Batterie-Rohstoffe sind Mangelware

Ziele der Hersteller für Elektromobilität in Gefahr

18. Mai 2022, 11:01 Uhr | Kathrin Veigel
Batterieproduktion bei Farasis.
Batterieproduktion bei Farasis.
© Farasis Energy / Arne Hartenburg

Die bestehenden Rohstoffengpässen sind aktuell die größte Hürde für die Massenverbreitung von Elektroautos. Damit ließen sich die Ziele der Automobilhersteller für Elektrofahrzeuge nicht erreichen, wie Scott Yarham von S&P Global Commodity Insights meint.

Selbst Subventionen könnten die Versorgungsengpässe und den Preisanstieg bei Batteriemetallen nicht auffangen, da ist sich Scott Yarham, Regional Pricing Director Metalle (EMEA) bei S&P Global Commodity Insights, sicher. Kostentreiber seien die Rohstoffe für die Akkus – und da sei eine Veränderung nicht in Sicht.

»Zwar gibt es verschiedene Batterien für Elektroautos, alle basieren nach heutiger Technik jedoch auf Lithium. Es werden zwar neue und alternative Batteriequellen erforscht, aber alle aktuellen Batterie-Chemien verwenden Lithium – dazu gibt es noch keine kommerzielle Alternative«, so Yarham.

Das aktuelle Versorgungsdefizit für Lithium wird aus Sicht der Experten jedoch noch mindestens die nächsten fünf Jahre anhalten. Auch für Kobalt und Nickel erwarten sie einen Engpass, der sich frühestens 2025 auflösen soll.

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Ziele der Zulieferer nicht zu erreichen

Wie die Hersteller Erstausrüster (OEMs) dem Mangel an Lithium begegnen, erläutert Anne Robba, Managerin Future Energy Signpost von S&P Global Commodity Insights: »Die Investitionen der OEMs und ihre Bemühungen, die Batterieherstellung stärker in die Heimatregion zu verlagern, sind interessant. Dennoch bleiben die Lieferketten bis 2030 das größte Hindernis für Elektrofahrzeuge – ebenso auf lange Sicht. Die Ziele der Erstausrüster für die Versorgung mit Elektrofahrzeugen insgesamt sind aufgrund von Beschränkungen in der vorgelagerten Lieferkette und der Verbrauchernachfrage nicht zu erreichen.«

Daher müssen die Lithiumverbraucher ihr Angebot strategisch planen und jahrelang auf neue Projekte warten, bevor sie in Betrieb gehen können. Das Recycling von Lithium wird Teil des zukünftigen Versorgungs-Mixes sein. Scott Yarham schränkt für die nahe Zukunft jedoch ein: Dazu müssten genügend Altbatterien zur Verfügung stehen, um den Rohstoff nutzbar zu machen, aber das sei auf kurze Sicht nicht der Fall.


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