Verstörendes Video aus Taiwan LKW-Crash: Tesla-Autopilot versagt erneut

Tesla ist der absatzstärkste Elektroautobauer 2019. Das ergab der Electromobility Report 2020 des Center of Automotive Management.
Ein Tesla Model 3 ist in Taiwan in einen querliegenden LKW gefahren.

Einmal mehr gab es einen Tesla-Unfall mit vermutlich aktiviertem Autopiloten. Zum Glück ging der Unfall ohne Personenschaden glimpflich aus, dennoch gibt es natürlich Fragen wie z.B. nach fehlendem Lidar.

Ein Tesla Model 3 ist in der taiwanischen Provinz Chiayi auf einen umgekippten Lkw aufgefahren. Zum Glück gab es diesmal keinen Personenschaden, anders als z.B. im Jahr 2016, als  ein Tesla ungebremst auf einen LKW auffuhr, den der Autopilot als vermeintlich hochhängendes Schild erkannte. Vor einiger Zeit nahm ein Lkw einem Tesla die Vorfahrt, dessen aktivierter Autopilot den Laster übersah und auffuhr.

Auch in Taiwan wurde der Lkw, der seitlich auf der Fahrbahn lag und – wie auf dem Video zu sehen ist - unübersehbar war, nicht erkannt. Es war auf einer mehrspurigen Autobahn und der Tesla fuhr fast ungebremst auf das Hindernis auf.

Rein juristisch bleibt die Schuld beim Fahrer des Tesla, der trotz aktiviertem sogenannten Autopiloten auf die Straße achten und die Hände am Lenkrad haben muss.

Warum das System immer mal wieder Probleme hat, dürfte zwei Gründe haben:

Erstens ist auffällig, dass einmal mehr ein Hindernis in der Farbe Weiß nicht erkannt wurde. Wenn die rein kamerabasierte Umgebungswahrnehmung hier Probleme hat, würde vermutlich ein Lidar-System Abhilfe verschaffen. Doch auf dieses verzichtet Tesla im Gegensatz zu deutschen OEMs aus Kostengründen.

Zweitens haben wir auf Basis eines Vertrags von Tesla selbst auf der letztjährigen Hotchips-Konferenz über das “Herzstück-SoC” des Autopiloten schon seinerzeit Zweifel angemeldet, dass dies rein hardwaremäßig von der Rechenleistung in der Lage sein würde, eine echte Autopilot-Funktion auszuführen. Tesla selbst verspricht seinen Kunden zwar fortlaufende Software-Updates, diese können jedoch natürlich nur die vorhandene Hardware nutzen, die u.E. zu schwach für Level-4/Level-5-Anwendungen ist.

Intels israelische Tochter MobilEye hatte ja bereits 2016 die Reißleine gezogen – Teslas Marketing-Aussagen zum Autopiloten passten nicht zu der realen Leistung der Kamera-Plattform: “Der US-Elektroautobauer sei zu risikofreudig”, so Mobileye in seinem damaligen Statement.