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Digitalisierung als Grundlage für neue Geschäftsmodelle

28. März 2018, 14:06 Uhr   |  Anja Moldehn

Digitalisierung als Grundlage für neue Geschäftsmodelle
© Phoenix Contact

Geräte wie diese Smartwatch dienen immer häufiger als Basis für Dienstleistungen.

Datenzentrierte Geschäftsmodelle sind sinnvoll, wenn sie gegenüber aktuellen Konzepten einen Nutzen oder Mehrwert bieten. Die Beispiele einer vorausschauenden Wartung in der Industrie und einer durchgängigen Nutzung digitaler Daten im 3D-Druck verdeutlichen, wie sich Smart Services umsetzen lassen.

Als von der Bundesregierung gefördertes Zukunftsprojekt zeigt Industrie 4.0 Lösungen auf, wie sich komplexe Fertigungsprozesse durch neue Techniken optimieren lassen. Die industrielle Produktion und die Informationstechnik (IT) wachsen hierzu immer stärker zusammen. Die Produkte, Prozesse und auch Dienstleistungen werden zunehmend digitalisiert. Ob eine solche Vorgehensweise vorteilhaft ist, ergibt sich aus dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell. Denn Wohlstand und Wachstum als übergeordnetes Ziel von Industrie 4.0 lassen sich auf der Grundlage digitaler Daten generieren, wenn die Informationen einen Mehrwert ermöglichen, den der Kunde bezahlt. Neue Techniken, eine schnelle Kommunikation und die kostengünstige Datenhaltung bilden die Basis, um mit Daten Geld zu verdienen. Die folgenden Beispiele sollen veranschaulichen, was derzeit schon möglich ist, und zur Entwicklung eigener Smart Services motivieren.

Phoenix Contact
© Phoenix Contact

Ein Geschäftsmodell auf Basis digitaler Daten kann beispielsweise die Dienstleistung sein, eine vorausschauende Wartung durchzuführen und so Produktionsausfälle zu vermeiden.

Die neuen Techniken schaffen nicht nur in der Fertigung und Verwaltung einen monetären Nutzen. Der Maschinen- und Anlagenbau muss auch einen Mehrwert in der digitalen Wertschöpfungskette seiner Anwender bewirken, damit er langfristig wettbewerbsfähig bleibt. Dazu ist es notwendig, zukünftige Geschäftsmodelle ganzheitlicher zu denken, als dies heute der Fall ist. Als erster Schritt sind die in der Maschine oder Anlage erfassten Daten in eine sichere Cloud-Lösung zu überführen. Dort werden sie mit bestehenden oder neuen Geschäftsprozessen verbunden und dann den relevanten Zielgruppen zugänglich gemacht. In diesem Zusammenhang wird aktuell viel darüber diskutiert, die Informationen für eine vorausschauende Wartung zu verwenden, etwa über Dienste auf Cloud-Basis. Steht hier momentan noch die Überwachung von Anlagen im Vordergrund, wird sich der Schwerpunkt demnächst in Richtung Remote Support, Maintenance-Management oder Big-Data-Analysen verschieben. Dabei nimmt die Integration von Drittanbietern per Cloud-to-Cloud-Kommunikation an Bedeutung zu, denn oft kann ein einzelnes Unternehmen das benötigte Know-how nicht bereitstellen, sondern muss Spezialisten zu Rate ziehen.

Phoenix Contact
© Phoenix Contact

Das Proficloud-System verbindet die Profinet-Netzwerke mit dem Internet und macht so beispielsweise definierte Daten für Smart Services verfügbar.

Phoenix Contact setzt hier auf den in der Automatisierungstechnik etablierten Industrial-Ethernet-Standard Profinet. Das unternehmenseigene Proficloud-System koppelt die in der Produktion aufgebauten Profinet-Netzwerke mit dem Internet. Neben der einfachen Vernetzung von I/O-Baugruppen lässt sich über die Proficloud jedes Internet-fähige Gerät anbinden, um beispielsweise Status- und Warnmeldungen direkt auf das Smartphone oder die Smartwatch zu bekommen. Mit eigener Intelligenz ausgestattete Sensoren und Aktoren lassen sich direkt in die Lösung integrieren, während für passive Teilnehmer eine Proficloud-Steuerung erforderlich ist. Die gesammelten Maschinendaten liegen anschließend für weitere Auswertungen vor. Ihre Analyse übernehmen für die jeweilige Applikation optimierte Apps. Die Daten werden dazu von einem virtuellen Profi­cloud-Gerät über das Profinet-Protokoll erfasst und in der Cloud untersucht. Danach erhalten die Anlage und ihr Bediener entsprechende Instruktionen oder Handlungsempfehlungen, um Störungen zu beseitigen, Wartungsarbeiten durchzuführen oder den Fertigungsprozess zu verbessern.

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