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Fehlende Digitalisierung macht Städte unattraktiv

11. Juni 2021, 15:39 Uhr   |  Kathrin Veigel

Fehlende Digitalisierung macht Städte unattraktiv
© Smart Country Convention

Städten, Gemeinden und Regionen sollten an ihrer Digitalisierung arbeiten, wollen sie nicht ihre Bewohner verlieren.

Die Digitalisierung von Städten und Gemeinden könnte sich in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Standortfaktor entwickeln – und analoge Orte vor ernsthafte Probleme stellen. Das hat eine Bitkom-Umfrage zum Thema Smart City ergeben.

Ein Viertel der Jüngeren könnte bei zu langsamer Digitalisierung wegziehen - das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt.

Bei der Umfrage haben 26 Prozen der 16- bis 29-Jährigen angegeben, dass eine zu langsame Digitalisierung am Heimatort ein möglicher Umzugsgrund für sie ist. Unter den 30- bis 64-Jährigen beträgt der Anteil 22 Prozent. Nur für die Älteren ab 65 Jahren spielt die Digitalisierung bei der Wohnortentscheidung praktisch keine Rolle (4 Prozent).

Zugleich sagt eine deutliche Mehrheit (58 Prozent), die eigene Stadt oder Gemeinde habe bislang die Digitalisierung verschlafen. Nur rund ein Drittel (36 Prozent) gibt an, im Alltag bereits von der Digitalisierung der eigenen Stadt oder Gemeinde zu profitieren.

»Digitale Infrastruktur und der digitale Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen ist kein nettes Extra, sondern wird von immer mehr Bürgerinnen und Bürgern aktiv eingefordert. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Anforderungen an das digitale Leben und Arbeiten zusätzlich gestiegen sind. Entsprechend steigen auch die Ansprüche an die Städte«, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. »Gerade wer junge Menschen vor Ort halten will, muss in die Digitalisierung investieren, um die Lebensqualität zu erhöhen. Gleichzeitig wird damit der Standort attraktiver für Unternehmen.«

Nur ein Fünftel lehnt mehr digitale Technologien ab

Am Widerstand der Bevölkerung dürften die wenigsten Digitalisierungsprojekte scheitern. Nur ein Fünftel (20 Prozent) möchte nicht, dass in der eigenen Stadt oder Gemeinde mehr digitale Technologien zum Einsatz kommen. Die größte Ablehnung gibt es unter den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren, aber auch dort ist die Digitalisierungs-Skepsis mit 27 Prozent eine Minderheitenposition.

Von der Smart City als Sammelbegriff für den Einsatz digitaler Technologien am Heimatort hat mit 75 Prozent eine deutliche Mehrheit bereits gehört oder gelesen. Allerdings können nur 18 Prozent nach eigener Einschätzung gut erklären, was sich dahinter verbirgt, etwa von Verwaltungsdienstleistungen auf Online-Portalen der Kommune über freies WLAN bis hin zur intelligenten Verkehrssteuerung. Ein Drittel (35 Prozent) weiß in etwa, was eine Smart City ist. Und ein Fünftel (21 Prozent) hat zwar davon gehört oder gelesen, weiß aber nicht genau, worum es sich dabei handelt.

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