Mikroplastikbelastung in Gewässern Einheitliches Messverfahren soll 2021 verfügbar sein

Im RUSEKU-Projekt wird die Eignung verschiedener Nachweismethoden für Mikroplastik in Gewässern u.a. mit Hilfe von Fliessgewässer-Simulationsanlagen evaluiert.
Im RUSEKU-Projekt wird die Eignung verschiedener Nachweismethoden für Mikroplastik in Gewässern u.a. mit Hilfe von Fliessgewässer-Simulationsanlagen evaluiert.

Die Meldungen über Gewässerbelastung durch Mikroplastiken häufen sich. Solide Untersuchungsmethoden zur Ursachenforschung gibt es bisher allerdings nicht. Das soll durch das Verbundprojekt RUSEKU nachgeholt werden.

Das Akronym steht für »Repräsentative Untersuchungsstrategien für ein integratives Systemverständnis von spezifischen Einträgen von Kunststoffen in die Umwelt«. Man möchte also wissen, woher der winzige Plastikmüll kommt und welche Regionen besonders belastet sind. Eine reproduzierbare und einheitliche Untersuchungsmethode soll bis zum 21. März 2021 entwickelt werden, wenn das Projekt und damit auch die Förderung des BMBF ausläuft.

Im Anschluss soll eine Datenbasis entstehen, mit der sich die Belastung in Grund-, Trink- und Schmutzwasser beurteilen lässt und Hot-Spots mit besonders hoher Belastung identifiziert werden können. Notwendig dafür ist ein solides Konzept für die Probenentnahme. In diesem Bereich ist das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik (CSP) im Projekt involviert.

Makroporöse Silizium-Wasserfilter

Die Fraunhofer-Forscher entwickeln zusammen mit der Firma SmartMembranes Wasserfilter auf Siliziumbasis. In den Wafer werden mit Laser- und chemischen Ätzprozessen makroskopische Löcher eingearbeitet. So entsteht ein sehr feiner und mechanisch stabiler Filter, der die Krafteinwirkung durch Wasserströmungen schadlos übersteht.

Der Siliziumfilter vereinfacht auch die spätere Laboruntersuchung. Hier €»machen wir uns die chemische Zusammensetzung von Silizium zunutze, das in einem breiten Wellenlängenbereich des Infrarotlichtes im Transmissionsverfahren durchsichtig ist und darauf liegende Mikroplastikteilchen für die spektroskopische Messtechnik sichtbar macht«, zeigt der CSP-Projektleiter Dr. Christian Hagendorf den Vorteil auf.

Im weiteren Verlauf wird mit den Projektpartnern ein fester Arbeitsablauf von der Probenahme über die Aufreinigung bis zur Analyse der Mikroplastikpartikel definiert. Dafür soll das Konzept des »Smart Sampling« eingesetzt werden.

Projektpartner

Koordiniert wird das RUSEKU-Projekt von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Beteiligt sind aus der Forschung die technischen Universitäten aus Berlin, Chemnitz, Kaiserslautern und München, das Fritz-Haber-Institut der Max-Planch-Gesellschaft (FHI) und das Fraunhofer CSP.

Als Industriepartner ist der Filtertechnik-Hersteller SmartMembranes aus Halle beteiligt, zusammen mit dem Ingenieurbüro Kreuzinger + Manhart Turbulenz, eine auf Strömungstechnik spezialisierte Ausgründung der TU München und dem Umweltmesstechnik-Hersteller UGT aus Münchenberg.