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8 Bill. US-Dollar Wertschöpfung durch 5G

12. Oktober 2020, 14:49 Uhr   |  WEKA FACHMEDIEN, Newsdesk

8 Bill. US-Dollar Wertschöpfung durch 5G
© Elena Butor - shutterstock.com

Für seine 5G-Studie hat Nokia Entscheider für den technischen Einkauf in acht Ländern befragt.

Im »5G-Readiness-Report« hat Nokia die 5G-Reife von Unternehmen untersucht. Als Ergebnis der Studie prognostiziert Nokia, dass 5G-fähige Unternehmen das Potenzial haben, der Weltwirtschaft bis 2030 eine Wertschöpfung von 8 Billionen US-Dollar zu ermöglichen.

Für den 5G-Readiness-Report hat Nokia Technik-Entscheider in acht Märkten zu den Auswirkungen von Covid-19 und zu ihren Plänen für die digitale Transformation befragt, darunter rund 200 Unternehmen in Deutschland. Die Studie untersucht dabei die 5G-Reife von Unternehmen. 5G wird in der Studie als wichtiger Faktor für nachhaltiges Wirtschaftswachstum identifiziert, der viele unternehmerische Innovationen im nächsten Jahrzehnt mitbestimmen wird. Unternehmen, die die Studie als »reif für 5G« klassifiziert, schneiden auch insgesamt besser ab als ihre Konkurrenten, wachsen schneller und scheinen die Herausforderungen durch Covid-19 besser zu überstehen.

Beschleunigt Covid-19 die digitale Transformation?

Unternehmen müssen auf die Covid-19-Pandemie reagieren. Die Nokia-Studie deutet darauf hin, dass die Pandemie die Investitionen der Unternehmen in digitale Techniken die Einführung von 5G- und 5G-fähigen Techniken weiter beschleunigen wird. Dies gilt insbesondere für die Industrie. Anstatt Technikinvestitionen zurückzufahren, gab fast die Hälfte der im Rahmen der Studie befragten Entscheider – konkret 45 Prozent – an, ihre digitalen Transformationsprogramme im Zuge von Covid-19 sogar beschleunigt zu haben. Von den Unternehmen in Deutschland bestätigten dies nur 35 Prozent. Eher keine bis gar keine Beschleunigung bei der digitalen Transformation sieht nur knapp jedes fünfte Unternehmen laut den Befragten.

Neue Anforderungen, veränderte Zeitpläne, zusätzliche Kosten

Auf die Frage, wie die Pandemie Investitionspläne für strategische Techniken beeinflusst hat, antworten 43 Prozent der befragten Entscheider, dass ihre Unternehmen die Investitionen verstärken würden. Für Deutschland liegt der Anteil sogar bei 47 Prozent. Nur 16 Prozent – in Deutschland: elf Prozent – verringern ihre Investitionen.

Gleichzeitig haben sich durch die Pandemie die Anforderungen an die Technik im Arbeitsalltag bei fast allen Befragten verändert – 95 Prozent weltweit; Deutschland: 91 Prozent. Im Vordergrund stehen dabei mehr Mittel für das Home Office sowie mehr Online-Angebote für Kunden. Mit Blick auf die bestehenden Technik-Roadmaps hat die Pandemie nach Auskunft der befragten Entscheider einige Mängel aufgedeckt:

  • 44 Prozent (Deutschland: 40 Prozent) erwarten zusätzliche Kosten,
  • 41 Prozent (Deutschland: 39 Prozent) sehen durcheinander geratene Zeitpläne,
  • 39 Prozent (Deutschland: 32 Prozent) sehen neue Technik-Lücken und bei
  • 32 Prozent (Deutschland: 20 Prozent) haben sich die strategischen Prioritäten verschoben.

Mehrheit plant, in den nächsten fünf Jahren in 5G zu investieren

Bild 1. Geplante Investitionen in 5G-Technik: 71 Prozent der Unternehmen wollen laut den Befragten innerhalb der nächsten fünf Jahre in 5G investieren.
© Nokia

Bild 1. Geplante Investitionen in 5G-Technik: 71 Prozent der Unternehmen wollen laut den Befragten innerhalb der nächsten fünf Jahre in 5G investieren.

5G spielt im Kontext der digitalen Transformation bei vielen inzwischen eine zentrale Rolle. Laut den befragten Entscheider werden 71 Prozent der Unternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre in 5G investieren (Bild 1).

In Deutschland planen dies nur 58 Prozent der befragten Unternehmen. Das heißt aber im Umkehrschluss: Immerhin jedes dritte Unternehmen will nicht bzw. nicht in den nächsten Jahren in 5G investieren. Ein Grund könnte sein, dass knapp die Hälfte der befragten Entscheider finden, dass es in ihrem Unternehmen kein gutes Verständnis von 5G gibt.

