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Industrielle Anwendungen im Fokus

Digitale Plattform für die Systemdiagnostik

17. Mai 2021, 20:00 Uhr   |  Andreas Knoll

Digitale Plattform für die Systemdiagnostik
© Synostik

Das Konzept der Systemdiagnose-Plattform Qlouds von Synostik

Bei »Qlouds« von Synostik handelt es sich um eine digitale Plattform für Systemdiagnosen. Qlouds soll einen einfachen Zugang zu Methoden und Werkzeugen für eine effiziente Systemdiagnostik in industriellen Anwendungen eröffnen.

Qlouds ist modular aufgebaut und ermöglicht durch standardisierte Schnittstellen und Formate individuelle Verwendungen für alle Nutzer – und dies branchenübergreifend. »Wartungsabläufe und Fehlererkennung in Maschinenparks lassen sich mittels Qlouds effizienter planen und durchführen, was Stillstandszeiten für die Anwender reduziert«, erläutert Heino Brose, Geschäftsführer der Synostik GmbH. Erste Module von Qlouds sind bereits in der Automobilindustrie und der Hausautomatisierung im Einsatz.

Unter Systemdiagnostik versteht Synostik Methoden zur Herleitung von Systemdiagnosen, also von Bestimmungen und Beurteilungen des Zustands eines Systems. Die Kernaufgaben der Systemdiagnostik sind, Diagnosedaten und Diagnoseabläufe für komplexe Systeme zu ermitteln, aufzubereiten, zu verknüpfen und bereitzustellen. Sobald Diagnoseabläufe vollständig, strukturiert und maschinenlesbar sind, lassen sie sich (teil-)automatisieren, was eine Grundlage für Next Level Services unter anderem in den Bereichen Industrie 4.0, Internet of Things, Smart Maintenance und Predictive Maintenance bildet. Daraus abgeleitet hat Synostik die Plattform Qlouds entwickelt.

Vielfältige Module und Schnittstellen

Qlouds umfasst zunächst Bausteine für folgende Bereiche:
• Erzeugung von Systemdiagnostik (Inhalt)
• HMI unter anderem für Maschinenführer und Wartungs-Teams (Interaktion)
• Anbindung an und Kommunikation mit Maschinen (System)
• Wissens-Management unter anderem durch Datenbankstrukturen, Tutorials und Best Practices (Daten)
• Next Level Services für Industrie-4.0- und ähnliche Anwendungen (Funktionen)
• Business-Funktionen wie etwa Lösungen unter anderem für Datenschutz, Vertrags-Management und Zahlungsverkehr (Betrieb).

Eigenentwicklungen integrier- und weitervermittelbar

Durch standardisierte Schnittstellen und Formate kann jeder Nutzer genau die Module verwenden, die er für seine Anwendung benötigt. Wenn er für bestimmte Module eigene zusätzliche Lösungen entwickelt, die in seinem Betrieb gut funktionieren, kann er sie anderen Unternehmen anbieten und so zusätzliche Umsätze erzeugen. Bei solchen Erweiterungen könnte es sich beispielsweise um ein vom Nutzer entwickeltes HMI handeln, das Qlouds-Schnittstellen und -Formate verwendet. Auf diese Weise entsteht um Qlouds herum ein Diagnose-Ecosystem, in dem viele Anbieter und Nutzer Leistungen anbieten, kaufen und austauschen können. »Einen solchen integrierten und ganzheitlichen Ansatz für Systemdiagnostik gab es bislang nicht, und dies macht unsere Lösung einzigartig am Markt«, betont Heino Brose.

Mit an Bord: DiagnoseDesigner und Diana

Die bereits vorgestellten Tools „DiagnoseDesigner“ und „Diana“ sind als Module bereits im Einsatz. Im DiagnoseDesigner werden Diagnosedaten und -abläufe als Inhalt entwickelt, den Qlouds wiederum der App Diana bereitstellt. Dort werden mithilfe eines KI-gestützten Chatbots Symptome im Dialog mit den Anwendern ausgewertet. Nach der Identifizierung möglicher Fehlerursachen zeigt Diana eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Behebung des Fehlers an. Nach erfolgreich abgeschlossener Diagnose und Reparatur werden Ergebnisse und Erfahrungen an Qlouds gesandt, um die Qualität des Inhalts, den der DiagnoseDesigner liefert, und die App Diana kontinuierlich zu verbessern. Erfahrungen aus vergangenen Reparaturen gehen so nicht verloren, sondern erweitern das bereits gespeicherte Expertenwissen auch für weniger erfahrene Monteure.

Effizienz und deutliche Kostenreduzierung

»Durch die Nutzung von Qlouds erreichen Anwender eine effizientere Wartung und Reparatur ihrer Anlagen«, führt Heino Brose aus. »Das reduziert Standzeiten, erhöht die Kundenzufriedenheit und macht sich auch in einer deutlichen Kostenreduktion bemerkbar. Strukturierte, maschinenlesbare Ergebnisse sichern die Basis für den Ausbau von Industrie-4.0- und IoT-Systemen. Darüber hinaus eröffnen sich Anwendern durch den Vertrieb eigener Entwicklungen zusätzliche Geschäftsmodelle.«

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