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Was auf Autohersteller zukommt

»Fahrzeug-Wahl auch vom präferierten Smartphone abhängig«

21. Mai 2021, 11:14 Uhr   |  Karin Zühlke

»Fahrzeug-Wahl auch vom präferierten Smartphone abhängig«
© Rutronik

Calogero Avarello, Business Development Manager, und Edgar Schäfer (links), Field Application Engineer, beide Automotive Business Unit von Rutronik zur - neuen - Rolle des Autos.

Warum steigt die Bedeutung des eigenen Autos gerade in Pandemiezeiten wieder? Welche Regionen dominieren den Automotive-Markt und welche Rolle spielt der Endverbraucher bei neuen Entwicklungen? Zwei Automotive-Experten von Rutronik im Interview.

Calogero Avarello, Business Development Manager, und Edgar Schäfer, Field Application Engineer, beide Automotive Business Unit von Rutronik:


Welche Entwicklungen bzw. Trends stehen im Automotive-Bereich bei Rutronik aktuell besonders im Fokus?

Calogero Avarello: Die im Automobil verbaute Mikroelektronik wird weiterhin deutlich an Wert gewinnen. Analysten erwarten im Bereich KFZ-Applikationen wie Antriebsstrang, Infotainment, Insassenschutz, Diebstahlschutz, Chassis und Karosserie bis 2024 ein weltweites Wachstum auf 710 Milliarden US-Dollar. 2019 lag der Wert noch bei 560 Milliarden US-Dollar. Die am deutlichsten spürbare Entwicklung nach oben zeigt der Teilbereich Insassenschutz, dessen Funktionen sich immer weiter entwickeln und an Komplexität gewinnen.
Für das Marktvolumen bei KFZ-Halbleitern wird innerhalb der nächsten drei Jahre unter anderem deshalb ein weltweiter Anstieg von 50,2 Milliarden US-Dollar (2019) auf 65,1 Milliarden US-Dollar erwartet. Die Relation von Angebot und Nachfrage wird entsprechend dynamisch. Dazu kommt, dass die Kapazitäten der Wafer Fabs begrenzt sind und auch eine temporäre Erweiterung nur unter speziellen Voraussetzungen möglich ist, da es sich dabei um eine äußerst komplexe Produktion handelt. Die langfristige Lösung wären zusätzliche Produktionsstätten, was aber mit hohen Investitionen und langen Bauzeiten einhergeht.
Der Automotive-Markt wird von Europa und China dominiert, wobei das höchste Wachstum eindeutig in China erfolgt. Dort wird landesweit an einer neuen Infrastruktur gearbeitet, die u.a. die Bereiche E-Mobility, EV-Ladeinfrastrukturen mit High-Power-Ladesäulen und Hochgeschwindigkeitszüge umfasst.

Welche Herausforderungen muss die Automotive-Branche derzeit meistern?

Edgar Schäfer: Elektronik-Sourcing wird in Zukunft eine kritische Größe innerhalb der Wertschöpfung des Automobils sein. So zeigen Trendanalysen, dass beispielsweise der Anteil der elektronischen Komponenten an den Materialkosten von derzeit 16 Prozent (2020) im teilelektrisierten Auto der Oberklasse auf 35 Prozent (2025) im vollelektrisierten Premium-Auto steigen wird. Geschuldet ist diese Entwicklung den Anforderungen, die die Trends im Automotive-Bereich mit sich bringen. Ein Plus an Sicherheit und Komfort bedeutet auch ein Plus an Komponenten, die für die Umsetzung benötigt werden. Kritische Punkte sind dabei die Größe der benötigten Bauteile, ihre Leistung und Lebensdauer sowie die langfristige Verfügbarkeit.

Welchen Platz nehmen IoT und Internet of Everything in der Automotive-Industrie ein?

Avarello: Das Internet der Dinge ist heute schon ein wesentlicher Teil sowohl in der Fertigung als auch in den modernen Fahrzeugen selbst und aus dem Infotainment nicht mehr wegzudenken. Zusätzlich dazu nimmt es einen immer höheren Stellenwert im Bereich der Fahrsicherheit ein. Gefahren, Unfälle oder Staus werden in Echtzeit an alle Verkehrsteilnehmer übermittelt und in der Routenberechnung beachtet.
Die daraus entstehende Schwarmintelligenz bringt einigen Komfort mit sich: Parkplatzsuche erübrigt sich, wenn sich Fahrzeuge selbstständig in der Stadt bewegen, permanent die Umgebung scannen und so freie Parkplätze erkennen.
Schäfer: Weiter gedacht können Daten wie zum Beispiel von Fahrzeugsensoren gesammelte Wetterdaten in nahezu Echtzeit an relevante Smart-Home-Geräte wie Markisen gesendet werden. Der Vorteil wäre hier, dass der Befehl „Sonnenschutz einfahren“ nicht erst dann ausgeführt wird, wenn es bereits regnet, sondern präventiv, bevor der erste Tropfen gefallen ist.
 

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