Schwerpunkte

Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide

Automobilindustrie findet Debatte gut

28. Januar 2019, 08:30 Uhr   |  dpa

Automobilindustrie findet Debatte gut
© Zsolt Czegledi | MTI | AP | dpa

Ein Mann trägt eine Atemschutzmaske.

Die deutsche Autobranche hat die von Lungenfachärzten losgetretene Debatte über die Grenzwerte für Stickoxide und Feinstaub begrüßt.

»Es ist richtig, dass wir in Deutschland jetzt eine intensive Debatte darüber führen, ob die Stickoxidgrenzwerte, die die EU vorgegeben hat, auf einem seriösen wissenschaftlichen Fundament stehen und darüber, ob die Messstellen richtig positioniert sind«, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, dem »Handelsblatt« (Montag). Zu einer guten Regulierung gehöre, Gesetze und ihre Anwendung immer wieder zu hinterfragen. Die Grenzwerte sind Grundlage für Dieselfahrverbote in einigen deutschen Städten.

Eine Gruppe deutscher Lungenfachärzte hatte in der vergangenen Woche den gesundheitlichen Nutzen der aktuellen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide bezweifelt. »Welche Konsequenzen das für Fahrverbote hat, kann nur im Einzelfall entschieden werden«, sagte Mattes der Zeitung. Das Interesse sei, dass die Luftqualität in den Städten weiter verbessert werde. »Wir sind davon überzeugt, dass es dafür intelligentere Lösungen als Fahrverbote gibt.« Die Branche setze auf die Bestandserneuerung, die vorankomme. Allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres seien 700.000 alte Dieselfahrzeuge von den Straßen gekommen und durch neue Euro-6-Diesel ersetzt worden.

Am Wochenende hatten sich internationale Lungenfachärzte in die Debatte über Grenzwerte eingemischt und der Gruppe deutscher Kollegen widersprochen. Die Schadstoffbelastung der Luft schädigt nach ihrer Einschätzung nicht nur die Lunge, sondern auch andere Organe und verschlechtere chronische Erkrankungen. Die Grenzwerte seien so gewählt, dass selbst für chronisch Kranke wesentliche negative Effekte auf die Gesundheit ausgeschlossen werden können.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Zoff ums Limit
Mercedes-Benz Cars baut Batteriefabrik in Polen
Danfoss Power Solutions kauft UQM Technologies
Faurecia stattet Testflotte in Singapur aus
Carlos Ghosn als Renault-Chef zurückgetreten
Apple ordnet Arbeit an Roboterauto-Technik wieder neu
Bosch übernimmt EM-motive vollständig
Stellen sich die Lungenärzte gegen Stickoxid-Grenzwerte?
E-Achse »iDM« von BorgWarner

Verwandte Artikel

VDA Verband der Automobilindustrie e.V., dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH