Machine Vision „Made in Germany“

8 Prozent Wachstum im Jahr 2022

7. Oktober 2022, 14:22 Uhr | Andreas Knoll
VDMA_Bildverarbeitung_Forecast
Der Umsatz der deutschen Machine-Vision-Branche von 2012 bis 2022 (2022: Prognose)
© VDMA Robotik + Automation

Die industrielle Bildverarbeitung in Deutschland wird 2022 voraussichtlich einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro erzielen, was einem Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das berichtete die VDMA-Fachabteilung Machine Vision anlässlich der Fachmesse Vision 2022 in Stuttgart.

Die konjunkturelle Erholung bei den „sehenden Maschinen“ setzt sich damit fort, wobei die stärkste Nachfrage aus dem Ausland kommt.

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Mark Williamson, Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Machine Vision
© Stemmer Imaging

»Die industrielle Bildverarbeitung ist im internationalen Automatisierungswettlauf eine Schlüsselkomponente für die Betriebe«, erläutert Mark Williamson, Vorstandsvorsitzender der VDMA-Fachabteilung Machine Vision. »Das spiegelt sich in den Absatzzahlen eindrucksvoll wider.« Generell entwickelte sich die Nachfrage nach Bildverarbeitungskomponenten und -systemen im Jahr 2021 stärker als erwartet: Der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie stieg um 16 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, und die europäische Bildverarbeitungsindustrie verzeichnete ein Wachstum von 17 Prozent. »Die weiteren Wachstumsaussichten sind trotz der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit für die kommenden Jahre positiv«, kommentiert Mark Williamson.

VDMA-Marktstudie 2022 „Machine Vision in Europe“

Der Anteil industrieller und nicht-industrieller Branchen am Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie
Der Anteil industrieller und nicht-industrieller Branchen am Umsatz der deutschen Bildverarbeitungsindustrie
© VDMA

Die deutschen Hersteller industrieller Bildverarbeitungstechnik erzielten laut der aktuellen VDMA-Marktstudie „Machine Vision in Europe“ im vergangenen Jahr 97 Prozent ihrer Umsätze in den beiden Segmenten „Komponenten“ (50 Prozent) und „Systeme“ (47 Prozent). Die Exportquote dieser Geschäftszweige ist hoch. So erwirtschafteten die Hersteller von Bildverarbeitungskomponenten 66 Prozent ihres Umsatzes im Ausland: Die Ausfuhren in asiatische Länder trugen hier mit 30 Prozent zum Umsatz im Jahr 2021 bei – stärkster Einzelmarkt war China mit einem Marktanteil von 56 Prozent am Asienexport. Die Ausfuhren ins Reich der Mitte stiegen 2021 um 20 Prozent. Größter Wachstumsmarkt in der Region war Indien mit plus 89 Prozent. Die Ausfuhren nach Nordamerika wuchsen 2021 um 15 Prozent. Die Exporte in andere europäische Länder trugen 22 Prozent zum Umsatz bei. Der Umsatz in Europa insgesamt nahm um 15 Prozent zu.

Die Hersteller von Bildverarbeitungssystemen erzielten 74 Prozent ihres Umsatzes auf Auslandsmärkten. Die asiatischen Länder trugen 33 Prozent zum Umsatz bei – die Ausfuhren wuchsen 2021 um 22 Prozent. Das Chinageschäft machte 38 Prozent der Asienexporte aus und stieg um 16 Prozent. Größter Wachstumsmarkt war auch in diesem Segment Indien mit einem Zuwachs von 20 Prozent. Die Exporte in das europäische Ausland trugen mit 24 Prozent zum Umsatz bei. Die Erholung des europäischen Marktes schlägt sich in den Büchern mit einem Umsatzanstieg von 22 Prozent nieder. Auf die Ausfuhren nach Amerika entfielen 16 Prozent des Umsatzes. Die meisten dieser Exporte hatten das Ziel Nordamerika (95 Prozent); der Umsatz stieg hier 2021 um 23 Prozent. Die Exporte nach Süd- und Mittelamerika haben sich von ihrem Einbruch im Jahr 2020 – ein Rückgang um 63 Prozent – erholt und stiegen um 62 Prozent an.

Marktanteile: Branchen und Anwendungen

Das produzierende Gewerbe ist die größte Kundenbranche der industriellen Bildverarbeitung aus Deutschland und erreicht einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Bei den Anwendungsfeldern von Bildverarbeitungskomponenten und -systemen verzeichnen Objekterkennung (21 Prozent) und Qualitätskontrolle (20 Prozent) die größten Marktanteile.


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