Google for Jobs Schlecht aufgestellt

Seit zwei Tagen ist Google for Jobs in Deutschland online, doch 17 von 30 Konzernen im DAX sind »nicht mal annähernd« auf vorbereitet, kritisiert der Personalmarketing-Experte Henner Knabenreich. Allein Siemens erfülle (fast) alle Kriterien, um von der Suchmaschine gefunden zu werden.

Google hat nun endlich auch in Deutschland die Jobsuche in sein Angebot integriert. Wer beispielsweise ‘FPGA-Entwickler München’ in die Suchmaske eingibt, erhalt unter bezahlten Anzeigen einen Kasten mit Stellenangeboten angezeigt. Diese sucht sich Google aus Stellenbörsen, Karrierewebseiten und Jobportalen zusammen.

Auf dem offiziellen Google-Blog gibt es eine kurze Anleitung: Mit Klick auf eine Stelle bekommt der Suchende Informationen und Erfahrungsberichte zum Unternehmen sowie Details zum Stellenangebot. Filtereinstellungen sollen dabei helfen, die Suche beispielsweise nach Wunschstadt oder Teilzeit einzugrenzen. Wer mit seinem Google-Konto eingeloggt ist und seine Adresse hinterlegt hat, bekommt durch die Verknüpfung mit Google Maps auch gleich angezeigt, wie lange die Fahrt zur angezeigten Arbeitsstelle dauern würde.

Damit die Stellenausschreibungen von Google detailliert angezeigt werden können, müssen Unternehmen jedoch strukturierte Daten für Stellenausschreibungen auf Ihren Karriere-Webseiten implementieren. Die DAX30-Unternehmen böten hierbei allerdings »ein Bild des Jammers«, klagt Personalmarketing-Experte Henner Knabenreich. Der Berater und Blogger hat für ein neues Buchprojekt stichprobenartig die Stellenanzeigen der DAX30-Unternehmen mit Googles Tool für strukturierte Daten untersucht.

Sein Ergebnis: 17 von 30 Konzernen im DAX seien nicht mal annähernd Google for Jobs-fit, behauptet er. So fehle bei manchen Stellenausschreibungen der Stellentitel, anderswo der Unternehmensname oder der Unternehmensstandort.

Lediglich ein Konzern sei dabei, der alle Kriterien gemäß Google-Richtlinien umsetze: Siemens, wenngleich ohne die geforderte Gehaltsangabe. Knabenreich: »Die Unternehmen können sich glücklich schätzen, dass Google offenbar in Deutschland den Arbeitgebern noch eine Schonfrist gewährt und nicht alle Richtlinien scharf einhält«. 

Bei Allianz, Beiersdorf, Daimler, Deutsche Post, Munich Re und Thyssenkrupp habe Googles Testtool für strukturierte Daten zwar keine Fehler gefunden, spricht aber »Warnungen« für Unvollständigkeit aus. Etwa wenn die in Deutschland heikle Gehaltsangabe fehlt. Die hat Siemens mit einem Trick umgangen und einfach eine 0 hinterlegt.

Welche Kriterien Unternehmen erfüllen müssen, die Jobs auf der eigenen Webseite ausschreiben, hat Google hier zusammengestellt.

Hier geht’s zum Blog von Henner Knabenreich.