SPAC-Transaktion

ADS-TEC Energy geht an die Börse

20. August 2021, 7:12 Uhr | Heinz Arnold
ADS-TEC Energy
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ADS-TEC Energy GmbH, Anbieter von batteriegestützter Ultra-Schnellladetechnologie, geht über eine SPAC-Transaktion an die NASDQ.

Dazu schließen sich die an der NASDAQ notierte Special Purpose Acquisition Company (SPAC) »European Sustainable Growth Acquisition« (EUSG) und die in Nürtingen ansässige ADS-TEC Energy zusammen. Die EUSG hat sich auf europäische, wachstumsstarke und technologiebasierte Unternehmen fokussiert, die umweltfreundliche Technologien nutzen. Nach dem Vollzug der Transaktion wird das gemeinsame Unternehmen den Namen ADS-TEC Energy tragen und an der NASDAQ notiert sein.

Ein substanzieller Anteil des Erlöses aus der Transaktion wird verwendet, um die Expansion der Speicher- und Energiemanagement-Plattformen von ADS-TEC Energy in den USA und Europa zu beschleunigen und die Entwicklung und Verbesserung der bestehenden Technologieplattformen des Unternehmens fortzusetzen. Um diese Expansion zu erleichtern, beabsichtigt ADS-TEC Energy, seine Präsenz und Aktivitäten in den USA auszubauen.

»Unsere Vision ist es, Plattformen gemeinsam mit langfristigen Dienstleistungen anzubieten, die den intelligenten Übergang zu einer rein strombasierten Energienutzung beschleunigen. Wir freuen uns über die Partnerschaft mit EUSG, die uns bei der Erreichung dieses Ziels helfen wird«, sagt Thomas Speidel, der Gründer und CEO von ADS-TEC Energy, der das Unternehmen nach der Transaktion weiter führen wird.  

Die batteriegepufferte Technologie von ADS-TEC Energy erlaubt das flächendeckende, ultraschnelle Laden (bis zu 320 kW) auch im bestehenden oftmals leistungsbegrenzten Netz ohne einen zusätzlich notwendigen Ausbau der Infrastruktur. Dies ist sogar in Stadtzentren, abgelegenen und ländlichen Gebieten mit leistungsbegrenzten Netzanschlüssen möglich und gewährleistet dort das schnelle Laden von Elektrofahrzeugen. Über das Schnellladen hinaus bietet das Unternehmen etablierte und skalierbare Plattformen für den gewerblichen und industriellen Einsatz.  

Mit Hunderten bereits ausgelieferter batteriegestützter ChargeBox-Plattformen und bestehenden Zertifizierungen sowohl für die USA als auch für Europa, sieht sich ADS-TEC Energy gut für eine schnelle globale Expansion aufgestellt, um dem zunehmenden Bedarf an ultraschnellem Laden mit dem Übergang zu einem mehrheitlich elektrischen Energiesystem gerecht zu werden. Davon ist auch Lars Thunell, Vorsitzender der EUSG, überzeugt: »Mit der vorhandenen Technologie, dem Potenzial für die Expansion in neue Märkte und den vielfältigen Einnahmequellen für Betreiber, hat sich ADS-TEC Energy vom Wettbewerb differenziert und ist gut positioniert, ein führender Anbieter von Ladetechnologie für Elektrofahrzeuge zu werden.«

Die pro-forma-Marktkapitalisierung des fusionierten Unternehmens beläuft sich auf ca. 580 Mio. Dollar. EUSG hat sich außerdem vollständig gezeichnete verbindliche Zusagen in Höhe von. 156 Mio. Dollar im Rahmen eines Private Investment in Public Equity (PIPE) von 10 Dollar pro Anteil gesichert, das voraussichtlich einen Werktag vor dem Zusammenschluss zur Verfügung stehen wird. Zu den Investoren der PIPE gehören unter anderem APG, Invesco, Polar Structure and Swedbank Robur.  Ein Teil der Pipe-Erlöse werden zur Finanzierung der Zahlungsverpflichtungen zur Umsetzung der Transaktion verwendet.

ADS-TEC Energy befindet sich derzeit zu 61 Prozent im Besitz der ADS-TEC Holding GmbH (ADSH) und zu 39 Prozent im Besitz der Bosch Thermotechnik. Bosch, ADSH und der Sponsor von EUSG beteiligen sich substanziell an der PIPE. ADSH ist vollständig im Besitz der Familie des CEO und der familieneigenen gemeinnützigen Stiftung. Der CEO verfügt über die Mehrheit der Stimmrechte an der ADSH.

Der Vollzug der geplanten Transaktion hängt unter anderem von der Zustimmung der EUSG-Aktionäre, der Erfüllung der in der endgültigen Vereinbarung genannten Bedingungen und anderen üblichen Vollzugsbedingungen ab.  

Die Idee hinter einem börsennotierten SPAC: Der SPAC-Gründer sammelt Geld von Investoren, um vielversprechende Unternehmen, meist Startups, zu kaufen – in der Hoffnung, dass sie an Wert steigen. Ist das Übernahmeobjekt identifiziert, müssen die Investoren des Mantelunternehmens nur noch zustimmen. Das übernommene Unternehmen profitiert ebenfalls: Er spart sich den eigenen Börsengang (IPO) und damit viel Aufwand und Geld.


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