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Digital-Schub durch Corona?

Skepsis und Unwissen behindern digitalen Alltag

12. Februar 2021, 10:58 Uhr   |  Ute Häußler

Skepsis und Unwissen behindern digitalen Alltag
© Pixabay

Die Deutschen fühlen sich nicht fit in der Digitalisierung und erwarten gerade von Behörden und für die Bildung noch viel bessere Angebote und Chancengleichheit.

Digitale Ungleichheit gefährdert unsere Gesellschaft. Dennoch ist Corona als Treiber der Digitalisierung mehr Wunschdenken als konkreter Alltag. Laut einer Cisco-Studie hapert es vor allem an Bildung und Infrastruktur.

Die Studien-Ergebnisse auf einen Blick:

  •     Digital-Schub ist noch nicht im Alltag aller angekommen
  •     Die digitale Ungleichheit ist eine Gefahr für die Gesellschaft
  •     Besonders bei Behörden und Verwaltung (38%), Bildung (35%) und Gesundheitswesen (23%) erwarten die Bundesbürger bessere digitale Angebote  
  •     Die wichtigsten Voraussetzungen für mehr Chancengleichheit: Breitband und Glasfaser (51%), Videokonferenz-Tools (18%) sowie 5G und Wifi (17%)

Digitalisierung verspricht mehr Teilhabe

Während der Corona-Lockdowns haben unter anderem digitale Lösungen dafür gesorgt haben, dass der gesellschaftliche Alltag während der Pandemie aufrecht erhalten werden konnte und Unternehmen, Schulen, Krankenhäuser sowie Behörden grundsätzlich weiter arbeiteten.

Gleichermaßen hat sich sehr deutlich gezeigt: Der digitale Fortschritt kommt nicht bei allen gleichermaßen an. Laut des aktuellen Weltrisikobericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) ist “digitale Ungleichheit“ eines der großen Risiken unserer modernen Gesellschaft.

Civey hat darum im Auftrag von Cisco untersucht, wie es um die digitale Chancengleichheit in Deutschland bestellt ist. Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen (66%) sagen, dass die neuen digitalen Möglichkeiten mit Home Office und Home Schooling in den letzten Monaten zu ungleichen Chancen geführt haben. Von mehr Gleichheit sprechen nur 13 Prozent.

Digitalisierung Fortschritt Cisco 2021
© Cisco

Die Bundesbürger stehen der Digitalisierung ambivalent gegenüber. Immerhin 15 % fühlen sich abgehängt.

Digitalisierung muss allen helfen

Technologie kann helfen, gerechtere Chancen für alle in unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Der enormen Digitalisierungsschub des letzten Jahres kommt jedoch nicht allen zu gleichen Teilen zugute. Gerade im Bildungsbereich droht sonst eine sich bereits abzeichnende Mehr-Klassen-Gesellschaft: So fühlen sich 6 von 10 Befragten beim Zugang zu digitalen Angeboten nicht auf dem neuesten Stand. Besonders in den Bereichen Behörden und Verwaltung (38%), Bildung (35%) und Gesundheitswesen (23%) hätten sich die Deutschen in den letzten Monaten konkret bessere Angebote gewünscht.

Größtes Potenzial: Bildung und Infrastruktur

Und wo sehen die Deutschen das größte Potenzial? Vor allem im Bereich Bildung kann Technologie viel zur Chancengleichheit beitragen, sagen 52% der Befragten. Dahinter folgen Behörden und Verwaltung (24%), die Arbeitswelt (23%) und das Gesundheitswesen (20%). Bildung ist quasi der direkte Wasserstandsanzeiger für den Erfolg der Digitalisierungs-Anstrengungen. Hier zeigt sich exemplarisch, dass Digitalisierung nur erfolgreich ist, wenn viele Bereiche und Akteure konstruktiv zusammenwirken.

Digitalisierung Fortschritt Cisco 2021
© Cisco

Die wichtigsten Technologietreiber sind Breitband-Anschluss und Videokonferenzen, gefolgt von 5G und W-Lan.

Die wichtigste Grundlage dafür ist jedoch eine gute technologische Infrastruktur. Das sehen auch die Deutschen so: Jeder zweite (51%) nennt Breitband und Glasfaser als entscheidende Voraussetzung für mehr Chancengleichheit. Auf den Plätzen dahinter folgen Videokonferenztools wie Webex (18%) sowie 5G und Wifi (17%). Damit sehen zwei Drittel der Befragten Netzwerkanbindung als Grundlage für gleiche Chancen auf Partizipation.

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