Weidmüller Jahresbilanz 2019

Gegen den Trend – Kleines Umsatzplus auf 830 Mio. Euro

21. April 2020, 9:37 Uhr | Gerhard Stelzer

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Ausbau des IIoT-Sortiments, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und Ausblick 2020

Gleichzeitig baut Weidmüller sein Portfolio im Bereich Industrial Internet of Things weiter aus – mit Lösungen zur Erfassung, Weiterleitung, Verarbeitung und Visualisierung von Daten. Bereits letztes Jahr hatte das Unternehmen angekündigt, dass es stärker in den Bereich IIoT investieren möchte. »Auf der größten Automatisierungsmesse in Nürnberg haben wir im November schon erste Produkte wie das IoT-Terminal vorgestellt, welches eine effiziente und kostengünstige Statusüberwachung von dezentralen Maschinen und Anlagen sowie einfachen Automatisierungssteuerungen ermöglicht«, erklärte Bibelhausen. »Mit Sensoren zur Erfassung von Daten komplettieren wir unser Angebot und bauen dieses kontinuierlich aus. Abgerundet wird das Portfolio durch das Industrial Analytics Angebot und das Automated Machine Learning Tool zur Datenauswertung.« Auf Basis lückenloser Aufzeichnungen von Sensor-, Zustands- und Prozessdaten können Kunden verlässliche Vorhersagen über die Qualität ihrer Erzeugnisse treffen.

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Weidmüller investiert nachhaltig in die Ausbildung junger Menschen. Mehr als 100 Auszubildende beschäftigt das Unternehmen.
Weidmüller investiert nachhaltig in die Ausbildung junger Menschen. Mehr als 100 Auszubildende beschäftigt das Unternehmen.
© Weidmüller

Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität

Auch das Thema Elektromobilität wird in den nächsten Jahren weiter an Fahrt aufnehmen. »Auf der eMove360 im Oktober haben wir erstmalig unsere AC-Ladesäule vorgestellt und viel positives Feedback erhalten. Bei der Entwicklung unserer Ladeinfrastrukturlösungen berücksichtigen die Experten auch intensiv Faktoren, die bei der täglichen Nutzung eine Rolle spielen: Montage, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Akzeptanz von Ladestationen – und natürlich deren Wirtschaftlichkeit«, führte Bibelhausen aus. Besonderen Wert legt der Elektronikspezialist auf die einfache Installation und hohe Nutzerfreundlichkeit – zum Beispiel wie der Stecker an der Ladesäule angebracht ist und wie das Kabel aufgewickelt wird. Dafür beteiligte sich Weidmüller 2019 mit 25,1 Prozent an der Paderborner wallbe GmbH, um gemeinsam innovative Lösungsangebote rund um die Ladeinfrastruktur in Europa zu entwickeln.

Vorsichtig positiver Ausblick für 2020

Der Ausblick für das Jahr 2020 gestaltet sich aufgrund der aktuellen Lage schwierig. »Bereits zu Beginn des Jahres gab es viele Unsicherheitsfaktoren, die uns verhalten in die Zukunft haben schauen lassen«, stellte Sombecki fest. Im ersten Quartal verzeichnete Weidmüller eine Auftragslage auf Vorjahresniveau. Im April hat sich diese allerdings deutlich abgeschwächt. »Von daher sind wir zufrieden, dass wir trotz aller Unwägbarkeiten, bisher passabel durch diese Krise gehen konnten. Wir sehen die Abschwächung und müssen weiterhin als vorsichtige Kaufleute agieren. Daher ziehen wir weiterhin alle Optionen in Betracht, um auf eine geänderte Situation kurzfristig reagieren zu können. Hierzu wird es auch im administrativen Bereich Kurzarbeit für den Monat Mai geben. Hier fahren wir ‚auf Sicht‘ und wägen alle weiteren Schritte sorgfältig ab«, führte Sombecki weiter aus. »In China waren wir schon Anfang des Jahres mit den Auswirkungen der Corona-Krise konfrontiert. Hier hatte sich die Lage im März allerdings relativ schnell wieder erholt. Hier sehen wir, dass sich nach einer Krisensituation, die Wirtschaft schnell erholen und wieder Fahrt aufnehmen kann. Etwas, wovon auch wir derzeit für das zweite Halbjahr 2020 ausgehen«, ergänzte Berger. »Wir stellen daher die Weichen, um in 2021 wieder richtig durchstarten zu können. Ohnehin sind unsere Planungen und Investitionen in Standorte und Technologien langfristig angelegt. Diesen Weg gehen wir gemeinsam mit unseren Gesellschaftern sowie den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, auf die wir uns auch in dieser Zeit verlassen können. Diese Bedingungen stimmen uns zuversichtlich, dass wir als Unternehmen und Gesellschaft gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werden«, ist sich Bibelhausen sicher. »Die entsprechenden Produkte und Lösungen sowie die richtige Mannschaft haben wir dazu.«


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