Jahresabschluss der Schurter-Gruppe 2021

Umsatz wächst auf Rekordniveau

19. April 2022, 21:18 Uhr | Andreas Knoll
Der Stammsitz der Schurter-Gruppe in Luzern
Der Stammsitz der Schurter-Gruppe in Luzern
© Schurter AG

Die Schurter-Gruppe mit Stammsitz im zentralschweizerischen Luzern hat im Geschäftsjahr 2021 einen Rekordumsatz erzielt: Er stieg um 14,2 Prozent von 259,3 Mio. auf 296,1 Mio. Schweizer Franken.

Die Marktregion »Schweiz/Südeuropa« verzeichnete gegenüber 2020 ein Plus von 13,6 Prozent. Osteuropa mit +24,6 Prozent, Nordeuropa mit +9,7 Prozent sowie India / West Asia mit +48,5 Prozent verbuchten teilweise einen massiven Anstieg gegenüber 2020. Deutschland mit +4,1 Prozent konnte besonders bei den Eingabesystemen wenig Nutzen vom generellen Aufschwung erzielen, kompensierte dies jedoch durch das starke Vorjahresgeschäft der Medizintechnik. Die Märkte in Asien und den USA verzeichneten mit Asia-Pacific +19,0 Prozent und Amerika mit +36,8 Prozent wiederum große Zuwächse, die laut Schurter auf die enorm hohe Nachfrage bei den globalen Distributoren und deren vorausschauende Lagerbewirtschaftung bzw. -verfügbarkeit zurückzuführen sind.

Die strategische Geschäftseinheit »Solutions« litt im Berichtsjahr vermehrt unter fehlendem Material. Dennoch realisierte sie wichtige Projekte und legte nach einem schwachen Jahr 2020 im Berichtsjahr wieder zu. Bei den Eingabesystemen sind die pandemiebedingten Zusatzbestellungen der Medizintechnik ausgeblieben, was zu einem marginalen Rückgang gegenüber dem Vorjahr führte. Aufgeschlüsselt nach den strategischen Geschäftsbereichen ergibt sich für Komponenten somit ein Plus von 21,8 Prozent auf 207,2 Mio. Schweizer Franken, für Eingabesysteme ein Minus von 0,3 Prozent auf 89.0 Mio. sowie +7,63 Prozent auf 29,4 Mio. für Solutions.

Die Marktregionen berichteten im Geschäftsjahr erstmals entsprechend der Strategy23 bereinigt. Investitionen in Sachanlagen und Einrichtungen wurden dezidiert umgesetzt. Trotzdem wurden die langfristigen Zielsetzungen nicht vernachlässigt, und der Ausbau der Standorte Luzern, Ungarn und Indien sowie die Umsiedelung von Schurter in China (Shenzhen) in ein um ein Vielfaches größeres Gebäude wurden erfolgreich abgeschlossen.

Außer dem erwähnten Rekordumsatz weist die Schurter-Gruppe in ihrer Jahresbilanz für 2021 weitere Rekordwerte aus. Der Gewinn nach Steuern lag mit 22,3 Mio. Schweizer Franken deutlich über dem Vorjahreswert (9,4 Mio.). Bezogen auf den Umsatz lagen sowohl Profit +7,5 % (+3,6 %) als auch Cashflow +11,3 Prozent (+8,1 Prozent) mit 33,5 Mio. (20,9 Mio.) klar über den Zielsetzungen der Aktionäre. Der EBIT lag mit +9,7 Prozent (+5,4 Prozent) im oberen Bereich der von der MEM-Industrie als branchenüblich bezeichneten Kenngröße.

Der Personalbestand in der Schurter-Gruppe erhöhte sich trotz des schwierigen Umfelds um 9,4 Prozent und betrug am 31. Dezember 2021 insgesamt 2237 Mitarbeiter. So ist es kaum verwunderlich, dass die Fertigungsstandorte Tschechien (Železný Brod) um 10,0 Prozent, Tschechien (Jihlava) um 18,4 Prozent, China (Shenzhen) 22,6 um Prozent, Ungarn um 18,2 Prozent und Indien um 42,0 Prozent zulegten. Die Rekrutierung zusätzlicher Fachpersonen in Osteuropa gestaltet sich Schurter zufolge jedoch schwierig, weil der Arbeitsmarkt komplett ausgetrocknet ist.

Der Auftragsbestand zeigte deutlich nach oben. So lag er zum Jahresanfang bei 23,7 Mio. Schweizer Franken, stieg dann konstant an und lag Ende des Jahres bei 58,9 Mio., was einem Plus von 148,8 Prozent entspricht. Der enorme Auftragsbestand führte zu einer massiven Überauslastung in allen Produktionswerken. Diese konnte durch den Einsatz zusätzlicher Mitarbeiter und sehr viele Überstunden nur teilweise kompensiert werden.

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Ausblick

Mit vollen Auftragsbüchern ist die Schurter-Gruppe ins Jahr 2022 gestartet. Die Hauptherausforderungen für die Gruppe sind jedoch geblieben. Bei den Komponenten beschäftigt sie sich noch immer mit der Rekrutierung fehlender Fachspezialisten, gepaart mit fehlenden Vormaterialien und unzureichenden Maschinenkapazitäten. Eingabesysteme und Solutions kämpfen hauptsächlich mit der schlechten Verfügbarkeit entsprechender Vormaterialien. Die Bestelleingänge verharren auf hohem Niveau, dürften jedoch im Verlaufe des Jahres etwas nachlassen. Die Schurter-Gruppe könne dennoch sehr zuversichtlich ins Jahr 2022 blicken, hieß es.


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