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Ladeinfrastruktur

Zusätzliche Ladepunkte steigern Nachfrage nach Elektroautos

16. Februar 2021, 08:03 Uhr   |  Irina Hübner

Zusätzliche Ladepunkte steigern Nachfrage nach Elektroautos
© obs/Targobank/Stockfotos-MG - stock.adobe.com

37 % der Autofahrer von Verbrennern planen laut Autostudie 2020 den Umstieg auf einen alternativen Antrieb.

Ein Ausbau der Ladeinfrastruktur, wie ihn die Bundesregierung laut Medienberichten nun plant, könnte den Ausbau der Elektromobilität in Deutschland deutlich beschleunigen. Dies zeigt eine Studie des RWI. Schnellladestationen scheinen die Nachfrage nach E-Fahrzeugen besonders stark zu beeinflussen.

Die aktuelle RWI-Studie ergab, dass zusätzliche Ladepunkte zu einer signifikanten Zunahme von Elektroautos führen – insbesondere in dicht besiedelten Gebieten.

Das wichtigsten Studien-Ergebnisse

  • Ein Ausbau von herkömmlichen Ladepunkten um 10 Prozent führt zu einem Anstieg des Kaufs von E-Autos um 5,4 Prozent. Der Effekt von zusätzlichen Schnellladepunkten auf die Nachfrage nach E-Autos könnte sogar etwa viermal so groß sein. Allerdings ist dieser Wert mit einer höheren statistischen Unsicherheit verbunden.
  • Auch auf den Kauf von Hybridautos haben zusätzliche Ladepunkte einen positiven Einfluss. Allerdings ist der Effekt nur etwa halb so groß – vermutlich, weil Hybridautos auch mit herkömmlichem Treibstoff fahren können und daher weniger auf die Ladeinfrastruktur angewiesen sind als reine Elektrofahrzeuge.
  • Wie stark die Nachfrage nach E-Autos von der Ladeinfrastruktur abhängt, ist regional sehr verschieden: In dicht besiedelten Gebieten, etwa im Großraum München, im Rhein-Main- und im Ruhrgebiet, steigern Ladepunkte die Verbreitung von Elektrofahrzeugen deutlich mehr als in ländlichen Regionen. Auch in Gebieten mit hohen Kraftstoffpreisen sind die Effekte größer. Den Ausbau von Ladestationen regional gezielt zu subventionieren, könnte die Effektivität der Förderung daher stark verbessern.

Die RWI-Studie basiert auf Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zum Förderprogramm für Elektrofahrzeuge, das im Juli 2016 eingeführt wurde. Das Förderprogramm sollte dazu beitragen, die Zahl an Elektrofahrzeugen in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf eine Million E-Autos zu erhöhen. Auch wenn die Nachfrage nach E-Autos und Hybridfahrzeugen derzeit ansteigt, wurde dieses Ziel deutlich verfehlt. Zum Jahresende 2020 waren rund 450.000 E-Autos in Deutschland zugelassen.

»Unsere Studie macht deutlich, dass die mangelnde Ladeinfrastruktur ein wesentlicher Grund für die schleppende Entwicklung der E-Mobilität in Deutschland ist«, sagt RWI-Umweltökonom Colin Vance. »Bislang wurden vor allem Elektrofahrzeuge subventioniert, um die Elektromobilität in Deutschland zu fördern. Wenn nun mehr in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investiert wird, könnte die Nachfrage nach Elektroautos deutlich steigen.«

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