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Bilanzjahr 2019 von Beckhoff Automation

Leichter Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr

21. April 2020, 17:37 Uhr   |  Andreas Knoll

Leichter Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr
© Beckhoff Automation

Hans Beckhoff, Beckhoff Automation: »Die Umsatzentwicklung im Jahr 2019 ist etwas ungewohnt für uns, weil wir seit 2000 im Mittel jährlich um 15 Prozent gewachsen sind.«

Beckhoff Automation hat 2019 einen weltweiten Umsatz von 903 Mio. Euro erwirtschaftet. Dies entspricht einem Rückgang von gut 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in dem das Unternehmen einen Umsatz von 916 Mio. Euro erzielte.

»Trotz des leichten Rückgangs sind wir mit dem Geschäftsverlauf zufrieden, weil wir in einem recht schwierig gewordenen Marktumfeld die Umsätze beinahe halten konnten«, kommentiert der geschäftsführende Inhaber Hans Beckhoff. »Schon in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 spürten wir eine deutliche Eintrübung der weltweiten Investitionsneigung, die 2019 besonders bei Maschinenbaukunden zu kräftigen Auftragsreduzierungen führte. Anfang 2020 zeigte sich eine deutliche Erholung in vielen Märkten, die jedoch durch den Ausbruch der weltweiten Coronavirus-Krise wieder relativiert wurde.« Nach dem Abklingen der Pandemie erwartet Beckhoff eine weitgehend vollständige Wiederaufnahme des Wirtschaftslebens, auch mit den dazugehörigen Investitionen. Eine exakte Prognose für den Geschäftsverlauf im Jahr 2020 ist laut dem Unternehmen aktuell schwierig; für das Geschäftsjahr plant es auf Vorjahresniveau und hält sogar eine einstellige Umsatzsteigerung für möglich.

»Die Umsatzentwicklung im Jahr 2019 ist etwas ungewohnt für uns, weil wir seit 2000 im Mittel jährlich um 15 Prozent gewachsen sind«, betont Hans Beckhoff. »Nach vielen Jahren des Aufschwungs war aber eine zyklische Korrektur zu erwarten, die jetzt durch die Coronavirus-Situation mit eventuell größerem Einfluss verstärkt wird. Aktuell und in den nächsten Monaten sind wir jedoch gut ausgelastet, Kurzarbeit ist nicht geplant. Wenn die Pandemie-Einflüsse in den nächsten Monaten zurückgehen, können wir sogar im Jahr 2020 ein akzeptables Wachstum erzielen.« Angesichts dieser optimistischen Basiseinschätzung setzt Beckhoff alle Investitionsvorhaben sowie Forschung und Entwicklungsarbeiten mit voller Intensität fort. Das Unternehmen beschäftigt aktuell weltweit 4350 Mitarbeiter, »auch hier wird in bestimmten Bereichen weiter aufgestockt«, so Hans Beckhoff. 124 Auszubildende und 102 Studierende sind derzeit im Unternehmen beschäftigt. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung betrugen 2019 insgesamt 70 Mio. Euro.

Auf Coronavirus-Situation eingestellt

»Aktuell ist das Unternehmen gut auf die Coronavirus-Situation eingestellt, kann seine Kunden fast wie gewohnt bedienen und steht für neue Aufgaben bereit«, stellt Hans Beckhoff fest. »Als weltweit agierendes Unternehmen mit eigenen Niederlassungen in 39 Ländern wurde Beckhoff schon früh auf die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie aufmerksam. Speziell in China konnte das dortige Tochterunternehmen Erfahrungen sammeln, wie in der Coronavirus-Pandemie für die Sicherheit der Mitarbeiter gesorgt werden kann und die Funktion des Unternehmens aufrechterhalten wird.« Auf Basis der Erfahrungen seiner chinesischen Mitarbeiter leitete das Unternehmen in Deutschland Ende Februar erste Maßnahmen ein. Mitte März wurden alle dazu geeigneten Arbeitsplätze in Deutschland in das Homeoffice verlagert (in Deutschland 1200 und weltweit insgesamt 2100 Arbeitsplätze). »Knapp 80 Prozent der Mitarbeiter mit einem Büroarbeitsplatz arbeiten im Homeoffice«, berichtet Hans Beckhoff. »Alle von dieser Maßnahme betroffenen Mitarbeiter sind für unsere Kunden wie gewohnt erreichbar.«

Zugleich wurde die Produktion auf einen zeitlich separierten Zweischichtbetrieb umgestellt. Sämtliche Mitarbeiter in der Produktion wurden zudem in Arbeitsschutzgruppen (= potenzielle Infektionsgruppen) eingeteilt, die unabhängig voneinander und mit Sicherheitsabstand arbeiten können. »Alle Produktions-, Lager- und Lieferfunktionen wurden durch räumliche und zeitliche Trennung sowie viele Hygienemaßnahmen gesichert«, erläutert Hans Beckhoff.

Im Kampf gegen das Coronavirus ist Beckhoff in etwa 15 hochpriorisierte Projekte weltweit involviert, um Beatmungs- und Diagnosegeräte zu entwickeln. Als besonders spannende und vielversprechende Erfindung betrachtet Beckhoff das Beatmungsgerät CoroVent (www.corovent.com) und unterstützt dessen Entwicklung und Bau in Tschechien.

Unternehmensausbau in Deutschland

Das dichte Vertriebsnetz wurde in Deutschland durch neue Vertriebsbüros in Waldkirch (bei Freiburg), Aachen und Kempten ergänzt. Außerdem übernahm Beckhoff zum 1. April 2019 die ADL Embedded Solutions GmbH mit Unternehmenssitz in Siegen. ADL ist ein Spezialist für Deep-Embedded-Anwendungen auf Basis von Motherboards und speziell abgestimmter Peripherie. Das Unternehmen entwickelt in Zusammenarbeit mit Kunden maßgeschneiderte und schlüsselfertige Embedded-Lösungen. Basis der Projekte sind seit vielen Jahren die Industrie-Motherboards von Beckhoff. Die Zusammenarbeit findet nun ihre konsequente Weiterentwicklung in der Integration von ADL in das Verler Unternehmen.

Weltweite Expansionsstrategie

Außerdem hat Beckhoff zum 1. Juli 2019 in Südkorea die Tri-Tek Corp. übernommen. Der Distributor ist seit vielen Jahren eng mit Beckhoff verbunden. Als Beckhoff Korea soll das bisher vor allem auf den Halbleiter- und Display-Bereich fokussierte Team den südkoreanischen Markt umfassend betreuen.

Derzeit verfügt Beckhoff weltweit über Tochterunternehmen bzw. Repräsentanzen in 39 Ländern. Mit den eigenen Vertriebsgesellschaften und Distributoren ist das Unternehmen in 75 Ländern der Welt vertreten.

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