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Globaler Ansatz

So werden Lieferketten stabil

23. November 2020, 11:52 Uhr   |  Karin Zühlke

So werden Lieferketten stabil
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Risiken in Lieferketten sind an der Tagesordnung. Jüngstes Beispiel ist die Covid-19-Pandemie. Sie zog weitreichende Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage mit sich. Einmal mehr unterstreicht dies die Notwendigkeit stabiler Lieferketten.

Eine zweite Pandemie-Welle könnte zu weiteren weitreichenden globalen Störungen führen, was eine Stärkung der Resilienz von Lieferketten noch mehr vonnöten macht. Aus einer aktuellen Gartner-Umfrage geht allerdings hervor, dass nur 21 % der Befragten angeben, gegenwärtig über ein sehr stabiles Netzwerk zu verfügen, wozu auch gehört, dass Beschaffungs- und Herstellungsaktivitäten schnell angepasst werden können. Für den erfolgreichen Aufbau einer stabilen Lieferkette ist die Beschaffung von Komponenten bei verschiedene Quellen und in unterschiedlichen geografischen Regionen essenziell. Obwohl die Diversifizierung der Lieferketten entscheidend dafür ist, Hersteller vor unerwarteten Ereignissen zu schützen, wird die Wichtigkeit meist erst dann erkannt, wenn sich Schwächen zeigen.

Gemäß PwC erwarten CFOs, dass sich der Umfang ihrer Lieferketten seit Anfang März im Vergleich zum Monat zuvor von 30 % auf 42 % vergrößert. Dies korreliert mit der Spitze an Werksschließungen, die aufgrund von Ereignissen höherer Gewalt von Regierungen weltweit angeordnet wurden. »Firmen beabsichtigen normalerweise im Falle von unvorhersehbaren Ereignissen wie z.B. dem MLCC-Engpass im Jahre 2018, alternative Lieferanten in ihre Lieferketten einzugliedern, vergessen aber schnell die Notwendigkeit, sobald das Problem gelöst wurde. Mit der Pandemie müssen Firmen auch ihre Lieferketten geografisch diversifizieren, um ihre Abhängigkeit von einem einzigen Standort zu verringern«, fordert Paul Romano, COO bei Fusion Worldwide.

Geografische Diversifizierung ist jedoch eine langfristige Lösung aufgrund des Zeitaufwands und der erforderlichen Investitionen. Dennoch ist dies nach Ansicht von Fusion Worldwide ein großer Schritt in Bezug auf sichere Lieferketten. Durch strategische Platzierung und Verteilung der Standorte, an denen Produkte produziert, beschafft und gelagert werden, können sich Firmen besser vor unerwarteten zukünftigen Ereignissen schützen. Nach Ansicht von Tobey Gonnerman, EVP of Trade bei Fusion Worldwide, ist eine starke Partnerschaft mit Lieferanten aus dem offenen Markt ausschlaggebend für die Fähigkeit eines OEM, Widrigkeiten in der Lieferkette zu lösen: »Diejenigen, die warten, bis Engpässe eintreten, um dann mit diesen Lieferanten zu interagieren, sind die, die am schwersten betroffen sind, sowohl in Bezug auf Zusatzkosten, mit denen sie konfrontiert sind, als auch aus Sicht der Qualitätssicherung.«

Wie lassen sich nun die Risiken in der Lieferkette minimieren?
Folgende Checkliste zur Risikominimierung empfiehlt Fusion Worldwide:
Bauen Sie alternative Lieferquellen auf: Diejenigen, die von einer einzigen Lieferquelle abhängig sind, sind mit massiven Unterbrechungen in der Lieferkette konfrontiert, wenn es beim Lieferanten zu Lieferproblemen kommt.

Erweitern Sie die zulässige Anzahl von Herstellern oder Lieferanten: Dies gibt mehr Handlungsspielraum, sollte eine Störung der Lieferkette auftreten.
Es ist wichtig, dass Firmen sich vollständig darüber im Klaren sind, was im Ernstfall in ihrer Lieferkette beeinträchtigt sein wird, wie schwerwiegend die Auswirkungen sind und wie gut sie vorbereitet sind, damit umzugehen.

Nutzen Sie Quellen für Ihre Marktintelligenz. Durch genaue Beobachtung der Marktgeschehnisse und des Status der Lieferketten in Bezug darauf sind Firmen in der Lage, proaktiv zu agieren und sofort zu reagieren.

Diversifizieren Sie sich geografisch. Da Hersteller bestimmter Komponenten auf einzelne Regionen konzentriert sind, sind spezielle Produkttypen von politischen Ereignissen und Naturkatastrophen besonders betroffen. Durch die Verteilung von Werken und Lieferantenstandorten sind Firmen geschützter vor komprimiert auftretenden, nicht vorhersehbaren Ereignissen.

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