5G als Wettbewerbsvorteil

Ein Drittel der Befragten befürchtet, dass ihre Unternehmen vom Wettbewerb überholt werden, sollten sie in den nächsten drei Jahren nicht in 5G investieren (Deutschland: 28 Prozent). 26 Prozent (Deutschland: 20 Prozent) glauben, ohne 5G nicht weiter wachsen zu können, 22 Prozent (Deutschland: 13 Prozent) fürchten in diesem Fall sogar zu schrumpfen.

Das Wissen um die Vorzüge der 5G-Technik ist noch ausbaufähig: Nur gut die Hälfte der befragten Entscheider findet, dass das Verständnis für 5G im Unternehmen schon gut oder sehr gut ist (Deutschland: 53 Prozent). Bei den Anwendungen, in die Unternehmen in den kommenden drei Jahren investieren wollen, zeigt sich ein breites Spektrum, darunter zuvorderst Cyber-Security, End-User-Hardware, System- und Prozessautomatisierung, Cloud-Services und das Internet of Things. Die Themen künstliche Intelligenz und Machine Learning, Robotik sowie Augmented- und Virtual-Reality haben die befragten Unternehmen aus Deutschland weniger im Blick als ihre Kollegen aus den anderen Ländern.

Ein Drittel der Unternehmen ist bereit für 5G

Die Nokia-Studie beurteilt die 5G-Reife von Unternehmen danach, wie weit fortgeschritten die 5G-Implementierung ist, wie Strategie und Investitionspläne aussehen, ob es Unterstützung aus dem Top-Management gibt, wie groß das Verständnis von der Technik im Unternehmen ist und welche Mittel zur Verfügung stehen.

Die fünf Stufen der 5G-Reife definiert Nokia für die Studie als:

  • Passiv: Das Unternehmen hat die 5G-Implementierung in keinem formalen Sinne erforscht; 5G wurde nicht auf höherer Ebene angesprochen
  • Entdeckungsphase: Das Unternehmen untersucht die Vorteile von 5G und/oder sammelt Beweise, um festzustellen, ob es einen Geschäftsfall für die Implementierung gibt.
  • Planungsphase: Auf höherer Ebene hat sich das Unternehmen bereit erklärt, 5G einzuführen oder die Grundlagen dafür zu schaffen, und es wird jetzt daran gearbeitet, dies zu verwirklichen.
  • Implementierungsphase: Der Prozess der physischen Implementierung von 5G-Hardware und -Software hat begonnen oder ist abgeschlossen, und das Unternehmen verwendet entweder bereits 5G oder wird damit in den nächsten sechs Monaten beginnen.
  • Expansionsphase: Das Unternehmen hat 5G erfolgreich eingeführt; es hat seine Auswirkungen gemessen und will auf der Grundlage positiver Ergebnisse seinen Einsatz auf weitere Betriebe ausdehnen.

Etwa ein Drittel der Unternehmen bezeichnete sich als bereit für 5G, die Hälfte der Unternehmen befindet sich erst auf halben Weg, wogegen 17 Prozent einen niedrigen 5G-Reifegrad aufweisen. Dabei zeigt die Studie erhebliche geografische Unterschiede auf:

  • 47 Prozent der Unternehmen in Saudi-Arabien und
  • 40 Prozent der Unternehmen in Südkorea wurden als 5G-ready eingestuft. Mit
  • 23 Prozent in Deutschland,
  • 22 Prozent in Finnland und
  • 20 Prozent in Großbritannien sind es dort weniger als ein Viertel der Unternehmen.
Bild 2. Unternehmen, die 5G schon umsetzen bzw. umgesetzt haben, sind im letzten Jahr in der Tendenz stärker gewachsen als andere.
© Nokia

Bild 2. Unternehmen, die 5G schon umsetzen bzw. umgesetzt haben, sind im letzten Jahr in der Tendenz stärker gewachsen als andere.

Es scheint auch einen Zusammenhang zu geben zwischen dem Fortschritt bei 5G und dem Wachstum eines Unternehmens. Von den Unternehmen, die 5G gerade implementieren oder schon implementiert haben, verzeichneten deutlich mehr ein starkes Wachstum im vergangenen Jahr als die Unternehmen, die noch in der Planungsphase sind oder 5G noch nicht für sich entdeckt haben (Bild 2).

So verzeichneten von den Unternehmen, die noch nicht bereit für 5G sind und im 5G-Readiness-Modell auf dem niedrigsten Level sind, nur fünf Prozent ein starkes Wachstum im letzten Jahr. Auch hinsichtlich der Produktivität haben diejenigen Unternehmen die Nase vorn, die bei der 5G-Einführung vergleichsweise weit sind. Sie wiesen als einzige trotz der Pandemie eine Netto-Produktivitätssteigerung auf. Das lässt zwar nicht den direkten Schluss zu, dass mit 5G auch die Produktivität wächst, deutet aber auf einen Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Produktivität hin.

