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Digitalisierung im Mittelstand

»KI muss wirklich gewollt sein«


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

..."nichts muss perfekt sein."

Was ist KMU gemeinsam, die bereits erfolgreich KI nutzen?

Die haben angefangen, ganz einfach. Es braucht ein wenig Geduld und Mut zum Scheitern. Nichts muss perfekt sein, aber wenn sich erste Nutzen zeigen, ist das die Richtung zum Weitermachen. Alles, was es braucht, ist ein optimierungsbedürftiger Prozess; sich damit beschäftigen, loslegen. Zudem ist es viel einfacher, sich mit konkreten Fragen an ein Kompetenzzentrum zu wenden; externe Unterstützung kann dann gezielter helfen. Des Weiteren extrem wichtig: Der Unternehmer muss das Projekt persönlich unterstützen und Zeit und Ressourcen für KI bereitstellen. Da kleine Firmen immer am Anschlag arbeiten, muss KI wirklich gewollt sein.

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Wie soll der Standard-KI-Baukasten, den Sie fordern, die doch sehr individuellen Probleme des Mittelstands lösen?

Das ist nicht unbedingt als Anwendung gemeint, eher als Weg dahin. KMU müssen weg vom Problem, hin zu einem strukturierten Prozess, wie KI realisiert werden kann. Anhand eines Baukasten-Prozesses können konkrete Handlungen empfohlen werden, Bedarfe abgefragt und Mittler für offene Probleme hinzugezogen werden. Mit diesem Werkzeug-Set können KMU dann mit den richtigen Fragen an Kompetenzzentren herantreten. Der Baukasten soll eine Praxishilfe sein und sagen ‚Traut euch‘.

Wie steht es um aktuelle Förderungen bzw. wie werden diese angenommen?

Es gibt viele Förderinitiativen mit KI-Bezug, mit steigender Tendenz. Allerdings muss eine Firma ziemlich viel Aufwand betreiben, um an Fördergelder kommen. Da muss sich jemand aus dem Unternehmen hinsetzen, eine passende Forschungsstelle finden etc. Diesen Aufwand darf man nicht scheuen. Förderprozesse sind oft langwierig, die Erfolgsaussichten liegen vielleicht bei 40 Prozent. Zumal kleinere Firmen es oft nicht gewohnt sind, Unterstützung zu beantragen. Dennoch dürfen die KMU nicht nachlassen, der Aufwand lohnt sich.

Welche Handlungsoptionen haben Fertiger im Mittelstand jetzt?

KI will das gesamte System verbessern; dementsprechend müssen wir als deutscher Maschinenbau die neue Technologie in den Griff bekommen. Ich halte den Einsatz von KI im Produktionsprozess für eines der wichtigsten Themen, die KMU angehen müssen – am besten mithilfe von außen. Die Industrie hat ein „Problem“, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen eventuell schon eine passende „Lösung“. Das müssen wir ran, da müssen wir uns trauen. Mit Blick nach China und Amerika geht es schlicht um die Sicherung unserer Zukunft. Die Digitalisierung, KI, Corona und jetzt noch die gestressten Lieferketten sind verdammt viel Holz auf einmal – aber es nützt nichts, wir als Industrie müssen dagegenhalten.

Vielen Dank für das Gespräch Herr Göricke!

+++ Hier geht es zu den ausführlichen Zahlen +++

Die 10 wichtigsten Erkenntnisse zu KI im Mittelstand
Die Technische Universität Darmstadt hat für die Plattform Industrie 4.0 mittelständische deutsche Fertiger zum Einsatz von künstlicher Intelligenz befragt. Die Publikation des Forschungsbeirates »Künstliche Intelligenz zur Umsetzung von Industrie 4.0 im Mittelstand« legt den Status quo von KI schonungslos offen.


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