auf 186,1 Punkte. Samarium schoss sogar um 81 Prozent in die Höhe, Lithium um 58 Prozent und Indium um 43 Prozent.
»Damit erreicht der Rohstoffpreisindex fast wieder das Rekordniveau von 2022. Die geopolitischen Risiken sind massiv und die globalen Lieferketten geschwächt. Besonders durch den seit über einem Monat andauernden Iran-Krieg ist ein Ende der Preisanstiege nicht in Sicht. Vielmehr ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Das ist eine extreme Belastung für unsere Unternehmen, die ohnehin schon unter der aktuellen Wirtschaftslage leiden«, sagt Bertram Brossardt Hauptgeschäftsführer des vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Die Preise für Industriemetalle stiegen im Januar um 8,8 Prozent. Massiv verteuert hat sich Lithium mit +58,0 Prozent gegenüber Dezember, Indium wurde um 43,8 Prozent teurer. Aluminium und Kupfer stiegen im Vergleich zum Vormonat um 9,4 beziehungsweise um 10,8 Prozent. Die Preise für Edelmetalle kletterten um 28,7 Prozent. Am stärksten stieg der Silberpreis mit +47,7 Prozent, Platin verteuerte sich um 30,4 Prozent. Der Goldpreis legte um 10,3 Prozent zu. »Alle diese Rohstoffe sind von großer Bedeutung für die bayerische Wirtschaft. Sie werden unter anderem in der Elektrotechnik und im Maschinenbau benötigt. Ein verlässlicher Bezug von Rohstoffen, um die Produktion aufrechtzuerhalten, ist eine ständige Herausforderung für die bayerischen Unternehmen«, erläutert Brossardt.
Der Preisindex für Seltene Erden stieg von Dezember auf Januar überdurchschnittlich um 16,5 Prozent. Yttrium verteuerte sich um 23,3 Prozent, Dysprosium um 17,2 Prozent. »Einen außergewöhnlichen Preissprung sehen wir mit einem Plus von 81,3 Prozent bei Samarium. Der Rohstoff ist für Magnete wichtig, die unter anderem in der Luft- und Raumfahrt, der Verteidigungsindustrie und für Elektromotoren eingesetzt werden«, kommentiert Brossardt.
Angesichts dieser Preisentwicklungen fordert die vbw, den Bezug von Rohstoffen politisch zu priorisieren. »Wir müssen die Abhängigkeit von einzelnen Rohstofflieferanten und -ländern verringern. Daneben gilt es, die Rohstoffeffizienz durch gezielte Forschung voranzutreiben und die Gewinnung von Sekundärrohstoffen durch eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft zu stärken«, so Brossardt.