Betriebserlaubnis in Gefahr

LED-Upgrade für Halogen-Scheinwerfer nur mit Bauartgenehmigung

25. Oktober 2022, 10:31 Uhr | Irina Hübner
Scheinwerferaustausch und -prüfung in der Werkstatt.
© Dekra

Wer Auto-Scheinwerfer von Halogen- auf LED-Leuchten umrüsten will, sollte prüfen, ob es für sein Fahrzeug einen LED-Umrüstsatz gibt, der für den Straßenverkehr zugelassen ist. Denn in Deutschland dürfen Leuchtmittel ohne allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) nicht im Straßenverkehr verwendet werden.

Immer mehr Fahrzeuge rollen mit modernen LED-Scheinwerfern über die Straßen. Aber auch viele Fahrer und Fahrerinnen älterer Autos mit Halogen-Scheinwerfern der Kategorien H4 und H7 können die Vorteile der LED-Technik nutzen. Möglich machen das LED-Upgrade-Kits, mit denen sich viele Fahrzeugtypen umrüsten lassen. Erlaubt ist aber nur der Einbau von LED-Leuchten mit Bauartgenehmigung und mit Prüfzeichen der entsprechenden ECE-Regelung, mahnt Dekra.

Ohne Bauartgenehmigung erlischt die Betriebserlaubnis

Jeder Scheinwerfer ist zusammen mit dem dazu gehörigen Leuchtmittel typgenehmigt. Der Einbau nicht zugelassener Leuchtmittel führt dazu, dass die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs erlischt.

Stand Oktober 2022 sind Nachrüstsätze von zwei Leuchtenherstellern am Markt verfügbar. Diese Hersteller haben für ihre LED-Leuchtmittel in Kombination mit bestimmten Scheinwerfertypen eine allgemeine Bauartgenehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt erhalten.

Unzulässige Leuchten sind eine Gefahr für die Verkehrssicherheit

»Es gibt im Internet jede Menge nicht bauartgeprüfter Leuchten aus Fernost, bei denen die Lichtverteilung und Hell-Dunkel-Grenze nicht stimmt«, so die Experten. »Das beeinträchtigt unmittelbar die Verkehrssicherheit. Wird der Gegenverkehr geblendet, sind gefährliche Fahrsituationen vorprogrammiert.« Führt der Einbau unzulässiger Teile zu einem Unfall, kann der regulierende Versicherer die Leistung ganz oder teilweise einschränken.

LED-Leuchten bieten mehr Sicherheit im Dunkeln

Die zugelassenen LED-Leuchten bieten dagegen einen deutlich wahrnehmbaren Sicherheitsgewinn bei Nachtfahrten. Sie leuchten mehr als doppelt so hell wie die herkömmlichen H4- und H7-Glühlampen, so dass Verkehrsschilder, Verkehrssituationen und vor allem Menschen an der Fahrbahn leichter zu erkennen sind. »Bessere Sicht bedeutet mehr Sicherheit«, so die Experten. Zudem brauchen die ‚Licht emittierenden Dioden‘ weniger als halb so viel Energie und halten um ein Mehrfaches länger.

Die einfachste Art des Upgrades ist der Austausch der Halogen-Glühlampen durch die passsenden LED-Leuchtmittel. Auch der Austausch kompletter Scheinwerfer ist möglich, wenn für das entsprechende Fahrzeug ein Prüfzeugnis über den vorschriftsmäßigen Einbau vorliegt. Da sich die Kosten hier meist im vierstelligen Bereich bewegen, dürfte das aber nur für höherwertige Fahrzeuge interessant sein.

Vorsicht bei Oldtimern

Bei Oldtimern sind beim Austausch der kompletten Scheinwerfer gegen moderne Exemplare mit LED-Technik die Voraussetzungen für die Anerkennung als historische Fahrzeuge (Oldtimer) gemäß § 23 StVZO nicht mehr gegeben. Die Möglichkeit der Nachrüstung der originalen Scheinwerfer mit LED-Leuchtmitteln wird aktuell in den entsprechenden Fachgremien beraten.

Bis zu einer endgültigen Festlegung können Fahrzeuge mit nachgerüsteten LED-Leuchtmitteln nicht als historische Fahrzeuge (Oldtimer) gemäß § 23 StVZO anerkannt werden, auch wenn solche Fahrzeuge bereits in den Kompatibilitätslisten der Leuchtenhersteller aufgeführt sind und der Einbau somit technisch möglich wäre.

In der Werkstatt gut aufgehoben

Auch wenn ein LED-Upgrade für versierte Auto-Schrauber durchaus machbar ist, empfehlen die Sachverständigen von Dekra, die Umrüstung einer Fachwerkstatt zu überlassen. Vor der Bestellung ist zunächst anhand der Kompatibilitätslisten, die auf den Web-Seiten der Leuchtenhersteller eingesehen werden können, zu prüfen: Gibt es für das konkrete Fahrzeug einen genehmigten Umrüstsatz, der auch zur EG-Typgenehmigung des Fahrzeugs passt?

Dazu muss meistens ein Scheinwerfer ausgebaut werden, um das darauf angebrachte Typgenehmigungszeichen mit den Angaben in der Liste zu vergleichen und die benötigten Umrüstteile zu bestimmen. Meistens braucht man Adapterringe, manchmal auch Lastwiderstände für den CAN-Bus oder spezielle Deckel für die Scheinwerfer, da die LED-Leuchtmittel größer sind als die herkömmlichen H4- und H7-Glühlampen. Das ist in einer Werkstatt gut möglich.
 
Von Herstellerseite wird ohnehin empfohlen, die Scheinwerfer nach dem Upgrade von einer Werkstatt überprüfen und einstellen zu lassen. Dekra weist weiter darauf hin, dass die Allgemeine Bauartgenehmigung (ABG) für die Upgrade-LEDs immer im Fahrzeug mitgeführt werden muss. 


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