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Fraunhofer HHI und 5G Berlin

5G-Testfeld zur Erprobung neuer 5G-Technologien

09. Oktober 2020, 09:40 Uhr   |  Heinz Arnold

5G-Testfeld zur Erprobung neuer 5G-Technologien
© Fraunhofer HII

Antenne im 5G-Testfeld auf dem Gelände der TU Berlin Charlottenburg.

Rund um die TU Berlin Charlottenburg hat ein 5G-Stand-Alone-Netz seinen Betrieb aufgenommen. In dem Testfeld können ab sofort Unternehmen ihre Innovationen vorantreiben.

Auf dem öffentlich zugänglichen 5G-Testfeld, das das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut und das Innovationscluster 5G Berlin in Betrieb genommen haben, können Unternehmen und Forschungseinrichtungen 5G-Anwendungen und Produkte entwickeln und testen. Das Testfeld operiert unabhängig von kommerziellen 5G-Netzanbietern. Es umfasst mehrere Basisstationen und bildet alle relevanten Technologiekomponenten für die Erprobung innovativer 5G-Anwendungen ab.

Auf dem neuen Testfeld soll ein umfangreiches Ökosystem für 5G-Anwendungen und Produkte geschaffen werden. Die beteiligten Forschungseinrichtungen der Mitgliedsunternehmen des Innovationsclusters 5G Berlin – ein gemeinnütziger Verein, der die Förderung von Innovationen um 5G-Schlüsseltechnologien vorantreibt – können dort gemeinschaftlich oder individuell forschen und testen. Dabei geht es um Themen wie Smart City und automatisiertes Fahren. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Industrie-Campusnetze für die zuverlässige funkbasierte Steuerung industrieller Prozesse innerhalb von Fabriken zu testen. Zudem sollen auf dem Testfeld neue Netzsteuerungsverfahren entwickelt werden, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten.

»Das 5G-Testfeld ist ein wichtiger Erfolg für den Standort Berlin, denn es handelt sich um ein solides 5G-Stand-Alone-Netz, das keine Unterstützung durch das LTE-Kernnetz benötigt«, sagt Professor Slawomir Stanczak, Abteilungsleiter Wireless Networks am Fraunhofer HHI.

Bei den im Testfeld verwendeten Funkzellen handelt es sich um 5G-Makrozellen in Kombination mit kleineren Funkzellen zur lokalen, breitbandigen und reaktionsschnellen Kommunikationsanbindung. Die Funkzellen nutzen das 3,7 GHz-Band, das in Deutschland für den Betrieb von Campusnetzen vorgesehen ist. Eine Übertragungsbandbreite von 80 MHz, Beamforming und adaptive Antennentechnologie mit 64 Elementen, sogenanntes Multi-User MIMO, unterstützen die Tests von Anwendungen mit hohen Anforderungen an Bandbreite und Signallaufzeiten.

Die 5G Kernnetz-Software (5G Core) wird vom Berliner Unternehmen ng4T bereitgestellt. Sie unterstützt anwendungsspezifische Qualitätseinstellungen, sogenanntes Network Slicing, und die Orchestrierung von Netzwerkdiensten. Auf diese Weise lassen sich mehrere Netzinstanzen emulieren, so dass auch Roaming zwischen öffentlichen Netzen und Campusnetzen simuliert werden kann. Die Integration von Kernnetz und Funkzugangsnetz (5G RAN) wurde bei der Inbetriebnahme mit kommerziellen Endgeräten im Hinblick auf 3GPP Release 15 SA erfolgreich geprüft.

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