Der Komponentenknappheit trotzen

Ein Notfallplan in drei Schritten

10. Oktober 2022, 14:43 Uhr | Karin Zühlke
Nuthawut/stock.adobe.com
© Nuthawut/stock.adobe.com

Die derzeitige globale Lieferkette ist nicht gerade flexibel. Daher ist bei den Kunden Anpassungsfähigkeit gefragt. Doch dabei sollten die Kunden nach Plan vorgehen.Das rät Fusion Worldwide.

In der Halbleiterindustrie kann es für Unternehmen hilfreich sein, einen Plan A, B und manchmal sogar einen Plan C in der Tasche zu haben, um sich in einem sich ständig verändernden Markt besser zu orientieren. Der beste Weg eines Notfallplans besteht darin, alternative elektronische Komponenten zu finden und mit Lieferanten zusammenzuarbeiten, die bereit sind, Optionen anzubieten.

Das Angebot mit der Nachfrage in Einklang zu bringen ist keine leichte Aufgabe. In einem Markt, der von End-of-Life-Mitteilungen, verlängerten Lieferzeiten, Preiserhöhungen und Obsoleszenz erschüttert wird, kann es schwierig sein, im Voraus zu planen. Eine der Möglichkeiten besteht jedoch darin, mit alternativen Optionen auf Engpässe bei bevorzugten Komponenten vorbereitet zu sein.

Schritt eins – detaillierte
Spezifikationen erstellen

Der erste Schritt bei der Beschaffung alternativer elektronischer Komponenten ist die Erstellung einer vollständig ausgearbeiteten Spezifikation für alle Produkte. Die Spezifikationen geben vor, was im Produkt enthalten ist, wie die Produkte hergestellt werden und ob das Produkt den Bedürfnissen der Zielkunden entspricht. Die Transparenz der Spezifikationsdaten gibt Herstellern und Zulieferern die Möglichkeit, schnell zu reagieren und Verzögerungen bei der Markteinführung zu vermeiden.

Schritt 2 – praktikable
Alternativen Identifizieren

Nachdem die Produktspezifikationen vollständig ausgearbeitet wurden, werden in einem nächsten Schritt alternative Optionen ermittelt. Wenn Komponenten nicht verfügbar oder die Preise zu hoch sind, ist es wichtig zu wissen, welcher Hersteller analoge Komponenten anbietet, mit denen das gleiche Ergebnis wie mit Plan A erzielt werden kann. Aufgrund der langen Lieferzeiten und der eingeschränkten Verfügbarkeit hat Mellanox den Preis für die MCX-6-Serie um 25 Prozent erhöht, was in Zeiten der Inflation häufig der Fall ist. Das begrenzte Angebot und die erhöhten Preise drängten Kunden zu Intel und Broadcom, um sich die Zuteilung ähnlicher Komponenten zu sichern. Agile Anbieter sollten sich auf diese Änderungen einstellen, um sicherzustellen, dass ihre Partner ihre Produkte rechtzeitig fertigstellen, um die Nachfrage der Verbraucher zu befriedigen.

Manchmal reicht ein Plan B jedoch nicht aus, wie Experten von Fusion aus Erfahrung berichten: »Als für die Standard-MCU-Serie ATM (8 bit) von STMicroelectronics keine Verbesserung der Versorgungslage in Sicht war, versuchten einige Kunden, die langen Wartezeiten zu umgehen oder die Teile von anderen Quellen zu beschaffen. Der Hersteller kündigte daraufhin an, dass sich das Teil dem Status End of Life nähere. Den Kunden wurde empfohlen, stattdessen die Serie STM32 (32 bit) zu verwenden, auch wenn dies eine Umgestaltung der Platinen erforderte, um die Alternative unterzubringen.

Schritt drei –
Beschaffungspartner finden

Abgesehen davon, dass man vergleichbare Komponenten in Betracht zieht, ist es auch von Vorteil, Zugang zu mehreren Ressourcen zu haben, einschließlich unabhängiger Distributoren. Diese Distributoren können bei Engpässen helfen, indem sie Datenblätter abgleichen, um die Spezifikationen zu überprüfen und um zu ermitteln, welche Teile am besten als Alternativen geeignet sind. Unabhängige Händler können aufgrund ihrer strategischen Verbindungen auch helfen, Vorlaufzeiten zu verkürzen oder eine elektronische Komponente zu einem günstigeren Preis jenseits der Marktpreissteigerungen zu finden.

Flexibilität
ist der Schlüssel

Es gibt keine Garantien, wenn es um Fristen innerhalb der Lieferkette geht. Zu den wenigen Dingen, mit denen man rechnen muss, gehört die Möglichkeit von Störungen, weshalb Flexibilität für den Erfolg entscheidend ist. Fusion rät daher den Kunden, sich auf Engpässe mit detaillierten Spezifikationen, realisierbaren Alternativkomponenten und Lieferanten vorzubereiten, die bereit sind, diese Aufträge zu unterstützen.

Anbieter zum Thema

zu Matchmaker+

Verwandte Artikel

elektroniknet