Hürden bei der Einführung von 5G

Derzeit besteht eine Diskrepanz zwischen dem Wissen der Entscheider um den Nutzen durch 5G und der tatsächlichen 5G-Einführung. Die Nokia-Studie identifizierte eine Reihe von Hindernissen bei der Einführung von 5G:

  • Die Verfügbarkeit – d.h. die Nicht-Verfügbarkeit – von 5G-fähigen Produkten ist für 28 Prozent der Befragten eine Hürde, in Deutschland: 20 Prozent). Zwar ist die 5G-Netztechnik verfügbar, es fehlen aber teils noch 5G-fähige Endgeräte.
  • Die Kosten (26 Prozent gesamt; 24 Prozent in Deutschland),
  • die aktuell fehlende Priorisierung (22 Prozent gesamt; 21 Prozent in Deutschland) und
  • Sicherheitsrisiken (22 Prozent gesamt; 14 Prozent in Deutschland) werden genannt. Und nicht zuletzt spielen
  • die Netzabdeckung (19 Prozent gesamt; 13 Prozent in Deutschland),
  • die politische Debatte (18 Prozent gesamt; 13 Prozent in Deutschland) und
  • ein ausbaufähiges Technikverständnis von Entscheidern (17 Prozent gesamt; zehn Prozent in Deutschland) eine Rolle.

Die Netzabdeckung spielt in Deutschland womöglich auch deshalb eine geringere Rolle als Hürde, weil es hierzulande Unternehmenslizenzen für 5G gibt.

Bemerkenswert ist mit Blick auf mögliche Hürden bei der 5G-Einführung, dass nur 39 Prozent der Unternehmen bei 5G Unterstützung aus dem Top-Management haben, in Deutschland sind es sogar nur 28 Prozent.

5G-Wunschzettel: staatliche Unterstützung und besseres Verständnis

Danach gefragt, was sie veranlassen würde, mehr in 5G zu investieren, gab jeweils etwa ein Drittel der Technikeinkäufer (Deutschland: 31 Prozent) an, dass staatliche Investitionen in die Infrastruktur oder Subventionen zur Kostensenkung sie veranlassen würden, mehr in 5G zu investieren. Rund ein Drittel (Deutschland: 35 Prozent) wünscht sich mehr Anbieter von 5G-Techniken, um beim Einkauf eine größere Auswahl zu haben. Auch ein besseres Verständnis von 5G und seinen Vorzügen scheint für viele (36 Prozent gesamt; 26 Prozent in Deutschland) ein Faktor zu sein.

Gabriela Styf Sjöman, Chief Strategy Officer bei Nokia
© Nokia

Bild 3. Gabriela Styf Sjöman, Chief Strategy Officer bei Nokia: »Unternehmen, die im globalen Wettbewerb stehen, können es sich nicht leisten, bei der Einführung von 5G noch mehr Zeit zu verlieren.«

»Um die enormen Chancen durch 5G zu nutzen, müssen Unternehmen ihre Planung jetzt beginnen oder intensivieren, um in einer sich schnell digitalisierenden globalen Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bleiben,« sagt Gabriela Styf Sjöman, Chief Strategy Officer bei Nokia (Bild 3).

»Neben den Investitionen in die Technologie selbst müssen sie Prozesse und Arbeitsweisen digitalisieren, um das volle Potenzial von 5G auszuschöpfen. Organisationen, die 5G implementiert haben, werden von Vorteilen profitieren, die weit über schnellere, effizientere und zuverlässigere Netze hinausgehen. Die Technologie wird auch breitere technologische und wirtschaftliche Trends beschleunigen. Die Städte, Krankenhäuser und Fabriken der Zukunft müssen riesige Datenmengen bewegen, verarbeiten und speichern. Darüber hinaus können wir die größten Herausforderungen, denen wir als Gesellschaft gegenüberstehen - vom Klimawandel bis hin zur gegenwärtigen Pandemie - besser durch die neuen Möglichkeiten bewältigen, die 5G ermöglicht.«

Nokia hat Sapio Analytics mit der Durchführung der Studie »5G-Readiness-Report« beauftragt – veröffentlicht auf der Internetsite: www.nokia.com/networks/5g/readiness-report/. Befragt wurden 1.628 Entscheider für den Technikeinkauf in acht Märkten und sechs Industriesektoren: Australien (203), Finnland (200), Deutschland (203), Japan (203), Saudi-Arabien (202), Südkorea (200), Großbritannien (207), USA (210). Die Sektoren waren: Energie- und Versorgungsunternehmen (208), Bergbau (119), verarbeitende Industrie (455), öffentlicher Sektor (271), Gesundheitswesen (445), Transport (130). Befragungen von Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten gab es nur bei Energie- und Versorgungsunternehmen sowie Bergbauunternehmen.

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