Autonomer Nahverkehr

ZF startet Innovationspartnerschaft

17. Mai 2022, 10:34 Uhr | Irina Hübner
Autonome elektrische Shuttles von ZF sollen die Mobilität der Zukunft in Hamburg prägen.
© ZF Friedrichshafen

Die Hamburger Hochbahn und ZF Friedrichshafen wollen mit Unterstützung der Hamburger Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) autonome Verkehrssysteme im öffentlichen Nahverkehr etablieren. Dazu haben die Hochbahn und ZF eine entsprechende Innovationspartnerschaft vereinbart.

  • Hamburg, Hochbahn und ZF schließen Innovationspartnerschaft
  • Ziel: Fahrerlose elektrische Verkehrssysteme für den ÖPNV-Regelbetrieb
  • Kundenzentrierte Mobilität als wichtiger Baustein im Hamburg-Takt

Fahrerloses Fahren kann und soll künftig einen wesentlichen Beitrag zu einer modernen, auf Kundenbedürfnisse ausgerichteten Mobilität leisten. Bis zu einem vollständig autonomen Betrieb im urbanen Umfeld sind jedoch noch viele anspruchsvolle Herausforderungen zu meistern.

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Hamburg hat nicht zuletzt im Rahmen des ITS-Weltkongresses im November 2021 bewiesen, dass hier mit Hochdruck an Lösungen für eine intelligente und vernetzte Mobilität gearbeitet wird.

Die drei Innovationspartner beabsichtigen, die Herausforderungen an einen Realeinsatz autonomer Verkehrssysteme im öffentlichen Nahverkehr anzugehen und entsprechende Lösungen für einen Regelbetrieb weiterzuentwickeln. Dazu haben die Hochbahn und ZF eine entsprechende Innovationspartnerschaft vereinbart. Fahrerlose Verkehrssysteme sollen an den realen Bedarfen der Fahrgäste und des Verkehrsanbieters ausgerichtet werden, um eine nachhaltige, bedarfsgerechte, zukunftsgerichtete und kundenzentrierte Mobilität in Hamburg zu gestalten.

 

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Einsatzgebiete autonomer Shuttles identifizieren

Im Rahmen der Innovationspartnerschaft sollen unter anderem mögliche Einsatzgebiete identifiziert werden, auf denen sich emissionsfreie autonome Shuttle im Regelbetrieb einsetzen lassen. Die Partner streben mehrere Einsatzgebiete an, um ein möglichst umfassendes Bild für die nutzer- und betreiberseitige, technologische und regulatorische Weiterentwicklung hin zu einem fahrerlosen Verkehrssystem zu gewinnen.

Platz für bis zu 22 Personen

Die elektrischen ZF-Shuttles bieten Platz für bis zu 22 Personen, können auf getrennten Fahrspuren eingesetzt werden oder später auch autonom im Straßenverkehr mitschwimmen. Dabei bietet ZF nicht nur das Level-4-fähige Fahrzeug an, sondern erstellt das Streckenlayout mit, begleitet Einrichtung und Inbetriebnahme der Shuttlesysteme, bietet Schulungen für Mitarbeiter und Werkstätten und unterstützt mit einem Rundum-sorglos-Paket bei Service und Reparatur.

Die drei Partner haben sich zum Ziel gesetzt, durch ihr Vorhaben einen wirkungsvollen und nachhaltigen Beitrag zum Hamburg-Takt zu leisten. Bis zum Jahre 2030 soll jede Hamburgerin und jeder Hamburger von morgens bis in die Abendstunden binnen fünf Minuten auf ein hochwertiges öffentliches Mobilitätsangebot zurückgreifen können, so der Plan.

»Das HEAT-Projekt, das wir im letzten Jahr erfolgreich auf dem ITS-Kongress vorgestellt haben, war ein wichtiger erster Schritt, mit dem wir zeigen konnten, dass autonome Shuttle den Nahverkehr ergänzen können. Jetzt gilt es in einem hochkompetenten Netzwerk den nächsten Schritt zu tun und ein System zu entwickeln, das wir im alltäglichen Regelbetrieb einsetzen können. Also vom Showcase zur Kundenlösung«, sagt Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der Hochbahn.

Die Verkehrswende voranbringen

»Leise, emissionsfrei, pünktlich und ohne Stress am Stau vorbei durch die Stadt: autonome Shuttles sind das ideale Nahverkehrsmittel, um mit den Passagieren die Verkehrs- und Energiewende voranzubringen. Hamburg und die Hochbahn sind für uns perfekte Partner, um Fragen urbaner und suburbaner Mobilität in Großstädten zu beantworten. Gemeinsam wollen wir das Mobilitätsangebot weiter entwickeln, das in Städten und Gemeinden eine Lücke im Fahrplan schließen wird«, ergänzt Torsten Gollewski, Leiter Autonome Mobilitätssysteme bei ZF.

»Wir wollen in der Hansestadt den Hamburg-Takt umsetzen, mit dem die Menschen binnen fünf Minuten einen niedrigschwelligen, bedarfsgerechten Zugang zu einem öffentlichen Verkehrsmittel erhalten – egal ob zu Bus-, Bahn-, Fähr-, StadtRad- oder On-Demand-Angebot«, betont Anjes Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende.

»Um den Hamburg-Takt insbesondere in den Regionen der äußeren Stadt, in denen der ÖPNV noch weiter verbessert werden muss, zu ermöglichen, können autonome, elektrisch betriebene, nachhaltige Angebote perspektivisch einen wichtigen Beitrag leisten und in den ÖPNV-Regelbetrieb integriert werden – etwa autonome Kleinbusse, die die Menschen im Umland bedarfsgerecht ans Schnellbahnsystem anbinden. Hierfür arbeiten wir mit Partnern aus der Wissenschaft und Wirtschaft eng zusammen, um verlässliche, sichere Systeme zu entwickeln, die an den Bedarfen der Fahrgäste ausgerichtet sind. Ich freue mich daher über die Innovationspartnerschaft der Stadt mit der Hochbahn und ZF.«


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