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Die Digitalisierung der Fertigung

5 Tools zur smarten ­Produktionsplanung

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© Adobe Stock

Maschinen- und Produktionsdaten digital verfügbar zu machen, ist das Eine. Für Mittelständler ist es oft schwer, die gesammelten Informationen intelligent über die gesamte Prozesskette zu nutzen. Wir stellen fünf Anwendungen für smarte Produktionsprozesse vom Shopfloor bis ins Back End vor.

Gegen Materialknappheit und Lieferengpässe ist zumindest intern ein kleines Kraut gewachsen: Die intelligente Produktionsplanung mit dem Advanced Scheduling System (APS) proMExS von Sack EDV-Systeme will mit einer granularen Auftrags-Feinplanung bei der Optimierung von Kosten und Lieferzeiten helfen.

Relevante Anbieter

Intelligente Produktionsplanung gegen Lieferengpässe

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© Sack EDV

Die APS-Planungssoftware ist MES-kompatibel und stimmt Produktion, Logistik und alle verbundenen Ressourcen unter Berücksichtigung vielfältiger Restriktionen wie Lieferzeiten, Material, Personal en detail aufeinander ab. Ein damit fein geplanter Liefertermin lässt sich mit anderen Fertigungsaufträgen in Abhängigkeit bringen und schnell und flexibel um- oder neuplanen.

»Ein intelligentes Planungswerkzeug verschafft Transparenz über alle Prozesse. Termintreue und Effizienz steigen, Verspätungskosten sinken – das rentiert sich gerade in Zeiten, in denen Produktionen nicht linear ablaufen können«, sagt Geschäftsführer Tilmann Sack.

MES-Upgrade für die digitale Fabrik

Vom Shopfloor Management zur ganzheitlichen Datenstrategie: iTAC Software hat gemeinsam mit dem Maschinen- und Anlagenbauer Dürr sein MES-System neu aufgestellt – und ihm auch gleich einen neuen Namen gegeben: Aus MES wird MOM – Manufacturing Operations Management.

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MES wird zu MOM und ist dank einer offenen Architektur für durchgängig digitalisierte Fabriksysteme ausgelegt.
© iTac Software

»Wir setzen auf bewährte MES-Funktionen, stellen sie aber auf ein neues Fundament und kombinieren sie mit neuen Services für vernetzte, effiziente, vorausdenkende und sich selbst organisierende Produktionsumgebungen. Durch die Offenheit des Systems und eine bedarfsorientierte Anpassung können sich unsere Kunden jederzeit wettbewerbsfähig in der Industrie 4.0 aufstellen«, erklärt iTAC-CEO Peter Bollinger.

Das Major Release 10.00 baut für eine reibungslosere Integration in bestehende Systeme auf offener Architektur auf und ist modular einsetzbar; Low Code Tools helfen bei der einfachen Anpassung. Das MOM kombiniert die typischen MES-Funktionen mit Planung und Analytics, um Produktionsdaten auf Basis von erfassten IIoT- und MES-Daten vorauszusagen.  Die Anbindung zu übergeordneten Systemen wie ERP oder PLM nimmt im MOM einen hohen Stellenwert ein. Applikationen wie CRP, TR und PM sind nun über HTML5 und ein Browser-basiertes Framework integriert.

Virtuelle Inbetriebnahmen dank 3D-Simulation

Wie können virtuelle Inbetriebnahmen im Maschinenbau noch effizienter werden? Auf der SPS in Nürnberg stellt die Dualis IT Solution die 3D-Simulationsplattform Visual Components mit vielen neuen Features vor. »Die virtuelle Inbetriebnahme minimiert nicht nur die Kosten der Inbetriebnahme, sondern kann auch Qualität steigern sowie die gesamte Durchlaufzeit eines Projekts deutlich reduzieren«, sagt Ralf Dohndorf von Dualis.

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Virtuelle Inbetriebnahmen per 3D-Simulation können die gesamte Durchlaufzeit eines Anlagen-Projekts und seine Kosten deutlich reduzieren.
© Dualis IT Solution

Die 3D-Plattform dient als digitales Rüstzeug für Fabrikplaner sowie Roboterprogrammierer und wird unter anderem zur dreidimensionalen Robotersimulation, Materialfluss- und Anlagenplanung eingesetzt. Neu sind u. a. WinMod- und Simit-Schnittstellen zur Kommunikation mit verschiedenen Siemens-Steuerungen. Die Konnektivitäts-Plugins ermöglichen die Kommunikation mit mehreren physikalischen und virtuellen Automatisierungssystemen und weiten den Einsatz der virtuellen Inbetriebnahme im digitalen Entwicklungsprozess aus. Co-Simulationen mit WinMod oder Simit unterstützen etwa die Verhaltensanalyse der Maschinen über einen digitalen Zwilling.

In Echtzeit vom Handscanner ins Back End

Daten digital auf dem Shopfloor über mobile Geräte zu erfassen ist das Eine. Doch für Echtzeit-Analyse und –Steuerungen der Prozesse und Maschinen müssen sie auch nahtlos ins Back End. Die Handscanner von ProGlove verfügen jetzt über eine WebSocket-Integration.

Die Barcode-Scanner sollen nicht nur scannen, sonder lückenlos und in Echtzeit das Geschehen auf dem Shopfloor abbilden. Ilhan Kolko, Chief Product Officer bei ProGlove, sagt: »Die WebSocket-Integration des Gateways spielt eine entscheidende Rolle für die Effizienzsteigerung in der Intralogistik und Produktion. Sie ermöglicht nicht nur einfachere und beständigere Prozesse, sondern beschleunigt auch die Übertragung von Daten zur Erkennung von Mustern, Blockern, Ausreißern und Hotspots.«

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© Proglove

Nutzer können auf die Shopfloor-Daten im Back End nun ohne ein Host-Gerät wie etwa einen Desktop Computer zugreifen und aus den Werkhallen Daten mit Unternehmensanwendungen wie WMS- oder ERP-Systemen austauschen. Die WebSocket-Integration von ProGlove steht mit dem neuesten Firmware Update kostenlos für Windows, Linux, Android sowie mit SDKs für Android und iOS und HID-BLE-Kopplung zur Verfügung.

Mit Process Mining gegen Anlagenstillstände

Meldet das MES eine sinkende Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Efficiency, OEE) der Maschinen auf dem Shopfloor, wird die Ursache oft bei Werkern und Produktionsanlagen gesucht. Liegt der Grund jedoch in anderen Betriebsprozessen, kann Process Mining bei der Spurensuche und Behebung helfen. Das MES von Proxia Software setzt auf integriertes Process Mining und verbindet prozessorientiertes Geschäftsprozessmanagement mit nicht prozessorientiertem Data Mining, um den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) zu unterstützen.

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© Proxia

Process Mining Tools innerhalb des MES ordnen dafür erhobene Rohdaten bestimmten (Teil-) Prozessen zu, um den Gesamtprozess granularer und mit mehr Korrelationen zu überwachen. Sonst unsichtbare Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden ohne langwierige Analysen erkannt, weiter analysiert und mit neuen Entscheidungsregeln optimiert. Über Visualisierungen kann das Produktions-Controlling ohne umfassend zu studierendes Zahlenwerk grafisch erfolgen. So wird dem klassischen PDCA-Zyklus (Plan Do Check Act) eine Realisationsphase hinzugefügt. Die integrierten Process Mining Tools untersützen des Weiteren 6σ-Projekte und verbessern deren Effizienz. (uh)


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