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Automobilzulieferer unter Druck

Leoni ergreift drastische Maßnahmen

23. März 2020, 10:12 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

Leoni ergreift drastische Maßnahmen
© Leoni

Der Vorstand von Leoni hat zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um den Fortbestand des Geschäfts zu sichern.

Leoni erwartet erhebliche Belastungen durch die Coronavirus-Pandemie und beschließt zahlreiche Maßnahmen zur Sicherung des Fortbestands des Geschäftsbetriebs. Dazu zählen vorübergehende Werksschließungen in Europa, Nordafrika und Amerika sowie die Einführung von Kurzarbeit in Deutschland.

Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus erwartet der Kabelhersteller und Automobilzulieferer Leoni erhebliche Belastungen für Umsatz, Ergebnis und Liquidität. Der Vorstand hat daher eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um den Fortbestand des Geschäftsbetriebs zu sichern:

Die Maßnahmen sind Werkschließungen in Europa, Nordafrika und Amerika und die Einführung von Kurzarbeit in Deutschland, sowie vergleichbare Maßnahmen an weiteren europäischen Standorten. Durch die Umsetzung dieser Schritte werden die Sach- und Personalkosten erheblich sinken. Zusätzlich plant Leoni, Finanzhilfen zu beantragen, um den finanziellen Spielraum zu erhöhen.

Die Ausbreitung des Coronavirus hat in den vergangenen Tagen zunehmend zur Einstellung der Produktion großer Automobilhersteller geführt. Vor dem Hintergrund der damit zusammenhängenden Absatzrückgänge bei vielen Kunden und Produkten hat Leoni beschlossen, die Produktion an europäischen, nordafrikanischen und amerikanischen Bordnetz-Standorten vorübergehend stark einzuschränken. Die Maßnahmen sollen für die Dauer der Produktionseinschränkungen der Automobilhersteller aufrechterhalten werden, die stand heute mit bis zu vier Wochen und möglicherweise länger angegeben werden.

Situation in China normalisiert sich

Die Situation an den chinesischen Bordnetz-Standorten hat sich hingegen weitgehend normalisiert. Alle Werke konnten die Produktion nahezu auf vorherigem Niveau stabilisieren.

Wire & Cable Solutions

Auch für das Automobilgeschäft der Wire & Cable Solutions Division rechnet Leoni in der Folge mit Einbußen und Produktionseinschränkungen. Dennoch wird die Produktion im Industriegeschäft des Unternehmensbereichs Wire & Cable Solutions bis auf Weiteres aufrechterhalten, wenngleich auch hier mit Einbußen zu rechnen ist.
Auf die Produktionsunterbrechungen seiner Kunden reagiert Leoni mit Kurzarbeit in den Werken und Verwaltungsstandorten in Deutschland, sowie vergleichbaren Maßnahmen an weiteren europäischen Standorten. Der Vorstand und die Arbeitnehmervertretung haben dazu eine Vereinbarung getroffen, die es erlaubt, die Produktion in Deutschland kontrolliert herunterzufahren und dabei das Einkommen der Mitarbeiter teilweise abzusichern. Die Kurzarbeit wird die finanzielle Flexibilität des Unternehmens erhöhen. Einzelheiten zur Ausgestaltung der Regelung, wie Zeitpunkt und Dauer der Betriebseinschränkung, werden aufgrund standortspezifischer Unterschiede lokal vereinbart. An Produktionsstandorten außerhalb von Deutschland werden weitere vergleichbare Maßnahmen geprüft und kurzfristig umgesetzt. Notwendige, geschäftskritische Tätigkeiten sollen beibehalten werden.

Leoni verfolgt die Entwicklungen in dieser schwierigen Situation sehr genau. Der Vorstand werde bei Bedarf weitere Maßnahmen ergreifen. Das Unternehmen steht mit seinen Kunden und Lieferanten im engen Kontakt, um diese außergewöhnliche Situation zu bewältigen.

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