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Markier- und Lesetechnik kombinieren

22. März 2018, 9:50 Uhr | Andreas Knoll
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Mit dem Advanced-OCR-Tool ausgestattet, eignet sich die Version 11.11 von Datalogics Bildverarbeitungs-Software »Impact« für die Erkennung von Zeichenkombinationen auf den Böden von Getränkedosen.
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Der Automatisierungstechnik-Hersteller Datalogic mit Sitz in Bologna hat am 31. Dezember 2017 sein bisher erfolgreichstes Geschäftsjahr abgeschlossen. Im Interview nehmen zwei Führungskräfte zu den aktuellen Entwicklungen der Unternehmens- und Produktstrategie Stellung.

Benjamin Westdickenberg, Sales Director EMEA Central Manufacturing bei Datalogic, verrät einige Details, und Michele Leoni, EMEA Product Specialist and Application Engineer sowie Senior Manager Manufacturing, erläutert aktuelle Entwicklungen von Datalogics Produktstrategie.

Markt&Technik: Wie drückt sich der Erfolg Ihres Unternehmens im vergangenen Geschäftsjahr in Zahlen aus?

Benjamin Westdickenberg: 2017 war tatsächlich das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte. Die endgültigen Zahlen liegen zwar noch nicht vor, aber wir haben auf jeden Fall deutlich mehr als 600 Mio. Euro Umsatz erzielt nach 576,5 Mio. im Geschäftsjahr zuvor. Der Börsenwert des Unternehmens ist von 1 Mrd. Euro Ende 2016 auf 2,2 Mrd. Euro Ende 2017 gestiegen. Europa hat sich für uns im vergangenen Jahr sehr erfreulich entwickelt; in China haben wir ein sehr starkes Umsatzwachstum erzielt, nur Nordamerika ist etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben, vor allem im Retail-Bereich. Außerdem haben wir im Juli 2017 den in Olching bei München ansässigen Multitouch-IPC-Hersteller Soredi Touch Systems übernommen. Damit haben wir unser Portfolio für die (Intra-)Logistik weiter sinnvoll ausgebaut.

Worauf führen Sie das hohe Umsatzwachstum hauptsächlich zurück?

Westdickenberg: Wir haben zum 1. Januar 2017 die zuvor komplett getrennten Unternehmen Datalogic ADC (Automatic Data Capture) und Datalogic IA (Industrial Automation) zusammengeführt und uns entlang von Branchen anstatt von Produktkategorien ausgerichtet. Während ADC mobile Systeme für Inventuren, Handscanner und Kassenscanner im Programm hatte, sich also an den Groß- und Einzelhandel richtete, bot IA Sensor-, Bildverarbeitungs-, Identifikations- und Laserbeschriftungstechnik für die Fabrikautomatisierung an. Diese Aufteilung hatte zur Folge, dass wir die Möglichkeiten zum Cross-Selling nicht genügend genutzt haben. So manches, was in teilweise automatisierten Distribution-Centers benötigt wurde, war in IA angesiedelt, und vieles, was in der Industrie am Point of Sales gebraucht wurde, war bei ADC beheimatet.

Jetzt bieten wir nicht mehr »nur« Vision-Sensoren oder Codescanner an, sondern Lösungen für Anwendungen wie Retail, Manufacturing, Healthcare oder Transport & Logistik. Wir können also Lösungen für bestimmte Applikationen aus einer Hand verkaufen. Und siehe da: Nach einem Jahr können wir guten Gewissens behaupten: Die Strategie geht auf – die Umsatzentwicklung zeigt es und stimmt uns sehr optimistisch für die nächsten Jahre.

Welche Rolle spielt der Embedded-Vision-Trend für Ihr Unternehmen?

Michele Leoni: Entscheidend für Embedded Vision ist die Software. Ihr kommt entgegen, dass die Rechen-Power der Embedded-Systeme permanent zunimmt und deren Platzbedarf ebenso stetig schrumpft. Dies bedeutet, dass wir immer leistungsfähigere und kompaktere Embedded-Vision-Plattformen bauen können. Wir bieten entsprechende Lösungen sowohl auf PC- als auch auf Smart-Camera-Basis an. Ein Beispiel ist unsere Controller-Unit, an die der Anwender bis zu vier USB-3.0-Kameras anschließen kann. Sie lässt sich an den verschiedensten Stellen einer Produktionslinie installieren.

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