LED-Lichtleiter-Technik für Heckleuchten

Hella erhält ersten Kundenauftrag für FlatLight-Konzept

13. Oktober 2022, 10:38 Uhr | Irina Hübner
Die FlatLight-Heckleuchte soll Mitte 2024 in Serie gehen.
Auf Basis der FlatLight-Technologie lassen sich unterschiedliche Heckleuchten-Funktionen in nur einem Optikelement umsetzen.
© Hella

Der unter der Dachmarke Forvia agierende Automobilzulieferer Hella hat von einem internationalen Automobilhersteller einen Kundenauftrag für das neuartige FlatLight-Konzept erhalten. Die LED-Lichtleiter-Heckleuchte soll bereits Mitte 2024 in Serie gehen.

Bei dem Kundenauftrag handelt es sich nicht nur um den ersten Serienauftrag für diese Lichtleiter-Technologie, sondern auch um eine der größten Projektakquisen im Heckleuchtengeschäft von Hella in den vergangenen Jahren. Entwickelt wird die Flatlight-Heckleuchte am Unternehmenssitz in Lippstadt sowie in Mohelnice, Tschechien. Die Produktion wird im slowakischen Bánovce anlaufen.

Die FlatLight | µMX-Technologie basiert auf einem innovativen LED-Lichtleiterkonzept mit sogenannten Mikrooptiken, die kleiner sind als ein Salzkorn. Dies eröffnet zahlreiche Vorteile: höhere Leistungsfähigkeit, vielfältigere Gestaltungsmöglichkeiten, bessere Integration in das Fahrzeug.

Optimierter Bauraum

So wird der erforderliche Bauraum aufgrund der geringen Modultiefe um rund 90 Prozent reduziert: Während klassische Systeme eine Bauraumtiefe von rund 40 mm benötigen, kommt die FlatLight-Technologie mit gerade einmal 5 mm aus. Zudem lassen sich die unterschiedlichen Heckleuchten-Funktionen in nur einem Optikelement umsetzen. Im Rahmen des akquirierten Kundenprojekts werden beispielsweise Brems- und Schlusslicht-Funktionen kombiniert. Im Hinblick auf Bauraumanforderung, erreichte Homogenität und Effizienz kann dies nach Einschätzung von Hella mit keiner anderen verfügbaren Lösung realisiert werden.

Integration des Blinklichts

Auf Basis der FlatLight-Technologie ließe sich darüber hinaus auch die Integration des Blinklichts ermöglichen. Weiterer Pluspunkt: Sie hat im Vergleich zu herkömmlichen LED-Schlussleuchten im Markt einen um bis zu 80 Prozent geringeren Energiebedarf – bei gleichbleibend hoher Lichtperformance und einer Homogenität auf höchstem Niveau.

»Mit der Markteinführung unseres FlatLight-Konzepts heben wir die Heckleuchten-Technologie auf ein vollkommen neues Niveau und setzen im Hinblick auf Design, Funktionalität und Energieeffizienz gänzlich neue Maßstäbe«, sagt Yves Andres, Geschäftsführer Licht bei Hella. »Damit unterstreichen wir, dass Heckleuchten längst nicht mehr nur Relevanz für die Verkehrssicherheit haben, sondern eine zentrale Rolle bei der Markendifferenzierung und Alleinstellung von Automobilherstellern spielen.«

Integration eines Smart Glass Displays

Parallel zum ersten Serienprojekt treibt Hella die Entwicklung der nächsten FlatLight-Generation voran. So könnte die Technologie durch die Integration eines SmartGlass Displays künftig digital werden, die einzelnen Segmente der Heckleuchte können so noch individueller und präziser angesteuert werden. Hierdurch würden sich zum einen eine Vielzahl individualisierbarer Signaturen realisieren und der Funktionsumfang deutlich erweitern lassen. Zum anderen wären auch neue, digitalisierte Geschäftsmodelle wie das Aufspielen und Anpassen von Grafiken via App oder Software-Update denkbar.

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