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Relais aus Asien

Hongfa will für Markt-Entspannung sorgen

26. Mai 2021, 08:30 Uhr   |  Corinna Puhlmann-Hespen

Hongfa will für Markt-Entspannung sorgen
© Hongfa

Hongfa fertigt in China hochautomatisiert Relais.

Blick nach China zum größten Lieferanten von Relais weltweit: Zwölf neue Produktionslinien bestehender Produkte will Hongfa bis Mitte 2022 in Betrieb nehmen, um steigenden Lieferzeiten bei Relais entgegenzuwirken.

»Die Umsatzerwartung bei Hongfa für das Jahr 2021 liegt bei einem Wachstum im deutlich zweistelligen Prozentbereich – sowohl global als auch in Europa«, sagt Dr. Christian Veit, Director Strategic Business Development von Hongfa Europe, auf Markt&Technik-Nachfrage.

Selbst im schwierigen Jahr 2020 konnte Hongfa seinen Umsatz weiter steigern – und damit den Wachstumskurs trotz aller Widrigkeiten fortsetzen. »Ein wesentlicher Grund dafür ist die Diversität unseres Geschäfts«, erklärt Dr. Veit. Im Fokus von Hongfa stehen vier große Absatzmärkte, genauer Transportation, Industrie, Consumer Electronics und Energie. Die geringere Nachfrage aus dem Automobilbereich konnte der Relais-Lieferant aus China im Gesamtjahr 2020 mehr als kompensieren.

Bereits seit dem vierten Quartal 2020 sei die Nachfrage nach Automobil-Relais und etwas später auch nach Consumer-Relais stetig gestiegen. Der Aufschwung habe zuerst in Asien und ab Beginn 2021 auch in Europa eingesetzt. »Seit nunmehr zwei Quartalen ist ein ungebrochen starker Anstieg bei den Auftragseingängen zu sehen«, berichtet Dr. Veit.

Seine Einschätzung ist, dass der »überhitzt starke Auftragseingang« im zweiten Halbjahr 2021 abflachen werde. 

Die Ursache für den kurzfristig so nicht zu erwarteten starken Auftragseingang sieht er in mehreren Entwicklungen:

 »Einerseits ist nach der ersten Zeit der Verunsicherung aufgrund von Covid19 – von Beginn 2020 bis zum dritten Quartal 2020 – der Konsum wieder stärker gestiegen. Die Menschen sind mit der Aussicht auf Normalität wieder bereit dazu, in ein neues Fahrzeug zu investieren, die in die Jahre gekommenen Haushaltsgeräte zu erneuern sowie Geräte für Kommunikation und Information und deren Zubehör zu kaufen. 

Auch im Bereich Wohnen – insbesondere Heizen – wird verstärkt in umwelteffiziente Technologien investiert. Die Menschen möchten sich jetzt ihr unmittelbares Umfeld so angenehm wie möglich gestalten.

Andererseits ist die gesamte Lieferkette stark ausgedünnt worden, um in Zeiten des Umsatzrückganges das gebundene Kapital so weit wie möglich zu reduzieren. Hinzu kommt, dass unter den Relais-Herstellen etablierte Marktbegleiter einige nicht rentable Produkte eingestellt haben«, fasst Dr. Christian Veit die Faktoren zusammen, die zu der derzeitigen Situation am Relais-Markt mit hoher Nachfrage und steigenden Lieferzeiten geführt haben.

Hongfas Plan für den Kapazitätsausbau

Das Management von Hongfa habe früh erkannt, dass man neben Investitionen in effizienzsteigernde Maßnahmen bei bestehenden Produktionslinien auch gezielt in zusätzliche Produktionslinien investieren müsse – und das über alle Industrien hinweg.

Dr. Christian Veit
© Hongfa

Dr. Christian Veit, Hongfa Europe: »Mit der kräftigen Investition in unser Kerngeschäft leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, die Lieferzeiten von Relais mittelfristig wieder in den üblichen Bereich von acht bis zwölf Wochen zu drücken.«

»Um eine vollautomatische Relais-Produktionslinie zu duplizieren, benötigt man zwischen sechs und zwölf Monate – je nach Komplexität des Produktes«, erläutert Dr. Veit. »Die ersten Kapazitätserhöhungen greifen seit April 2021, was zeigt, dass Hongfa frühzeitig reagiert hat. Die Kapazität wird laufend weiter erhöht – in Summe kommen zwölf neue Produktionslinien bestehender Produkte bis Juni 2022 hinzu!«

Bei Großkunden arbeitet man bei Hongfa mit dem Tool „Rolling Forecast“ für die nächsten 12 bis18 Monate, um sich noch enger mit den Kunden abzustimmen und Produktionsausfälle zu vermeiden. Das Tool wird auch vermehrt von mittelgroßen Kunden genutzt. »Kunden, die längerfristig planen und Aufträge platzieren, werden bevorzugt behandelt«, sagt Dr. Veit.

Steigende Preise bei Vormaterialien

Ein wichtiges Augenmerk gilt es, bei Kapazitätserhöhung auch auf die Versorgungssicherheit von Vormaterialien zu legen, wie Kupferbänder, Kontaktmaterialien und Kunststoffgranulat. »Bisher kam es aufgrund von entsprechenden Lieferverträgen und der Bedeutung von Hongfa bei den Lieferanten zu keiner Lieferunterbrechung.«

In diesem Zusammenhang verweist Dr. Veit auf die seit einem Jahr steigenden Preise für Kupfer, Silber und Kunststoffgranulate, die einen großen Einfluss auf den Relais-Preis haben.

»Die Preise für Kupfer und Silber haben sich in den letzten zwölf Monaten verdoppelt. Sollte dieser Trend anhalten, reichen Produktivitätsfortschritte nicht mehr aus, um die Materialpreiserhöhungen zu kompensieren«, gibt Dr. Veit zu bedenken. Mit den wichtigen Kunden bestehen deshalb Lieferverträge, in denen eine signifikante Änderung der Materialpreise – in beide Richtungen - im Produktpreis ihren Niederschlag findet.

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