Schwerpunkte

Induktionsmodule in der Straße

Laden von Elektroautos während der Fahrt

01. Februar 2021, 08:17 Uhr   |  Irina Hübner

Laden von Elektroautos während der Fahrt
© Förderantrag eCharge

Systemeinbau der Spulen in die Straße.

Kabelloses Laden von E-Fahrzeugen während der Fahrt? Im Projekt eCharge könnte das Realität werden. Durch die Integration von Induktionsmodulen in den Asphaltbelag von Straßen soll ein System für das berührungslose Laden von Elektrofahrzeugen entstehen.

Elektromobilität liegt im Trend, weltweit steigt der Anteil der Elektrofahrzeuge. Doch hohe Batteriekosten und nicht ausreichende Lademöglichkeiten werden von potenziellen Käufer:innen als Nachteil gesehen. Hier setzt das Projekt eCharge an: Durch eine induktive Energieübertragung könnten sowohl die Batteriekosten gesenkt als auch die Ladeinfrastruktur für die Fahrzeuge verbessert werden. Wissenschaftler:innen der TU Braunschweig entwickeln deshalb gemeinsam mit Unternehmen aus Automobilproduktion, Verkehrswegebau und Energie-Infrastruktur ein System zum induktiven Laden auf Basis von infrastrukturintegrierten Induktionsmodulen in Asphaltstraßen.

Wie kann man sich die Induktionsmodule vorstellen?

»Bei Neubau oder Erneuerung einer Straße werden die Spulen, auch Coils genannt, in circa zehn Zentimeter Tiefe eingebaut und mit einer Asphaltdeckschicht überbaut, so dass sie von außen nicht erkennbar sind«, erklärt Professor Michael Wistuba vom Institut für Straßenwesen der TU Braunschweig. Lediglich am Straßenrand werden in einem Abstand von 1,65 m Kabel aus der Straße herausgeführt, gebündelt und in Abständen von etwa 90 m in eine sogenannte Management Unit, also einen Steuerschrank, geführt. Diese kommunizieren mit den Fahrzeugen über die Coils und schalten bei Bedarf Streckenabschnitte an oder ab.

Sollte sich das System als erfolgreich herausstellen, ist geplant, beispielsweise auf Autobahnen in regelmäßigen Abständen sogenannte E-Korridore von 25 km Länge zu bauen, so dass pro Korridor eine Reichweitenverlängerung von bis zu 20 % möglich ist, meint Professor Wistuba.

Neben straßenbautechnischen Lösungen für den Neubau und für Straßen im Bestand will das Projektteam auch Möglichkeiten eines zuverlässigen Abrechnungsverfahrens sowie eines ökonomischen Betriebs des Systems entwickeln.

Eine Prognose für die Lebensdauer des Straßenbelags

Das Institut für Straßenwesen begleitet das Projekt wissenschaftlich und wird geeignete Einbauweisen zur Integration der induktiven Ladetechnik in den Straßenaufbau untersuchen. Zudem forschen die Braunschweiger Wissenschaftler:innen an der Entwicklung von geeigneten Straßenbaustoffen zur schadfreien Integration sowie zum Betrieb der in die Straße eingebauten Ladetechnik. Ein weiteres wichtiges Teilprojekt sind die Prognoseberechnung der Lebensdauer von Straßenbelägen mit der neuen Technik und die Möglichkeiten der Straßenerhaltung.

Das Projekt eCharge wird mit 1,9 Mio Euro im Rahmen des Bundesförderprogramms »Innovationsprogramm Straße« finanziert und von der Bundesanstalt für Straßenwesen begleitet. Der Anteil der TU Braunschweig liegt bei einer Fördersumme von rund 212.000 Euro. An dem Projektkonsortium sind neben dem Institut für Straßenwesen der TU Braunschweig die Unternehmen Eurovia Teerbau, Volkswagen und Omexom GA Süd beteiligt.

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