Schwerpunkte

Wegsensoren von Micro-Epsilon und Fogale

Sensoren für das größte Spiegelteleskop der Welt

10. April 2017, 10:35 Uhr   |  Matthias Heise

Sensoren für das größte Spiegelteleskop der Welt
© ESO / S.Brunier

Ein Panoramablick auf den Cerro Armazones in der Atacamawüste in der Nähe vom Paranal-Observatorium der ESO bei Sonnenuntergang. Hier soll das E-ELT entstehen. Die ersten Bauarbeiten haben schon begonnen, mit der Fertigstellung wird 2024 gerechnet.

Für die exakte Ausrichtung der einzelnen Spiegelelemente verwendet die ESO (European Southern Observatory) beim Bau des weltgrößten Teleskops Sensoren von Micro-Epsilon und Fogale. Die eingesetzten induktiven Wegsensorsysteme sind die genauesten, die je in einem Teleskop verwendet wurden.

Auf dem Cerro Armazones in Chile entsteht zurzeit das größte optische und nahinfrarote Teleskop der Welt: das European Extremely Large Telescope (E-ELT). Die Fertigstellung ist für das Jahr 2024 geplant. Der Bauherr ist die European Southern Observatory (kurz: ESO), die ihren Hauptsitz in Garching bei München hat.

Das riesige Teleskop nutzt ein neuartiges optisches System aus fünf Spiegeln, das optische und mechanische Elemente erfordert, die die moderne Technologie an ihre Grenzen bringen. Alleine der Hauptspiegel wird einen Durchmesser von 39 m aufweisen.

Der Spiegel mit einer Gesamtgröße von 978 m² wird aus 798 einzelnen Segmenten bestehen, die je 1,4 m breit, aber nur 5 cm dick sind. Diese wabenförmigen Segmente müssen exakt zueinander ausgerichtet sein, um ein perfektes Abbildungssystem zu ergeben. Die relative Position der Spiegelsegmente kann sich aufgrund externer Störungen ändern wie z.B. durch Windlast oder wechselnde Temperatureinflüsse. Auch die Schwerkraft kann die Position der Segmente beeinflussen, das sie je nach Ausrichtung des E-ELT unterschiedlich wirkt.

Die Spiegel des größten Teleskops der Welt

ESO01
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Die exakte Positionierung im Nanometerbereich ermöglichen die eingesetzten Sensoren des FAMES-Konsortiums, das sich aus den beiden Unternehmen Fogale im südfranzösischen Nîmes und dem niederbayerischen Micro-Epsilon zusammensetzt. Gefertigt werden die Sensoren federführend von Micro-Epsilon. Es sind die präzisesten Sensoren, die je in einem Teleskop verwendet wurden. Sie messen relative Positionen mit einer Genauigkeit von wenigen Nanometern und bilden dadurch einen fundamentalen Teil des komplexen Systems. Durch ihre Langzeit- und Temperaturstabilität und ihre Resistenz gegen äußere Einflüsse wie Feuchtigkeit sind sie gut für Anwendungen im Außeneinsatz geeignet.

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2. Induktive Sensoren für hohe Präsizion

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