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A-PHY-SerDes-Schnittstelle für die Automobilindustrie

15. September 2020, 09:47 Uhr   |  Ingo Kuss

A-PHY-SerDes-Schnittstelle für die Automobilindustrie
© MIPI Alliance

Neben einer Serializer/Deserializer (SerDes)-Standardschnittstelle für den Physical Layer hat die MIPI Alliance heute mit der »MIPI Automotive SerDes Solutions (MASS)« auch eine neue Konnektivitätslösung für In-Car-Netzwerke vorgestellt.

Die neue Spezifikation A-PHY v1.0, die Mitgliedern der MIPI Alliance nun zur Verfügung steht, bietet eine asymmetrische Datenverbindung in einer Punkt-zu-Punkt-Topologie, die uni-direktionale Hochgeschwindigkeitsdaten, integrierte bi-direktionale Steuerdaten und optionale Stromversorgung über ein einziges Kabel bereitstellt.

Zu den Vorteilen dieser Spezifikation gehören etwa eine sehr niedrige Paketfehlerrate, eine hohe Immunität gegen EMV-Effekte, eine Reichweite von bis zu 15 Metern sowie Datenraten von aktuell bis zu 16 Gbps. Die sich bereits in Entwicklung befindende Version 1.1. soll eine Verdoppelung der Hochgeschwindigkeits-Datenrate auf 32 Gbps und eine Erhöhung der Uplink-Datenrate auf 200 Mbps ermöglichen.

Die MIPI Alliance, eine internationale Organisation, die Schnittstellenspezifikationen für die Mobilbranche und von mobilen Anwendungen beeinflusste Branchen entwickelt, heute zudem die „MIPI Automotive SerDes Solutions (MASS)“ vorgestellt. MASS ermöglicht End-to-End-Lösungen für die Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung für die wachsende Zahl von Kameras, Sensoren und Displays im Fahrzeug, die Automotive-Anwendungen wie fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) und In-Vehicle Infotainment (IVI) benötigen. Die MASS-Lösungen sollen Automobilherstellern helfen, neue und zukünftige Sicherheitsfunktionen wie Backup-Kameras mit geringer Latenzzeit, Spurhalte- und Schildererkennungs-Sensoren sowie 360-Grad-Kamera-, Lidar- und Radarsysteme zu integrieren. Darüber hinaus werden die Lösungen auch zahlreiche hochauflösende Instrumenten-, Kontroll- und Unterhaltungsdisplays unterstützen. 

Als ein wesentliches Element der Bitübetragungsschicht (Physical Layer) besteht die Hauptaufgabe von A-PHY in der Übertragung von Hochgeschwindigkeitsdaten zwischen Kameras und Displays sowie den zugehörigen Domain-Steuergeräten (ECUs). Durch die Entwicklung zusätzlicher unterstützender Spezifikationen soll MASS den Betrieb bewährter Protokolle höherer Schichten von MIPI (wie MIPI CSI-2 und DSI-2) und von Dritten über physikalische Verbindungen ermöglichen. Somit können sie sich über ein ganzes Fahrzeug erstrecken, wodurch die Notwendigkeit proprietärer "Brücken" und PHYs entfällt. Für OEMs und Systemintegratoren bedeutet dies ein entsprechendes Einsparungspotenzial durch weniger komplexe Netzwerke, ein geringeres Gewicht der Kabelbäume und kürzere Entwicklungszeit.

Zahlreiche MIPI-Mitgliedsunternehmen engagieren sich in der A-PHY Subgroup, einer Arbeitsgruppe der MIPI Alliance. Dazu gehören unter anderem Hersteller wie Intel, Qualcomm, Robert Bosch, Sony, STMicroelectronics, Toshiba Electronic Devices & Storage und Valens Semiconductor.

Mehr Informationen zum A-PHY sowie den Aktivitäten der MIPI Alliance erhalten Sie auch auf der virtuellen Automotive SerDes Conference am 13. und 14. Oktober 2020.

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